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Opel-Zoo bindet jeden Besucher bei Finanzierung des Neubauprojektes ein

Kein Kunde freut sich, wenn die Preise erhöht werden. Aber wenn ihm erklärt wird, warum die Preise erhöht werden, kann er es auf jeden Fall besser nachvollziehen, verstehen und im besten Fall auch akzeptieren. Und genau das hat sich wohl auch der Opel-Zoo gedacht, als er verkündete, zum 1. März 2019 die Preise für ein Tagesticket von 14,00 auf 15,50 Euro zu erhöhen. Denn im Mittelpunkt der Pressekonferenz, in der die Preiserhöhung erläutert wurde, stand ein Neubauprojekt:

In den nächsten Jahren soll der neue Zoobereich „Asien“ entstehen. Derzeit befindet sich das Projekt noch in der Planungsphase. Fertiggestellt werden soll das Projekt im Jahr 2022. Die Investitionssumme für die Umgestaltung dieses Zooteils veranschlagen die Zoovertreter auf eine Bruttosumme von 10 bis 12 Mio € (zum Vergleich: Die Bausumme für die Elefantenanlage, die 2013 eröffnet wurde, lag bei 13,7 Mio €) und auch die Finanzierung des neuen Bauvorhabens soll ähnlich wie die der Elefantenanlage auf drei Säulen stehen:

Neben der geplanten Fremdfinanzierung und Spendeneinnahmen sollen vor allem Eigenmittel aus dem laufenden Betrieb zur Finanzierung beitragen. Unter dem Motto „3 € sind für uns – Danke!“ fließen ab dem 1. März 2019 3 Euro pro Tagesticket in den Topf „Bauvorhaben Panzernashörner“, das Großprojekt im Rahmen der Umgestaltung des Zooteils „Asien“. Clever daran ist, dass die Preiserhöhung nur halb so hoch ist wie der Finanzierungsbeitrag (pro Besucher) für das neue Projekte. Damit haben die Besucher nicht das Gefühl, alleine (was den Eigenanteil angeht) die „Zeche zu zahlen“.

Foto: Fotoarchiv Opel-Zoo

Beachten Sie bitte bei Preiserhöhungen: Umso weniger preissensibel die Kunden sind, umso einfacher können Preissteigerungen durchgesetzt werden.

Die Preissensitivität der Kunden ist umso niedriger, je…

  • …differenzierter das eigene Produkt ist. Die eigene Produktqualität spielt hier die zentrale Rolle, aber zum Beispiel auch die eigene Reputation als verlässlicher Lieferant.
  • …höher die Wechselkosten für den Kunden sind.
  • …weniger transparent Wettbewerbspreise sind. Komplexe Preismodelle mit schwer vergleichbaren Konditionen sind hier das wichtigste Handwerkszeug.
  • …geringer der Produktpreis im Vergleich zum Gesamtbudget des Kunden ist. Beispiel: Ersatzteilpreis bei Autoreparatur.
  • …fairer der Preis durch den Kunden wahrgenommen wird.
  • …besser der Preis auf verschiedene Parteien (z.B. Krankenkasse etc.) aufgeteilt werden kann.
  • …höher das vom Kunden empfundene „Preis-Qualitäts-Signal“ ist. Beispiel: „20-Euro-Wein“.
  • …geringer die Lagerungsfähigkeit des Produkts für den Kunden ist. Beispiel: Frischobst muss nach Spotmarktpreisen gekauft werden, auch wenn diese gerade hoch sind.
  • …höher der Zeitdruck des Kunden für eine Kaufentscheidung ist.
  • …höher der Endnutzen beim Kunden ist. Beispiel: Hörgerät

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