In Serie "Geschäftsideen finden"

Neue Geschäftsideen finden (15): Alte Geschäftsidee neu erfinden

Auch früher hatten Unternehmer gute Ideen. Manchmal haben sich diese Ideen im Laufe der Jahre überholt oder sind sogar in Vergessenheit geraten. Immer mal wieder feiern solche alten Geschäftsideen ihr Comeback, ähnlich wie in der Mode. So gab es schon vor mehr als 100 Jahren elektroangetriebene PKW´s. Sie konnten allerdings nie ihren Durchbruch feiern. Jetzt, mehr als ein Jahrhundert später, feiert der Elektromotor im Fahrzeug sein Revival. So kann es gehen.

Solche Comeback-Stories können vielfältige Gründe haben. Häufig sind die Rahmenbedingungen heute andere als früher. Technologische Neuerungen machen alte Ideen auf einmal wirtschaftlich. Manchmal ändern sich auch die Wünsche und Wertvorstellungen der Kunden. Auf jeden Fall sollte man alte Geschäftsideen immer wieder darauf prüfen, ob wie durch verschiedene Maßnahmen oder Umstände wieder salonfähig gemacht werden können. Es muss nicht immer alles neue erfunden werden. Ganz im Gegenteil.

Tante Emma Laden reloaded
Tante Emma Läden gab es früher an fast jeder Straßenecke. Dann sind sie aufgrund der Konkurrenz von Supermärkten und Discountern fast ausgestorben. Seit einigen Jahren feieren sie ein Comeback. Ein sehr gelungenes Beispiel ist „Emmas Enkel“. Sebastian Diehl & Benjamin Brüser haben mit ihrer Geschäftsidee das Tante-Emma-Laden-Konzept “rundum erneuert” und den heutigen Anforderungen der Kunden angepasst. Emmas Enkel spielen auf der gesamten “Klaviatur” des Multchannel-Handels. Sie verkaufen ihre Produkte nicht nur in ihrem Laden. Vielmehr kann man die Produkte auch im Web auswählen, vor Ort abholen oder liefern lassen. Zudem haben Emmas Enkel externe Stellen, an denen die Lieferungen abgeholten werden können. Das StartUp expandiert mittlerweile in viele andere Städte.

Verpackungsfreie Lebensmittelgeschäfte
Früher im Krämerladen war es üblich, dass viele Lebensmittel ohne Verpackung verkauft wurden und die Kunden ihre eigenen Behälter mitbrachten. Heute ist das unüblich, wird aber wieder zum Trend. Vorreiter war die Einzelhandelskette Bulk Barn, die 1982 in Kanada gegründet wurde und mittlerweile mehr als 200 Verkaufsfilialen mit einem Sortiment von mehr als 4.000 Produkten eröffnet hat. Im Jahr 2007 eröffnete das erste Geschäft mit unverpackten Produkten in London mit dem Namen unpackaged. Seit einigen Jahren schwappt nun der Trend, unverpackte Lebensmittel (nicht nur Obst und Gemüse) zu verkaufen, in den deutschsprachigen Raum über.

Automatenrestaurants
1896 gründete Ludwig Sollwerk zusammen mit Max Sielaff und Theodor Bergmann 1896 die “Deutsche Automaten Gesellschaft”. Ziel war es, Automatenrestaurants zu etablieren, in den Kunden gegen Münzeinwurf aus Fächern ihr Essen rausnehmen konnten. Was in Deutschland begann, fand in den USA seinen Höhepunkt mit den Horn & Hardart “Automat” Restaurants. Sie wurde zur größten Restaurantkette der Welt der damaligen Zeit. Eines Tages war der Boom zu Ende und Schnellraustaurants wie Mc Donalds eroberten die Welt. Doch jetzt soll der Trend zu neuem Leben erweckt werden.Vor kurzem eröffnete in San Francisco das erste eatsa Autmatenrestaurant. Die Gründer haben die Vision, mit ihrem Konzept McDonalds, Chipotle und Co. anzugreifen.

Die komplette Serie „Neue Geschäftsideen finden“ können Sie hier lesen.

Schreibe einen Kommentar