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smashwords ermittelt Erfolgsfaktoren für Self-Publisher

Smashwords ist eine Self-Publishing-Dienstleister für E-Book-Autoren. Die Macher der Plattform haben eine ausführliche Studie erstellt, um zu ermitteln, an welchen Stellschrauben die Autoren drehen müssen, um ihre EBooks in Massen verkaufen zu können. Dafür wurden mehr als 12 Mio. EBook-Verkäufe von Smashwords-EBooks zwischen 1. März 2012 und 31. März 2013 analysiert, darunter auch Verkäufe im Apple iBookstore, Barnes & Noble und Amazon (nur sehr begrenzt).

Die Ergebnisse der Studie wurden in einem ausführlichen Blogbeitrag sowie in einer Slideshare-Präsentation (siehe weiter unten) präsentiert. Die Ergebnisse sind z.T. nicht überraschend. So gibt es einige wenige EBooks, die sehr häufig verkauft werden und es gibt eine große Masse an Büchern, die nur sehr selten verkauft werden. Darin unterscheiden sich Self-Publishing-Ebooks nicht von Verlagstiteln. Aber es gibt auch viele Ergebnisse, die eher überraschen:

Buchlänge
Umso länger ein Buch ist, umso besser verkauft es sich. Das klingt im ersten Moment logisch, allerdings hat das auch negative Auswirkungen auf Bücher, die in viele kleine Häppchen (in Serie) verkauft werden. Hier scheiden sich also die Geister.

Buchtitel
Umso kürzer ein Buchtitel ist, umso besser verkauft er sich. So haben die Buchtitel von Smashwords im Schnitt eine Länge von 5,6 Wörtern, die Top 100-Seller aber nur eine Länge von 4,2 Wörtern. Grundsätzlich sollte jeder mehr Zeit in Buchtitel und Cover investieren, als an der letzten Seite Inhalt zu feilen.

Preis
Umso günstiger der Verkaufspreis eines Buches ist, umso mehr wird verkauft. Kostenfreie Bücher werden im Schnitt 92fach mehr downgeloadet als Bücher, die etwas kosten. Obwohl die meisten Publisher 2,99 USD verlangen, ist der beste Verkaufspreis (hinsichtlich Umsatzoptimierung) 3,99 USD (siehe Graphik oben).

Diese Erkenntnisse sind für Verlage nicht unbedingt ermutigend. Denn die Kostenstrukturen in Verlagen lassen oben empfohlene Preismodelle meistens nicht zu. Aber solange deutsche Verlage 15 EUR für EBooks verlangen (im Vergleich zu 20 EUR für einen Papierband), werden EBooks in Deutschland nicht zu Bestsellern. Ich persönlich lese fast nur EBooks in englischer Sprache, weil ich hier viel Inhalt von Top-Autoren zu einem Preis von 3 – 8 USD pro EBook erhalten. Das finde ich gerade noch reell.

Ebenfalls ärgere ich mich darüber, dass Zeitschriften in Form von EBooks annähernd genauso viel kosten wie die Paper-Version. Das grenzt für mich persönlich an “Abzocke” und wird aus meiner Sicht langfristig dazu führen, dass ganz neue Mikroverlage in den Markt einsteigen und den etablierten richtig weh tun werden. Aber das kennen wir ja schon vielen anderen Branchen vorher. Und daraus entstehen letztlich auch viele neue Chancen für Gründer und Kleinstunternehmer.

Viele weitere gute Tipps für E-Book-Selfpublisher gibt es in folgender Präsentation:

One Response to smashwords ermittelt Erfolgsfaktoren für Self-Publisher

  1. […] Sind das alles Zufälle? Nein. Ich habe im Mai 2013 hier im Blog Ausschnitte aus einer Studie veröffentlicht, die sich mit den Erfolgsfaktoren von SelfPublishern beschäftigt. Und alle wichtigen […]

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