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Precision Moments Targeting will Konsumenten belohnen, wenn sie einen Erfolgsmoment erleben

Im letzten Beitrag habe ich über die „Kunst des Verführens“ geschrieben, die erfolgreiche Händler und ECommercespezialisten besonders gut beherrschen. Dazu gehören u.a. das richtige Timing und der passende Impuls. Und diesbezüglich bietet der Mobile Advertising Spezialist Kiip mit Precision Moments Targeting nach eigenen Angaben ein sehr mächtiges und erfolgsversprechendes MarketingTool an. t3n orakelt schon jetzt, dass PMT zum Buzzword der nächsten Jahre werden könnte. Was steckt nun konkret dahinter?

Die Grundidee ist, dass ein Konsument im Moment eines Glückgefühls besonders konsumfreudig ist. Solch ein Glücksgefühl kann sich z.B. einstellen, wenn der Konsument gerade einen Erfolg feiern kann. An einem konkreten Beispiel, das TN3 gewählt hat, will ich das gerne erläutern: Nehmen wir an, ein Konsument hat gerade erfolgreich ein Workout absolviert und dabei einen neuen High Score oder ein gesetztes Ziel erreicht. Wenn ihm in diesem Moment ein lokaler Händler oder Onlineshop neue Laufschuhe (die er für sein Training benötigt) als „Belohnung seines Erfolges“ zu 20 % Rabatt anbietet, dann stehen die Chancen sehr gut, dass der Kunde als Käufer zuschlägt. Das Erfolgsrezept: Im Erfolgsmoment schüttet der menschliche Körper den Botenstoff Dopamin aus, das besonders viel Lust auf Konsum als Belohnung macht.

Kiip will über sein Netzwerk dafür sorgen, dass jedem Kunden, der ein Smartphone nutzt, zum passenden Zeitpunkt das passende Kaufangebot gemacht werden kann. Deshalb können Werbekunden von Kiip aufgrund verschiedener Kriterien (demographische Daten, Art und Zeitpunkt des Glücksmomentes, Standort und historische Kauffreudigkeit auf Basis von Incentives) auswählen, welche Kunden mit ihren Incentives und Angeboten „beglückt“ werden sollen. In einer Testphase konnte somit erreicht werden, dass die Teilnehmer um 32% häufiger als vorher solche Coupons eingelöst haben. Das ist ein mächtiges Verkaufsargument für Kiip.

Ein weiteres Verkaufsargument für Kiip liegt in der Reichweite. Derzeit hat Kiip „Zugriff“ auf mehr als 1.500 Apps, die von mehr als 60 Mio. Nutzern genutzt werden und mehr als 500 Mio. „Glücksmomente“ im Monat zählen. Über das Kiip-Netzwerk wird alle 10 Sekunden ein Coupon angeboten (natürlich nicht pro Nutzer, sondern insgesamt). Auf der passenden Produktseite wird diese Statistik sekundengenau aktualisiert. Jetzt kann man sich langsam vorstellen, warum Kiip von Fast Company zu den „50 Most Innovative Companies in the world 2013“ erkoren wurde. Und jetzt braucht man auch nicht mehr viel Phantasie, um zu prognostizieren, dass Precision Moments Targeting in naher Zukunft zum Buzz Word wird.

2 Responses to Precision Moments Targeting will Konsumenten belohnen, wenn sie einen Erfolgsmoment erleben

  1. Lothar sagt:

    Es wird schon langsam unheimlich, was sich findige Marketing-Strategen so alles ausdenken, um an unser schwer verdientes Geld zu kommen. Aber davon lebt natürlich die Wirtschaft.
    Um nicht der Macht des beschriebenen Marketing-Tools „Precision Moments Targeting“ zu erliegen, sollte man besser überhaupt keine Glücksmomente in seinem Leben mehr haben. Aber ob es wirklich hilft?
    Obwohl ich fast alles über die psychologischen Tricks von Werbeexperten gelesen habe, falle ich doch immer wieder darauf herein.
    Man kauft eben nur in den wenigsten Fällen allein mit dem Verstand.

  2. GoSpaces sagt:

    @Lothar

    Also übertreiben würde ich es jetzt auch nicht. „Psychologische Tricks“ werden doch schon seit Jahrhunderten in der Werbung verwendet und „darauf hereinfallen“ ist auch sehr überspitzt formuliert.

    Du stellst es ja fast so dar als wären alle Produkte da draußen nur Betrug.

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