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Was uns bei der 4. Staffel von DHDL gefehlt hat

Gestern lief die letzte Folge der 4. Staffel von „Die Höhle der Löwen“. In Erinnerung bleibt uns der emotionale Auftritt von Anna Vonnemann, die mit MoveAid ein künstliches Gleichgewichtsorgan für Ihre Tochter erfunden hat und mit ihrer Erfindung jetzt auch vielen anderen Menschen helfen will. Dagmar Wöhrl und Carsten Maschmyer investierten ohne Rücksicht auf Verluste und ohne Aussicht auf Gewinne 200.000 Euro in eine Mutter, die am Küchentisch Unglaubliches geleistet hat. Wow.

Beeindruckend ist auch die Verkaufsmaschinerie, die VOX aufgebaut hat. Extra für die 4. Staffel wurde in Köln ein Pop-Up-Shop eröffnet, um die Erfolgsprodukte aus der Sendung zu präsentieren und zu verkaufen. Auf den Homeshopping-Sendern wurde die Produkte schon kurz nach Präsentation in der DHDL-Sendung verkauft. Die Einzelhandelsketten standen Spalier, um mit speziellen Aufstellern und Verkaufsflächen die Produkte aus der Show zu vermarkten. Aus DHDL ist ein Big Business geworden. Auch zu Lasten echter Start-Up-Schwergewichte wie MyMuesli, die im Verhältnis zu 3Bears Porridge fast wie Leichtgewichte aussehen.

Gut gefallen hat mir auch, dass das Feedback der Löwen von Staffel zu Staffel tiefgründiger wird und Zuschauer viel daraus lernen können. Und was fehlte uns? Ganz klar die Markt- und Wettbewerbsanalyse. Natürlich muss in solch einer Show darauf geachtet werden, dass bei solch einem Punkt keine Falschaussagen stehen bleiben oder sogar die Konkurrenz schlecht gemacht wird. Aber dafür kann man auch entsprechende Passagen schneiden, wie es sowieso schon gemacht wird.

Im Rahmen der Buchbesprechung „Richtig dicke Fische angeln“ haben wir z.B. aufgelistet, welche fünf Anbahnungsfehler Start-Ups aus der Sicht des Autors Sven Lohmann machen, wenn sie Investoren ansprechen:

  • Mangel an Professionalität und Auftreten
  • Der Investor bzw. Investmentmanager weiß mehr über den Markt als die Gründer
  • Gründer verwenden die rosarote Brille und kennen nicht ihr potenziellen Wettbeweber
  • Das Geschäftmodell ist nicht belastbar und nachhaltig und enthält Fehler oder Lücken
  • Die Gründer sind nicht mit den Erwartungen der Investoren vertraut

Also Achtung: In einem „echten“ Pitch vor Investoren ist die Markt- und Wettbewerbsanalyse ein ganz wichtiger Punkt. Hier müssen Gründer sattelfest sein. Der Einstieg dafür ist gar nicht so schwierig. Im Artikel „10 Schritte der Wettbewerbsanalyse (Online-Monitoring)“ präsentieren wir einen Leitfaden, wie man mit einer Online-Konkurrenzanalyse beginnen kann. Im Rahmen der Ratgeber-Serie „Mit XING Kunden gewinnen“ erläutern wir in Teil 13, wie man mithilfe von XING im B2B-Umfeld eine Konkurrenzanalyse durchführen kann. Weitere Tipps zur Konkurrenzanalyse geben wir hier und hier.

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