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XING vertraut bei der Marktdurchdringung in Österreich nicht allein auf Mundpropaganda

Vor kurzem habe ich im XING-Blog gelesen, dass XING den österreichischen Markt erobern will und dafür u.a. mit übergroßen Plakaten in Wien und ganz Österreich wirbt. Nach Durchsicht des Postings habe ich mir folgende Fragen gestellt? Warum wird jetzt erst XING in Österreich bekannt gemacht? Ist die Resonanz etwa in Österreich nicht so groß wie in Deutschland, so dass jetzt noch mal richtig Werbung gemacht werden muss? Und warum traut man nicht mehr der Mundpropaganda und Multiplikatorenwerbung, wodurch XING in Deutschland so groß geworden ist?

Aus meiner Sicht hat XING ein ganz anderes Problem. Nein, ich meine jetzt nicht Facebook. Denn bisher kenne ich wenig Businessleute aus Deutschland, die in Facebook Mitglied sind. Und zudem scheint XING öfters gute Ideen von Facebook zu übernehmen und profitiert selber davon, dass Facebook so innovativ und experimentierfreudig ist. Vielmehr stelle ich fest, dass immer noch viele Topmanager und Topunternehmer nicht bei XING Mitglied sind. Und gerade zu denen würde man doch gerne via Netzwerkkontakte Kontakt aufnehmen. Mit XING geht das durch die Transparenz der Netzwerkkontakte ja auch besonders einfach. Doch leider sind diese Topkontakte rar. Ich habe mal vor einiger Zeit den Test gemacht und gezielt nach Mitgliedern eines exklusiven BA-Netzwerks mit knapp 200 Mitgliedern in XING gesucht. Damals waren nur 5 % auch Mitglied bei XING. Jetzt müssten es nach erster Stichprobe schon ca. 20 % sein, aber auch nicht mehr. Und zudem ist leider keiner der Top 10 Mitglied in XING.

Noch etwas verwundert mich, was ich schon vor einiger Zeit hier im Blog angemerkt habe. XING veröffentlicht viel zu selten Best-Practice-Beispiele und Erfolgsstories. Genau dadurch würde man jedoch lernen, wie man mehr aus XING rausholen kann. Und das ist aus meiner Sicht entscheidend, um selber genug Anregungen zu bekommen, um von XING zu profitieren. Und schliesslich stellen viele Abonnenten die Kosten dem Nutzen gegenüber. Und wenn hier die Kosten überwiegen kann das zu einer Kündigung der Premiummitglieschaft führen. Zudem werden auch nur die Nutzer von XING zu Fans, die erheblich mehr davon profitieren als dass sie Zeit und Geld darin investieren. Und die Fans sind nun mal die besten Partner in Sachen Mundpropaganda.

Das gute an Fans ist aber auch, dass Sie diese Lücken wenigstens zum Teil schliessen. So präsentiert Joachim Rumohr auf seinem XING-Blog immer öfters Best-Practice-Beispiele, wie z.B. hier. Und in dem Seminar “XING optimal nutzen”, das ich in Frankfurt referiere, bringe ich knapp 2 der 4 Stunden Praxisbeispiele, weil die am lehrreichsten sind und am meisten begeistern. Das gilt eben nicht nur für Blogs 🙂

2 Responses to XING vertraut bei der Marktdurchdringung in Österreich nicht allein auf Mundpropaganda

  1. christopher sagt:

    Ich habe den Eindruck, dass die ganzen Social Networks in Deutschland für die da ganz oben schlicht immer noch etwas unseriös sind. Ausserdem stellt sich doch die Frage, warum ein Topmanager bei Xing Mitglied sein sollte. Klar wäre es für alle anderen ganz nett, aber was bringt es der Person selber?

    Was Kosten und Nutzen angeht: Mich stört viel mehr, dass man die Seite eigentlich nur mit einer Premiummitgliedschaft sinnvoll nutzen kann. Ohne eine solche fehlen ja dermassen grundlegende Funktionen, dass man’s ansich auch gleich lassen kann. Und diese Einstellung finde ich bei Websites schlicht mies.

  2. Hallo Burkhard & ein herzliches Servus aus Wien 🙂 Xing gibt ordentlich Gas in Wien. Heute sah ich das erste Mal auch Werbung auf den Werbescreens in der Ubahn!

    Ich bin selbst überrascht, denn (1) hätte ich als Poweruser gemeint, dass Österreich gut abgedeckt ist und (2) unser Markt eigentlich nicht so spannend sein kann (vom Volumen her). Ich denke das Xing den deutschsprachigen Raum als fundamentalen Markt versteht. Hier sind sie ja auch am stärksten.

    Vielleicht meint man auch, dass Wien das Tor in den Osten ist, was auch stimmt 😉

    LG Hannes

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