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Deutsche Bahn veröffentlicht bald im Rahmen der Serviceoffensive die Pünktlichkeitswerte der Züge



Bildquellenangabe: Kurt Michel / pixelio.de

Gestern gab es im Fernsehen und dem Internet fast nur ein Thema: “Stuttgart 21”. Eigentlich schade. Denn in dieser Woche hat die Deutsche Bahn im Rahmen einer Pressekonferenz Bestandteile der neuen Servicestrategie vorgestellt. Ab September will die Deutsche Bahn im Internet immer in der Mitte eines Monats bundesweite Pünktlichkeitswerte für den Nah- und Fernverkehr veröffentlichen. Klingt nach dem Motto: “Transparenz ist die beste Verteidigung”. Denn die Bahn ist besser als ihr Image, vor allem wenn man die Leistungen der Bahn mit vergleichbaren Leistungen vergleicht. Da regen sich doch echt Passagiere auf, dass die Bahn bei Glatteis zehn Minuten zu spät, während dessen der Nachbar mit dem Auto im Graben gelandet ist, weil es so glatt war. Das Clevere an der neuen Strategie hat die WiWo schnell erkannt:

“Regelmäßig war es Aufgabe der Konzernkommunikation, alternative Pünktlichkeitsstudien zu korrigieren, weil sie aus Unternehmenssicht falsch berechnet waren. So kam etwa die Stiftung Warentest Anfang dieses Jahres bei einer Untersuchung von 500.000 Ankunftszeiten an 20 Bahnhöfen zu dem Ergebnis, dass jeder dritte Fernzug unpünktlich sei. Die Deutsche Bahn ärgerte sich darüber, dass jeder Bahnhof einzeln berechnet wurde und nicht die Reisekette im Fokus stand. Der gleiche Zug fließt dadurch mehrfach als unpünktlich in die Bewertung ein. Solche Studien insbesondere der Stiftung Warentest hat es schon vor drei Jahren gegeben. Die Deutsche Bahn hätte die Auseinandersetzung mit der eigenen Pünktlichkeit daher schon viel früher aufnehmen müssen.”

Durch Transparenz kann man viele andere, wie z.B. die Stiftung Warentest mit ihrem unlauteren Vorgehen, entlarven lassen. Es ist eben viel besser, wenn in Zukunft andere feststellen, welch böses Spiel mit einem gespielt wird. Bei kompletter Transparenz relativiert sich viel und Vorurteile wirken sehr schnell entlarvend. Und wenn die Bahn wirklich Fans hat, dann werden diese Fans auch schnell Vergleichswerte veröffentlichen, nämlich wie lange zum vergleichbaren Zeitpunkt eine Fahrt mit dem Auto gedauert hat. Vielleicht bietet die DB auch eine passende App dazu an und nutzt die Massen, um Vergleichswerte zu generieren. Clevere App-Programmierer stehen jetzt vielleicht schon Schlange, um diese Idee der DB zu präsentieren. Gerne gebe ich diesem Unternehmen meine Kontonummer, um die Ideenprovision zu kassieren 🙂

4 Responses to Deutsche Bahn veröffentlicht bald im Rahmen der Serviceoffensive die Pünktlichkeitswerte der Züge

  1. Berger sagt:

    Was ist daran unlauter? Aus Kundensicht ist der Bahnhof entscheidend und nicht die Reisekette.
    Abgesehen davon ist dieses Unternehmen in vielerlei Hinsicht beratungsresistent.

  2. Für mich als Reisenden von Frankfut nach Hamburg ist egal, ob ich in Hannover eine Verspätung habe, wenn ich in Hamburg pünktlich bin.

    Das Wichtigste ist aus meiner Sicht aber der ehrliche Vergleich zwischen den Transportmitteln, z.B. Bahn gegen Auto.

    Ich find auch nicht alles gut, was die Bahn macht, aber Transparenz ist der Beginn, fair zu urteilen.

  3. Berger sagt:

    Transparenz gibt es fast nirgends und dürfte auch nicht beabsichtigt sein. Fast alles ist mit einer Ideologie verbandelt und keine der Interessengruppen hat die Absicht, dies zu ändern – auch wenn ich es mir wünschen würde.
    Um bei Ihren Beispiel zu bleiben: wenn ich in Hannover mit Verspätung ankommen, ist es mir egal, ob dank der Reisekette der Zug in HH pünktlich ist.

  4. Wie man auch in dieser Diskussion sieht, ist alles Ansichtssache.

    Wenn Hannover bei Dir nicht die Endstation ist und der Anschlusszug auf Dich wartet oder genug Puffer eingeplant war, ist im Endeffekt keine oder eine minimale Verspätung entstanden.

    Für mich zählt eben die Reisekette. Und um solche Betrachtungen anstellen zu können, braucht es Transparenz. Natürlich kann das nur der erste Schritt sein. Wenn daraus nicht die richtigen Erkenntnisse und Maßnahmen getroffen werden, ist fast alles umsonst. Aber im Social Media Zeitalter haben wir mehr Macht, als wir manchmal noch nicht glauben mögen.

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