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Warum der Video-on-Demand-Anbieter „CanalPlay“ seit neuestem Kaffee verkauft

Video-on-Demand-Dienste boomen weltweit, vor allem seitdem viele Kunden Breitbandanschlüsse haben und somit ganz bequem online die Filme dann sehen können, wenn sie wollen und zwar ruckelfrei und ohne Werbeunterbrechung. Im angelsächsischen Bereich ist Netflix führend. Seit kurzem prüft Netflix auch die Option, nach Deutschland und Frankreich zu expandieren. Hier gibt es aber schon andere Anbieter, die im Markt etabliert sind, wie z.B. in Frankreich Canalplay, eine Tochtergesellschaft der Canal + Gruppe.

CanalPlay geht seit kurzem auf ungewöhnliche Art und Weise auf Kundenfang. Es bietet eine Packung Kaffee unter der Markenbezeichnung „Insomny“ zum Preis von 5,99 EUR (250 Gramm Arabica-Mischung Kaffeebohnen oder -pulver) bzw. 4,99 EUR (10 Kaffeekapseln) an. Wer diese Packung kauft, erhält für zwei Monate kostenlosen Zugang zu CanalPlay (Freischaltungscode ist auf Rückseite der Verpackung abgedruckt). Wenn die Kunden danach „auf den Geschmack gekommen sind“, können sie danach ein CanalPlay Abonomment abschließen. Die Werbeagentur dahinter (Buzzman) hat sich bewusst für Kaffee als „Trojaner-Produkt“ entschieden, weil das Programm von CanalPlay so spannend sei, dass man nur mit Hilfe von Kaffee auch wachbleiben könne. Gefunden bei PSFK.

Damit geht CanalPlay genau den umgekehrten Weg wie andere Anbieter, die mit einem Produkthersteller koopieren, um auf deren Verpackungen einen Freischaltcode abzudrucken. Und man könnte die Idee der Agentur Buzzman noch weiter spinnnen. Warum nicht zahlreiche Online- und Offlinehändler als Vertriebspartner gewinnen, um den „Insomney-Kaffee“ zu vertreiben. So könnte CanalPlay ganz neue Zielgruppen auf eine Art und Weise ansprechen, wie es bisher noch kein Konkurrent zuvor getan hat. Nur wer die ausgetrampelten Pfade der Konkurrenten entlang läuft, findet sich schnell in der Austauschbarkeitsfalle wieder.

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