In Marketing - Produkt

Kontrolle ist gut, selber produzieren ist besser

Letzte Woche habe ich hier im Blog prognostiziert, dass immer mehr Unternehmen in Zukunft freiwillig veröffentlichen werden, welche Arbeitsbedingungen bei den Zulieferern herrschen. Wer das nicht selber macht, dem schauen externen Organisationen auf die Finger. Das “jüngste Opfer” dieser “Aufklärungskampagne externer Organisationen” ist Puma, wie Spiegel Online jetzt berichtet: “Menschenrechtler werfen Puma Ausbeutung vor. Die Vorwürfe wiegen schwer – und sie sind geeignet, das bislang makellose Ansehen von Puma zu beschädigen: Eine Nichtregierungsorganisation wirft dem Herzogenauracher Sportartikel-Hersteller nach SPIEGEL-Informationen vor, seine Schuhe von Zulieferern fertigen zu lassen, die sich wie Sklavenhalter verhalten.”

Solche Schlagzeilen können in Zukunft für die betroffenen Unternehmen sehr teuer werden. Denn für immer mehr Konsumenten ist es wichtig, dass die Anbieter bestimmte Ethikregeln einhalten. Grundvoraussetzung dafür ist, dass im Unternehmen eine entsprechende Leitkultur existiert. Denn der Fisch stinkt immer am Kopf zuerst. Doch das allein reicht nicht. Wie soll man die Arbeitsbedingungen bei den Zulieferern wirklich nachhaltig kontrollieren können? Der innovative Schokoladier Josef Zotter hat darauf eine Antwort gefunden, wie er jetzt in einem Interview verraten hat:

“Wie fast alle Schokoladeproduzenten haben auch wir lange die Kakaomasse eingekauft und diese verarbeitet. In Europa gibt es rund fünfzehn große Player, die diese Kakaomasse herstellen. Mein erklärtes Ziel war es, zu einer Schokoladeproduzenten von der Bohne weg zu werden. Nur so kann man authentisch sein und auf das Grundprodukt Einfluss nehmen. Ich heiße die Konzentration, die es auf dem Lebensmittelsektor gibt, nicht gut. Wir suchen auch unsere Kakaoproduzenten selbst aus und zahlen ihnen das dreifache vom Weltmarktpreis. Dafür stimmt dann auch die Qualität.”

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