In Marketing - Preis

Zootool versucht es auch mit der “Zahl-was-Du-willst”-Methode

Der deutsche Social-Bookmarking-Dienst Zootool hat sich im Rahmen der Einführung der Profi-Version ein simples wie bewährtes Pricing-Modell einfallen lassen. Sie haben die “Zahl-was-Du-willst”-Variante angeboten. Denn man war sich einfach nicht sicher, welcher Preis fair bzw. für die User attraktiv genug wäre, um die PRO-Version an Mann bzw. Frau zu bringen. Man hatte zwar Orientierungspunkte, denn Flickr verlangt für die Pro-Version 24 USD und Dribble 19 USD, aber solche Orientierungswerte wollte man nicht vorgeben, was aus meiner Sicht ein Fehler war.

Das Ergebnis kann sich trotzdem sehen lassen, wie die Gründer in ihrem Blog zufrieden zwischenbilanzieren: Während man nach einem Monat mit 100 Prof-Mitgliedern spekulierte, erreichte man dieses Ziel schon nach einer Stunde nach Beginn der Aktion und konnte nach 24 Stunden schon über 270 Pro-User zählen. Und nach zweieinhalb Wochen wurde fast die 500er-Marke erreicht. Insofern konnten die Gründer auch verschmerzen, dass der Durchschnittspreis pro User bei 9 USD liegt. Wenn man einen realistischen Richtpreis von z.B. 19 USD angegeben hätte, hätte man nach den Erfahrungen vergleichbarer Projekte 75 – 80 % des Richtpreises im Durchschnitt erzielen können.

Der Gesamtumsatz hätte wahrscheinlich etwas höher sein können, wenn man einen realistischen Richtpreis genannt hätte, aber das alleine zählt heute nicht. Jeder PRO-User ist auch ein potentieller Fan. Und deshalb kann es heute langfristig mehr Sinn machen, den Schwerpunkt auf den Absatz zu Lasten des Gesamtumsatzes zu legen. Und in der Werbung klingt es auch besser, 1.000 statt vielleicht 700 Premiumuser zu haben. Letztlich kommt es auf den Blickwinkel an, welche Variante jetzt besser ist.

Wenn man aber bedenkt, dass die Gründer von Zootool die gesamten Erlöse nutzen wollen, um weiter zu programmieren, dann sollte man schon die Frage stellen, ob man in diesem Fall mehr als einen Weg gehen sollte, um Erlöse zu generieren. Ich würde z.B. weiteres Geld über Crowdfunding-Plattformen a la kickstarter einsammeln. Hier kann man auch eine ausgeklügelte Preisdifferenzierungsstrategie anwenden, um den Erlös-Booster einzuschalten. Heute zählt es, vernetzt zu agieren. Aber vielleicht war o.g. Aktion nur der Anfang.

Gefunden im netzwertig-Blog

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