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Laut IfW-Studie könnten die Arbeitslosenzahlen bei Neukonzeptionierung in 3 Jahren halbiert werden

Obwohl die Reformfreudigkeit der Regierung durch die anstehenden Wahlkämpfe stetig abnehmen wird, setzt die Wissenschaft immer wieder neue Impulse. Jetzt hat das Institut für Weltwirtschaft aus Kiel eine Studie vorgelegt, wonach die Zahl der Arbeitslosen innerhalb von drei Jahren auf 1,8 Millionen halbiert werden könnte. Dafür müsste die Arbeitslosenunterstützung komplett umgekrempelt und so genannte “Beschäftigungskonten” eingeführt werden, auf denen in Zukunft die Arbeitnehmer und Arbeitgeber einzahlen würden. Im Falle der Arbeitslosigkeit würde der Betroffene von seinem Beschäftigungskonto Auszahlungen erhalten und nur vom Staat Unterstützung bekommen, wenn das Konto leer wäre. Umgekehrt könnte er eine Zusatzrente erhalten, wenn das Konto am Ende des Arbeitslebens noch nicht leer wäre.

Es wird angenommen, dass jemand schneller eine Arbeitsstelle wieder annimmt, wenn es um sein eigenes Geld geht, das ihm später zusteht, wenn er es während der Lebensarbeitszeit nicht vollständig aufbraucht. Der Ansatz klingt gut, ob allerdings alleine solch eine Systemumstellung so rapide die Arbeitslosenzahlen zum schmelzen bringt, ist wohl sehr fraglich. Dafür ist der Mensch nicht so eindimensional, wie es die Wirtschaft häufig glaubt. Zudem gibt es bisher erst ein Land, nämlich Chile, in dem dieses System eingesetzt wird. Und die politische Umsetzbarkeit ist zudem sehr fraglich. Mehr Infos gibt es unter handelsblatt.de

Trotzdem finde ich die Grundidee nicht verkehrt. Wie wäre es denn, wenn man nicht auch beim Steuersystem ein nachhaltiges “Belohnungssystem” einführen würde. Aus meiner Sicht sollten die Steuerzahler belohnt werden, die schon viel Steuern gezahlt haben, indem die Steuersätze immer mehr sinken, umso mehr der Steuerzahler historisch und kumulativ gezahlt hat. Das könnte aus meiner Sicht dazu führen, dass die Steuerzahler schnell viel Steuern zahlen wollen, um sich damit selber zu belohnen, anstatt wie bisher jedes Steuerschlupfloch zu suchen. Das klingt erst einmal sehr revolutionär, würde aber endlich auch das Leistungsprinzip ins Steuersystem einführen und so etwas kann ungeahnte Kräfte freisetzen. Das ist Ihnen zu visionär. Wann sonst, als an einem ruhigen Sonntag soll man denn sonst neue Visionen entwickeln?

4 Responses to Laut IfW-Studie könnten die Arbeitslosenzahlen bei Neukonzeptionierung in 3 Jahren halbiert werden

  1. Hallo Herr Schneider,

    die von Ihnen letzten Absatz aufgeführten Ideen gefallen mir und unterstütze ich sofort.

    Und wenn wir schon beim revolutionieren sind:

    Was spräche dagegegen, den Arbeitslohn/die Gehälter vom 30. bis 45. Lebensjahr stärker ansteigen zu lassen als bisher und danach, statt auf höchstem Niveau stehen zu lassen, ebenso steil abzusenken? Gerade in den genannten Jahren werden grössere finanzielle Spielräume benötigt, um beispielsweise eine Familie zu gründen, ein Unternehmen zu starten, etc. Ähnlich dem o.g. Beschäftigungskonto könnten verschiedene Ansparmodelle zum Einsatz kommmen.

    Einen guten Start in die Woche.

  2. Hallo Herr Zischke,

    der Arbeitslohn sollte aus meiner Sicht immer leistungsbezogen sein, weil es sonst sehr schnell Verwerfungen gibt.

    Aber wie wäre es z.B. damit, dass die Arbeitsagentur dem Selbständigen ein nachrangiges Darlehen in Höhe seines Ansparkontos gibt? Damit könnte man den jungen Gründer unterstüzten, nachhaltig erfolgreich zu werden mit Geldm was er schon eingezahlt hat. Wäre doch eine geniale Starthilfe, oder?

  3. der Arbeitslohn sollte aus meiner Sicht immer leistungsbezogen sein

    D’accord. Warum ist der Arbeitslohn eines 60jährigen nicht selten doppelt so hoch, wie der eines 30jährigen? Alter, Erfahrung, Leistung -? Ich denke, die Entlohnung müsste sich mehr an den Erfordernissen des realen Lebens orientieren, mehr Geld in den Aufbaujahren, weniger in der Schlussphase.

  4. Hallo Herr Zischke,

    Sie sprechen einen wichtigen Punkt, nämlich die Bedürfnisse und Wünsche der Mitarbeiter. Ich bin der Überzeugung, dass nur noch Arbeitgeber, die dies berücksichtigen, die besten Mitarbeiter bekommen werden. Die Herausforderung besteht wohl darin, dem Mitarbeiter das zu geben, was er braucht, ohne ihm etwas zu schenken, war er nicht geleistet hat. Mitarbeiterdarlehen wären eine erste Idee.

    Dass ältere Mitarbeiter meist doppelt so viel verdienen wie jüngere ist ein Hauptproblem, warum älter Mitarbeiter ungern eingestellt werden. Denn sie haben meist unrealistische Gehaltsvorstellungen und stehen sich damit zum Teil selbst im Weg.

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