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Ein cleverer Gastronom tauscht die Aschenbecher in Schälchen mit Gummibärchen aus

Viele Gastromen befürchten durch das in einigen Bundesländern verhengte Rauchverbot in öffentlichen Räumen (und damit auch in Gasstätten), dass immer mehr Gäste in Zukunft ausbleiben werden und damit ihre eigene Existenz ernsthaft gefährdet ist. Wie immer im Leben, gibt es im Rahmen solcher Veränderungen unterschiedliche Reaktionen. Die einen klagen im kleinen oder großen Kreis über ihr Leid und ergeben sich ihrem Schicksal. Die nächsten üben den offiziellen oder inoffiziellen Boykott und beachten die Regeln einfach nicht. Und die “echten” Unternehmer nutzen das Rauchverbot, um clevere Aktionen zu starten:

Torsten Reiners, Betreiber der Eckkneipe “Fiedel” in Hannover, hat am letzten Abend vor dem Rauchverbot kostenlos Zigaretten verteilt und mit den Gästen eine “Abschiedsparty” gefeiert. Nach Mitternacht hat er dann die Aschenbecher durch Schälchen mit Gummibärchen und Knabbergebäck ausgetauscht. Der Lohn dafür ist, dass er in den Westfälischen Nachrichten als positives Beispiel herausgestellt wurde und damit kostenlose PR erhalten hat. Natürlich reicht das langfristig nicht aus, aber es ist schon einmal ein erster Schritt. Gelesen im abseits-blog.

Aus meiner Sicht bringt es gar nichts, sich gegen einen nachhaltigen Trend zu sperren, sondern vielmehr Gedanken darüber zu machen, wie man jetzt möglichst gut mit der neuen Situtation umgehen kann. Vorbild sind sicherlich andere Länder, in denen es schon länger das Rauchverbot in Kneipen gibt. Warum nicht einfach diese Kneiper anrufen oder anmeilen und um Anregungen und Ideen bitten? Fragen kostet heute ja dank Skype und DSL-Flatrate nichts mehr. Und wer jetzt frühzeitig die Zeichen der Zeit erkennt und die Zukunft aktiv und mit guten Ideen gestaltet, wird auch langfristig erfolgreich bleiben. Aus meienr Sicht pflegen viel zu wenige Unternehmer den Erfahrungsaustausch mit den Gleichgesinnten aus anderen Städten, die keine direkten Wettbeweber sind.

4 Responses to Ein cleverer Gastronom tauscht die Aschenbecher in Schälchen mit Gummibärchen aus

  1. Arbeit

    1. Stühlerücken könnte in Arbeit ausarten
    Die Publicis Gruppe schließt ihre Networkagenturen Saatchi & Saatchi und Fallon zusammen. Unter dem namen SSF Group sollen die beiden Agenturen aber weiterhin unabhängig voneinander arbeiten und als e…

  2. […] Ab 1. Oktober gilt das Rauchverbot in Gaststätten auch in Hessen. Wir haben hier schon darüber berichtet, wie kreative Gastwirte mit diesem Rauchverbot umgehen. Jetzt gibt es eine weitere Lösung: Das Nicogel im Seifenspender. […]

  3. Darmstädter sagt:

    Nachhaltige Trends hatten wir schon einmal:

    „Die Luftwaffe und die Deutsche Post hatten das Rauchen am Arbeitsplatz bereits 1938 verboten, nun wurde es auch an vielen anderen Arbeitsplätzen, in Amtszimmern, Spitälern und Erholungsheimen untersagt. 1939 verbot die NSDAP jeden Nikotingenuss in ihren Parteigebäuden, Himmler verfügte darüber hinaus, dass uni-formierte Polizei- und SS-Offiziere im Dienst nicht mehr rauchen durften. 1941 folgten Rauchverbote in Stra-ßenbahnen und Luftschutzkellern (obwohl es dort separate Raucherräume gab), 1944 in allen Stadtbahnen und Bussen. Letzteres geht auf eine Initiative Hitlers zurück, der eine Gefährdung der jungen Schaffnerinnen durch die Folgen des Passivrauchens fürchtete. Bereits seit Juli 43 durften sich Raucher unter 18 in der Öffent-lichkeit nicht mehr erwischen lassen. Soldaten erhielten zwar weiterhin Tabakrationen (6 Zigaretten pro Mann und Tag), aber auf Anordnung Hitlers sollten sie beim Empfang der Zigaretten vor den gesundheitlichen Schä-den gewarnt werden. Nichtraucher und weibliche Wehrmachtsangehörige erhielten anstelle von Zigaretten Schokolade oder Obst.“

    Wirklich tolle Gesellschaft und Tradition!!!!
    Hat Eva Hermann also doch recht mit der Behauptung es sei ja schließlich nicht alles schlecht gewesen!?

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