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Noggt sich Langnese mit dem Nogger-Relaunch selber aus?

Nogger gehört zum Stileissortiment, so lange ich denken kann. Das Stileis kam 1964 auf den Markt und wurde spätestens durch den Slogan „Nogger Dir einen“ zum Kult. 1986 kam der „Zwillingsbruder“ Nogger Choc auf den Markt, der mit seinem Schokoladenkern ebenfalls eine Fangemeinde gewinnen konnte. Es gab einen Aufschrei, als Nogger Choc im Jahr 2001 vom Markt genommen wurde. Benjamin Gildemeister wollte sich nicht kampflos geschlagen geben. Er initiierte die Online-Petition „NOGGER CHOC für die Welt!“. Mehr als 5.000 Personen unterschrieben virtuell. Und ein Social Netzwerk spielte auch eine wichtige Rolle im Rahmen dieses virtuellen Protestes. Der studi-vz-Gruppe „Nogger Choc Vermisser“ traten mehr als 16.000 Menschen bei.

Und tatsächlich liess sich Langnese erweichen, den Nogger-Choc wieder in die Eisregale zu bringen. Die PR-Agentur Edelmann veröffentlichte dazu eine patetische PR-Mitteilung mit den Worten: „Es ist das erste Mal in der Geschichte von Langnese, dass aufgrund einer Internet-Petition ein Produkt seinen Weg zurück in die Eistruhen findet. Die Wiedereinführung haben alle Eisliebhaber dem außergewöhnlichen Engagement der engagierten Nogger Choc Fans zu verdanken.“ Zudem wurde ein Video produziert, indem Produktmanager und Co. freudig verkündeten, dass es Nogger Choc wieder gibt.

Wenn ich ehrlich bin, dann find ich diese Verkündungszeremonie von Langnese etwas zu dick aufgetragen. Es wirkt alles sehr künstlich. Aber egal, hauptache das gute alte Nogger Choc ist wieder da. Pustekuchen. Denn jetzt protestieren die Fans wieder, weil das neue Nogger Choc nicht das gute alte Nogger Choc zu sein scheint, wenn man den zahlreichen Kommentaren auf einer eigens dafür eingerichteten Webseite glauben darf. In diesem Fall könnte der Schuss nach hinten losgehen, indem alles nur als Werbekampagne entlarvt werden könnte. Sollten die Fans tatsächlich beim Produktrelaunch nicht aktiv eingebunden und nur als Staffage missbraucht worden sein? Na, dann bin ich erst recht auf das zweite Kapitel „Gib uns das wahre Nogger Choc zurück“ gespannt.

Gefunden im querdenken-Blog von Elita Wiegand

2 Responses to Noggt sich Langnese mit dem Nogger-Relaunch selber aus?

  1. weana sagt:

    Das gleiche gabs schon vor Jahren in Österreich mit dem „Paiper“ (Stieleis im Plastikzylinder, in D: „Ed von Schleck“) von Eskimo (Eskimo gehört wie Langnese zu Unilever). Der „Relaunch“ kam auf Drängen einer Petition des blackbox-Forums „Wickie, Slime und Paiper“, das mit seinem Erfolg (Buch, CDs, Ausstellung, Petition für Paiper) mE Vorreiter für alle Retrowellen war.

    Vielleicht fragen Produktmananger & Co. dort mal nach, welche Erfahrungen in Österreich gemacht wurden („Paiper“ wurde vier Jahre später wieder aus dem Programm genommen).

  2. […] zurück in die Verkaufsregale kommt, wird mittlerweile ein großes Tam Tam gemacht. Wir haben das erlebt, als Nogger Choc zurück kam. Jetzt folgt Ritter Sport Olympia. Genau, das ist die Schokolade mit […]

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