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Monika Birkner (7): Wachstum durch Konzentration auf die eigenen Stärken

Monika Birkner

In unserer heutigen und letzten Folge der Serie “Wachstumsstrategien für Solo- und Kleinunternehmer” möchte ich anknüpfen an das, was ich im Eröffnungsbeitrag geschrieben habe. Wie das Unternehmen sich entwickelt, hängt in erheblichem Maße ab vom Unternehmer oder der Unternehmerin selbst, von der inneren Einstellung wie auch von den äußeren Taten. Überall hören wir, dass wir uns auf unsere Stärken konzentrieren sollen. Ich halte es auch für richtig. Sie machen uns unverwechselbar. Sie geben uns Energie. Sie sind das Rohmaterial für die Leistungen, die wir unseren Kunden zur Verfügung stellen.

Doch wie lässt sich das im normalen Alltag eines Selbstständigen bewältigen, wenn man nicht nur der oberste Manager ist, sondern gleichzeitig auch Sekretärin, Briefbote und EDV-Techniker? Es geht nur, wenn man für all die Aktivitäten, die nicht den eigenen Stärken entsprechen, andere Lösungen findet. Das muss nicht zwangsläufig heißen, dass man Mitarbeiter einstellt. In meinem Buch “Wachstumsstrategien für Solo- und Kleinunternehmer” habe ich auch andere Lösungen dargestellt, um Unterstützung zu erhalten. Doch geht es noch viel radikaler. Vor kurzem nahm ich an einem Telefonseminar teil, in dem Timothy Ferriss seinen New-York-Times- Bestseller „The 4-Hour-Week“ vorstellte, in dem er seine eigenen Erfahrungen beschreibt. Dieses Buch wurde kürzlich auch schon hier im Blog erwähnt.

Ich muss gestehen, dass ich durchaus zwiespältig bin in Bezug auf einige von Ferriss’ Vorgehensweisen, die mir zu „tricky“ erscheinen, zum Beispiel die Manipulation seines Gewichtes vor einem sportlichen Wettkampf. Das ändert nichts daran, dass er mit seinem Ansatz radikal den Denkrahmen sprengt, den die meisten von uns als gegeben akzeptieren und dass die Lektüre seines Buches erheblich dazu beitragen kann, eigene Denk- und Arbeitsgewohnheiten in Frage zu stellen. Selbst wenn man ihm nicht in allem folgen will, kann man wichtige Impulse gewinnen. Ferriss kürzt seinen Ansatz mit DEAL ab. DEAL steht für:

  • Definition: Er meint damit, die hergebrachten Regeln in Frage zu stellen und sich mit den neuen Konzepten zu befassen, die Jörg Weiser in seinem Blogbeitrag vorgestellt hat.
  • Elimination: Damit ist das radikale Ausmerzen oder zumindest Minimieren aller Aktivitäten angesprochen, die unnötig Zeit fressen wie zum Beispiel Nachrichten zu verfolgen, Mails zu lesen sowie zu beantworten und Ähnliches. Er selbst hat nach eigenen Angaben in den letzten drei Jahren immer nur einmal pro Woche seine Mails bearbeitet.
  • Automation: Ferriss plädiert dafür, möglichst viel Prozesse zu automatisieren, so dass das Business möglichst unabhängig von der eigenen Arbeitskraft wird. Er selbst praktiziert weltweites Outsourcing und beschreibt unter anderem seine Erfahrungen mit Virtual Assistants, virtuellen Assistentinnen, in Indien.
  • Liberation: Damit meint er die Freiheit, sich an jedem möglichen Ort der Welt aufzuhalten und anderen Interessen nachzugehen, ob es Tangoturniere in Buenos Aires sind, Fernsehfilme in Hongkong oder außergewöhnliche Sportarten rund um den Globus. Er spricht von „Mini-Retirements“ im Gegensatz zu den bisherigen Konzepten, ein Leben lang zu arbeiten und dann in den endgültigen Ruhestand zu gehen.

Wie gesagt, nicht alles, was er sagt und tut, muss für alle erstrebenswert sein. Doch wesentliche Talente nicht zu nutzen, weil man im Alltagskram versinkt, ist auch keine erstrebenswerte Alternative. Wachstum hat in meinen Augen zahlreiche Aspekte. Es geht nicht nur um Umsatz und Gewinn, auch wenn deren Bedeutung nicht unterschätzt werden sollte. Es geht auch darum, sich der eigenen Einzigartigkeit bewusst zu werden und das in die Welt zu bringen, das nur durch Sie in die Welt gebracht werden kann. Es geht darum, auch als Persönlichkeit zu reifen und bisherige Grenzen immer wieder zu überschreiten. Es geht darum, die richtigen Kunden zu finden und deren Bedürfnisse immer besser zu erkennen und zu lösen. Was können Sie elimieren, automatisieren oder delegieren? Wachstum kann manchmal anstrengend sein. Doch letztlich glaube ich, dass es ein uns allen innewohnender natürlicher Impuls ist und dass die Freude über das Erreichte die Stolpersteine auf dem Weg vergessen lässt. Nichtsdestotrotz wünsche ich Ihnen nicht nur gute Ergebnisse, sondern auch viel Freude auf dem Weg.

In der folgenden Kurzbeschreibung erfahren Sie mehr über mich:

Monika Birkner arbeitet als Coachin und Buchautorin von Frankfurt aus. Sie unterstützt ihre Klienten im In- und Ausland, Gesamtkonzepte für ihr Unternehmen zu entwickeln und mit Leben zu füllen, die gleichermaßen Ausdruck der authentischen Persönlichkeit sind, umfassenden Wert für die Kunden bieten und solide Gewinne ermöglichen. Zu ihren Grundannahmen gehört, dass die Zukunft nicht lediglich die Verlängerung der Vergangenheit ist, sondern in jedem Augenblick die Weichen neu gestellt werden können, um die Zukunft aktiv zu gestalten. In ihren Coachings und Seminaren verbinden sich Arbeit an tiefen Schichten der Persönlichkeit mit strategischem Weitblick und kreativem Pragmatismus. Die ehemalige Rechtsanwältin und Managerin ist Autorin von “Kurswechsel im Beruf” und “Wachstumsstrategien für Solo- und Kleinunternehmer”, beide im Walhalla-Fachverlag erschienen. Mehr Informationen gibt es unter www.monika-birkner.de und www.monika-birkner.typepad.com sowie unter www.amazon.de/gp/product/3802934075/

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2 Responses to Monika Birkner (7): Wachstum durch Konzentration auf die eigenen Stärken

  1. […] in seinem Buch Die 4- Stunden-Woche (Original: The 4 Hour- Workweek) einige Hinweise, auf die ich an anderer Stelle eingegangen […]

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