In Marketing - Preis, V - Tipps und Tricks

Blogparade „Erfolgreiche Preisstrategien“: Niedrigpreisstrategien

Die telefonart-Bloggerin Andrea Jülichs hat die Blogparade „Erfolgreiche Preisstrategien – Preise finden, optimieren und verhandeln“ gestartet, die vom 20. Juli bis zum 17. August 2009 läuft. Natürlich mache ich mit, schliesslich habe ich in der Kategorie „Marketing – Preis“ schon mehr als 130 Artikel veröffentlicht. Und beim ersten Businessblogkarneval, der in Deutschland ausgerufen wurde, habe ich schon einen Artikel zu einer Pricingstrategie veröffentlicht: „Mehr verkaufen durch das Treppenstufenkonzept“. Diesmal will ich mich der Frage widmen, wann es Sinn machen kann, mit niedrigen Preisen auf Kundenfang zu gehen.

  1. Unnötige Kostenfaktoren eliminieren
    • Zwischenhändler ausschalten
      Ein bekanntes Beispiel dafür ist die Teekampagne. Prof Faltin kauft mit seiner Firma den Tee direkt bei den Teeplantagen ein und verkauft es in 5 kg Packungen direkt an die Kunden, um Topqualität zu günstigen Preisen zu ermöglichen.
    • Auf teure Werbekampagnen verzichten
      Auch in diesem Punkt könnte man die Teekampagne anführen oder andere Projekte aus dem „Hause Faltin“, wie z.B. Ratiodrink. Die Bierbrauerei Oettinger. Im Web gibt es zahlreiche Beispiele, wie zu Beginn auf teure Werbekampagne verzichtet werden konnte, weil die Kunden Empfehlungsmarketing betrieben, wie z.B. XING, Shopping Clubs, etc.
    • Auf unnötige Overheadkosten verzichten
      In vielen Unternehmen entstehen Kosten aufgrund von hohen Fixkostenblöcken, die aus den verschiedensten Gründen nicht abgebaut werden. Wenn allerdings eine Umsatzflaute eintritt, können zu hohe Fixkosten die Existenz eines Unternehmens gefährden. Insofern habe kleine, junge Unternehmen einen Vorteil, die noch keine hohen Fixkostenblöcke aufgebaut haben.
    • Kein Warenlager vorhalten
      Michael Dell hat mit seiner On-Demand-Produktion der gesamte Computerindustrie das Fürchten gelernt. Denn viele Unternehmen produzieren auf Vorrat und müssen in Zeiten der Überproduktion ihre Lagerbestände zu Dumpingpreisen verkaufen. Schuh- und andere Einzelhändler können davon ein Lied singen.
    • Nur Leistungen anbieten, die der Kunde bezahlt
      Apo.take aus Augsburg macht es vor. Es gibt zwei Eingänge. Einmal zur Apotheke, in der intensiv beraten wird und die Apothekenpreise verlangt werden. Und ein Eingang, wo nur nicht verschreibungspflichtige Medikamente ohne Beratung angeboten werden.
    • Kunden mitarbeiten lassen
      Der deutsche Makler imakler dreht den Spiess um. Nicht der Käufer, sondern der Verkäufer zahlt die Maklerprovision. Die Basisprovison ist sehr niedrig, weil der Hausbesitzer ein Teil der üblichen Maklertätigkeiten übernimmt, wie z.B. die Besichtigung vor Ort.
  2. Andere bezahlen lassen
    • Alle Nutznießer mitzahlen lassen
      Ryanair zeigt anschaulich, wie man alle Nutznießer zu Kasse bittet. So müssen z.B. die Kommunen, Hotels und Gasstätten am Ankunftsort Millionenbeträge bezahlen, wenn Ryanair den Flughafen vor Ort anfliegen soll. Zudem verdient Ryanair sehr gut an der Vermittlung von Hotels und Mietwagen auf ihrer Webseite.
    • Angebote durch Werbung günstiger anbieten
      Die Firma freecopy ermöglicht Studenten, in ausgewählten Copy-Shops kostenlos zu kopieren. Das ist möglich, weil auf der Rückseite der Werbung aufgedruckt ist. Diese Werbepartner finanzieren diese Aktionen.
    • Fördermittel ausnutzen
      Ein Gründungsberater verlangt durchschnittlich 800 EUR Beratungshonorar zzgl. MwST. pro Tag. Im Rahmen der geförderten Beratung über das RKW muss der Gründer aber nur 600 EUR zzgl. MwSt. für 5 Tage Beratung bezahlen. Das ist möglich, weil die Bundesländer die Differenzbeträge fördern und die Berater bei Zusage der Förderung auf ein Teil des üblichen Honorars verzichten.
    • Andere Kunden zahlen mit
      Das Same-Cafe ist ein gutes Beispiel dafür. Hier gibt es keine Festpreise, sondern eine Preisspanne. Wer es sich leisten kann, ist herzlichst dazu eingeladen, die obere Grenze des Richtpreises zu bezahlen. Wer das nicht kann, kann entsprechend weniger bezahlen. Damit subventioren die einen Kunden die anderen Kunden.
    • Viele zahlen, einer erhält das Produkt
      Schauen wir uns das Prinzip von Hausverlosungen an. Hier müssen viele ein Los kaufen und einer ist der Gewinner, der für kleines Geld (Lospreis von z.B. 99 EUR) ein Traumhaus erhält. Bei diesem Prinzip schauen allerdings viele „aus der Wäsche“ und zudem unterliegt das Angebot in vielen Ländern dem Glückspielgesetz.
    • Quersubventionierung von Angeboten
      Rockefeller hat es vorgemacht. Die Öllampen hat er verschenkt, um das Öl nachher teuer an die Kunden zu verkaufen. Chris Sandeman macht es mit seinen Gratisstadttouren. Die Mobilfunkanbieter machen es, indem sie die Handies fast verschenken, wenn der Kunden einen Mobilfunkvertrag mit langen Laufzeiten abschliesst. Und Eismann macht es mittlerweile auch.
    • Kunde erhält für jede Weiterempfehlung einen Discount
      Vor allem Berater und Trainer spannen ihre Kunden immer mehr als „kostenlose Vertriebsmitarbeiter“ ein. Der Deal ist simpel: Wenn die Stammkunden qualifizierte Empfehlungen aussprechen, erhält der Kunde weitere Beratungstage kostenfrei oder zu einem vergünstigten Tarif. So kann sich der Kunden freikaufen.

One Response to Blogparade „Erfolgreiche Preisstrategien“: Niedrigpreisstrategien

  1. […] Sommer hatte ich an der Blogparade “Erfolgreiche Preisstrategien” teilgenommen und zwei Beiträge beigesteuert. Insgesamt haben 20 Autoren 30 Artikel abeliefert, die in einem eigens dafür […]

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