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„Utry.me“ ist der Online-Supermarkt ohne Preise

Wie sieht die Werbestrategie der meisten Supermärkte in Deutschland aus? Sie werben mit besonders günstigen Preisen für einzelne Topseller, um die Kunden in den Laden zu locken. Dann schlägt vor Ort das „Prinzip der Mischkalkulation“ zu. Unterm Strich ist dann der Einkauf dann auch nicht viel günstiger als woanders gewesen.

Der Online-Supermart Utry.me geht seit einem Jahr einen ganz anderen Weg. Er positioniert sich als erster Online-Supermarkt in Deutschland ganz ohne Preisauszeichnung. Als Kunde kann man aus den angebotenen Produkte seine Lieblingsprodukte aus den Bereichen Food, Beverage und Non Food frei wählen. Dann geht man an die Kasse und bezahlt die Versand- und Servicepauschale. Und fertig ist der Einkauf.

Klingt zu schön, um wahr zu sein? Tatsächlich gibt es ein paar Restriktionen, die zu beachten sind. Denn jeder Kunde kann sein Lieblingsprodukt nur einmal wählen (für immer). Zudem zeigt ein grafischer Balken an, wann die Höchstzahl an Produkten für diese Bestellung erreicht ist. Und letztlich beträgt die Versand- und Servicepauschale stolze 25 Euro.

Was steckt hinter dem Angebot? Richtig, es handelt sich um eine Produkttestplattform. Die Kunden sollen neue oder ihnen noch nicht bekannte Produkte einkaufen und testen können. Vorteilhaft an diesem Konzept (im Vergleich zu anderen vergleichbaren Konzepten) ist, dass der Kunde frei auswählen kann, welche Produkte er testen will.

Kommt Euch das Konzept bekannt vor? Richtig, im Jahr 2014 habe ich über den Freemarket in Kopenhagen berichtet, der ursprünglich auch als Test-Online-Supermarkt ohne Preise begann. Und schon vor mehr als zehn Jahren habe ich über die sog. Sample Labs berichtet. Und im Best-Practice-Special „Marketing auf Probe“ präsentiere ich weitere erfolgreiche Probemarketingaktionen.

Die Idee ist also nicht neu, aber die Umsetzung mit dem graphischen Balken gefällt mir gut. Davon können sich aus meiner Sicht auch Schnäppchen-Online-Shops inspirieren lassen, die vom Anbieter verboten bekommen, die genauen Verkaufspreise zu nennen, um als Markenartikler kein Ramschimage zu erhalten. Die Quintessenz: Keine komplette Geschäftsidee, aber Teile davon kann man nehmen, um das eigene Angebot zu verbessern.

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