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Wie Dienstleister Leidenschaft zeigen können

Im Rahmen der Buchbesprechung „We think“ hier im Blog habe ich den Autor Charles Leadbeater wie folgt zitiert: “In Blogs wird selten wirklich gemeinsam gedacht, sagt Leadbeater, oft tauscht man nur Argumente aus. These, Antithese, keine Synthese.‹ Diese Erfahrung kann ich nur teilen. Deshalb freue ich mich immer, wenn Blogger mit mir Bande spielen. Und genau das hat der Neukunden-Magnet-Blogger Thomas Kilian vor kurzem gemacht, indem er die Gedanken in meinem Artikel „Auch im Business ist Leidenschaft und Persönlichkeit gefragt“ weitergeführt hat.

Thomas bezweifelt, dass ein singender Taxifahrer hier in Deutschland Erfolg hätte: „Ich will – wenn ich dann schon mal in einem Taxi fahre – lieber ohne viel Tam-Tam und Gequatsche von A nach B gebracht werden, möglichst sauber sitzen und möglichst wenig bezahlen. Nach Karaoke ist mir auf dem Weg zum Flughafen meistens nicht so…Spießig? Langweilig? Typisch Deutsch? Ja, vielleicht! Ich bin davon überzeugt, dass sich Leidenschaft immer im jeweiligen Kontext einbetten muss, um als authentisch, vertrauensvoll und gewinnend rüberzukommen. Ich habe noch keine neuen Kunden gewonnen, weil ich mir einen bunten Hut aufgesetzt habe und bei SSDSDSSWEMUGABRTLAD, DSDS & Co. auf dem Treppchen stand.“

Ich gebe Thomas absolut recht, dass der Kunde immer auch die Bedürfnisse der Kunden berücksichten sollte. Das muss aber kein Widerspruch sein. Denn es spricht sich schnell rum, wenn ich gerne im Taxi singe und damit die Kunden unterhalte und einbinde. Und step by step erhalte ich dann immer mehr die Kunden, die sich nicht nur bei mir wohlfühlen, sondern bei denen ich auch einen großen Teil meiner Persönlichkeit einbringen kann. Wichtig ist, dass ich mich nicht zu sehr verbiege. Und genau deshalb hinkt aus meiner Sicht auch der Vergleich mit dem bunten Hut (siehe oben). Denn jede Aktion muss zu der Person passen, die diese Aktion ausführt. Sonst wirkt man tatsächlich wie ein Clown, wie Thomas im vorherigen Absatz schildert.

Die nächsten Sätze von Thomas kann ich absolut unterschreiben und stellen aus meiner Sicht eine gute Ergänzung dar: „Leidenschaft allein macht den Kohl in meinen Augen nicht fett. Leidenschaft muss immer kombiniert sein mit echten Bedürfnissen, mit den kulturellen Ansprüchen bzw. einer speziellen Zielgruppe (Elvis-Fans aus Deutschland würden sicher ausschließlich beim rockenden Gemüsehändler einkaufen…) oder auch mit einem professionellen Erscheinungsbild. Was nützt mir der witzige Verkäufer, wenn das Gemüse schrumpelig ist oder ich am Fußboden festklebe.“ Sehr gut gefällt mir, was Thomas unter Leidenschaft versteht:

  • Erreichbar sein, wenn niemand sonst erreichbar ist
  • Weniger abzurechnen, als ursprünglich vereinbart
  • Kleine Aufmerksamkeiten (Schoki) anzubieten
  • Schneller zu sein, als geplant
  • Neue Ideen zu liefern, statt alte Hüte aufzutragen

Für diese guten Anregungen revangiere ich mich gerne und bringe einige Beispiele für leidenschaftlich kundenorientierte Taxifahrer, wie es Thomas gewünscht hat:

  • Taxidienst Bremen: Gegen eine kleine Gebühr wird der Ersatzschlüssel der Kundenwohnung aufbewahrt und bei Bedarf vorbeigebracht, um bei Verlust des Schlüssels einen teuren Schlüsseldienst zu vermeiden.
  • Mietwagenservice Anne Weiß: Bei diesem Service wird nicht nur gewährleistet, dass eine Frau eine Frau chauffiert, sondern dass auch immer ein Frauen-Notfallkoffer zur Verfügung steht, indem alle Utensilien zur Verfügung stehen, die eine Frau brauchen kann.
  • tier-taxi-schumacher: Der Gründer hat ein Herz für Tiere und bietet deshalb alles an, damit sich die Vierbeiner bei ihm während der Fahr Wohl fühlen.
  • Chaffeurservice Green TomatoCars: Im Fuhrpark gibt es nur Hybridautos. Es wäre aus meiner Sicht auch klasse, wenn der Fahrer alles über Möglichkeiten weiss, wie man Energie einsparen kann und damit das Klima schützen kann.
  • Motorrad-Taxi in Paris: Hierbei handelt es sich aus meiner Sicht um ein Vorzeigeprojekt, wie man die Leidenschaft des Anbieters (Motorrad fahren) mit den Bedürfnissen der Kunden (schnell zum Flughafen kommen) zu koppeln.

Und gerne gebe ich den Staffelstab an Monika Birkner weiter, die in ihrem Buch „Wachstumsstrategie für Solo- und Wachstumsunternehmer“ ebenfalls von einem leidenschaftlichen Taxifahrer berichtet hat.

2 Responses to Wie Dienstleister Leidenschaft zeigen können

  1. […] einen einmaligen Service anbieten Mundpropaganda durch außergewöhnlichen Kundenservice Wie Dienstleister Leidenschaft zeigen können Wie ein Friseurmeister in Hoyerswerda mit einmaligen Serviceangeboten erfolgreich geworden ist […]

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