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S´Lebn is a Freid: Imagevideo für Obststandl Didi in München ist Kult

Es gibt Videos, die schaut man sich auch gerne zehnmal und häufiger an. Dazu gehört aktuell zweifelslos die „Mutter aller Imagefilme“: „S´Lebn is a Freid“. In diesem 4-minütigen Imagefilm spielt der Bananen-Didi, der einen Obststandl am Ausgang der U-Bahn-Station Universität hat, die Hauptrolle. Schnell erkennt der Zuschauer, dass es sich dabei um eine perfekte Parodie der ganzen Imagefilme handelt, die man tagein tagaus vorgesetzt bekommt. Die Worthülsen sind in diesen Filmen beliebig austauschbar. Einfach herrlich. Unbedingt anschauen!

Als Appetithäppchen hier ein Zitat aus dem Film: „Wir sind ein Familienunternehmen mit Tradition. Ein Unternehmen, das für Qualität, Leidenschaft und Nachhaltigkeit steht. Ein Unternehmen für den Kunden. Wir sind der Obststandl Didi. In einem kompetetiven Umfeld konnten wir uns stets behaupten. Wir sind als Kompetenz- und Marktführer perfekt positioniert. Wir stellen uns den Herausforderungen einer modernen Welt. Wir denken und handeln lösungsorientiert….“

„…Wir beziehen unsere Produkte von den Weltmärkten, Wir setzen höchste Ansprüche an Qualität und Zuverlässigkeit. Das Resultat ist das Vertrauen, dass wir tagtäglich erleben. Unsere Logistik ist stets ganzheitlich, zeitgemaß und zuverlässig. Unser ausgewogenes Portfolio reicht von klassischen Produkten bis hin zu zeitgemäßen Innovationslösungen. Ausgerichtet nach dem aktuellen Bedarf des Marktes….Der Einkauf wird für unsere Kunden zu einem Erlebnis. Dafür gehen wir gerne die Extrameile.“

Im besten Fielmann-Stil kommen die Kunden zu Wort. „Denn es sind die Menschen, auf die es ankommt.“ Und als Höhepunkt werden wir mit folgendem Abspann verabschiedet: „Wir sind der Obststandl Didi.S´Lebn is a Freid“. Herrlich, herrlich. Und dann die Stimme des Sprechers. Es handelt sich um die sonorig rauchige Stimme des Sprechers Christian Schult. Es wird keine einzige Phrase ausgelassen, die man schon in irgend einem Werbe- oder Imagefilm gehört hat. Die Austauschbarkeit dieser Sprüche wird auf herrliche Weise ad absurdum geführt.

Auf die Idee kam Dieter Schels, Geschäftsführer der „al Dente Entertainment GmbH„. Aus „purer Freid“ und Hommage an das Münchner Urgestein Didi kam Schels mit seinem Team auf die Idee, diesen Satire-Film zu drehen. Normalerweise hätte der Film 30.000 – 50.000 EUR gekostet. Didi erhielt den Film als Anerkennung für seine Arbeit geschenkt. Und der Erfolg überraschte dann doch alle. Knapp 350.000 Aufrufe auf Vimeo und knapp 150.000 auf Youtube nach einem guten Monat.

In einem Interview mit der SZ verrät Schels die wahre Intention dieses Pro-Bono-Filmprojektes: „Schels sagt, er habe mit dem Imagefilm beweisen wollen, dass es erstens egal sei, ob ein Unternehmen einen oder 100.000 Mitarbeiter habe, dass zweitens die Inhalte der meisten Unternehmensfilme komplett austauschbar seien und drittens allein die Glaubwürdigkeit der Menschen zähle.“ Natürlich dient der Film auch als Eigenwerbung für Schels Firma. Aber es war auch mutig, weil seine bisherigen Kunden natürlich auch nachdenklich werden könnten, ob es solch einen Imagefilm überhaupt gebraucht hat oder brauchen wird 🙂

Seid Ihr auf den „Geschmack gekommen“? Dann will ich Euch John Nese vorstellen, Inhaber des Soda Pop Stop Stores in Los Angeles. Sein Story-Telling-Video wurde allein auf Youtube mehr als 1 Mio mal angeklickt. Im Video stellt er viele exotische Limonaden vor, spricht mit seinen Kunden und erklärt, warum er seinen Job so liebt. Selbst wer noch nie im Geschäft von John war, hat nach dem Video den Eindruck, schon viele Jahre Stammgast in diesem Geschäft zu sein. John ist einfach ein sympathischer Gastgeber, der uns einen Einblick in seine Welt gewährt. Und genau deshalb lieben so viele das Video, das trotz seiner 13 Minuten Länge keine Sekunde Langeweile versprüht. Noch mehr kauzige Typen trefft Ihr hier an.

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