In V - Uncategorized

Jeder kann seinen Beitrag für den Erfolg der Elektroautos leisten

Mittlerweile kann sich kein Autokonzern mehr leisten, nicht den Launch eines Elektroautos für die nahe Zukunft anzukündigen. Allerdings werden die Kunden zu Beginn tief in die Tasche greifen müssen, um einen Kleinwagen eines deutschen Automobilherstellers mit Mindeststandards und Elektroantrieb zu erwerben. Die Schätzungen liegen bei mindestens 30.000 EUR für einen Elektro-Smart und mindestens 40.000 EUR für einen Elektro-Mini. Das liegt daran, dass die Litium-Ionen-Akkus noch extrem teuer sind. Bis solche Autos für weniger als 20.000 EUR erhältlich sind, müssen die Autos in großen Serien gefertigt werden und die Forscher noch viele Stunden investieren, um günstigere Speichertechnologien serienreif zu entwickeln.

Es wäre allerdings verkehrt, nur auf die Autokonzerne zu warten, bis sie uns “bezahlbare” Elektroautos anbieten können. Wir sind alle gefordert, die Entwicklung zu pushen. Die Stadt London verlangt pro Tag eine Mautgebühr von 25 GBP von allen Fahrern eines Nicht-Elektroautos. Dadurch kann sich ein Elektroauto schnell bezahlt machen. Paris geht einen anderen Weg. Die Verantwortlichen der Stadt wollen in naher Zukunft Miet-Elektroautos zum Minipreis anbieten, wie ich hier im Blog bereits berichtet habe.

Jetzt lese ich von einer guten, aber noch ausbaubaren Idee von den Betreibern der Parkhäuser am Flughafen von Seattle. Hier können in Zukunft Besitzer von Elektroautos ihre Autos kostenfrei “auftanken”. Über eine ähnliche Möglichkeit in Santa Monica (Parkhaus in der Stadtmitte) haben wir hier im Blog bereits berichtet. Warum gehen die Parkhausbetreiber aber gerade am Flughafen, wo die Parkgebühren extrem hoch sind, und bieten neben dem kostenlosen Strom nicht auch extrem ermäßigte Parkgebühren an?

Wie auch immer. Aus meiner Sicht sind alle gefordert, um den Absatz von Elektroautos in naher Zukunft zu puschen. Wie in der Krise, so können auch auch bei der Durchsetzung neuer Technologien nur konzertierte Aktionen helfen. Wir haben uns viel zu lange darin geübt, mit den Fingern nur auf andere zu zeigen. Es wird Zeit, dass wir uns fragen, was wir für das Klima tun können, und nicht was das Klima für uns tut.

Update 21.06.2009: Der Stromversorger RWE und die APCOA Autoparking GmbH haben angekündigt, zu Beginn Ladestationen in 20 Berliner Apcoa-Parkgaragen zu installieren, Parkhäusern Ladestationen für Elektroautos zu installieren. Später sollen auch Parkhäuser in Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Stuttgart und München mit Ladestationen für Elektrofahrzeuge ausgerüstet werden. Der Aufbau der Ladestationen in Berlin erfolgt im Rahmen des e-mobility getauften Pilotprojekts von RWE und Daimler. Gelesen bei heise-online.

9 Responses to Jeder kann seinen Beitrag für den Erfolg der Elektroautos leisten

  1. Sebastian sagt:

    In diesem Zusammenhang auch interessant die Anstrengungen von betterplace: http://www.betterplace.com

  2. Joe sagt:

    Hallo Burkhard,
    Du hast meine volle Unterstützung – würde auch gerne so einen kleinen Flitzer fahren und guten Gewissens gas geben. Jede Idee in diese Richtung sollte ordentlich Rückenwind bekommen. Hab im August mal eine Petition für das E-Auto gestartet: http://www.conserio.at/petition-fuer-das-elektroauto/ – das Interesse war bisher überschaubar 😉 aber gerade in den letzten Wochen schütteln die Autobosse ihre Pläne wie versteckte Asse aus den Ärmeln.
    Mir wär’s fast lieber, wenn ein alternativer Hersteller wie Tesla den großen Produzenten eins auswischt, aber wie man bei Tesla sieht: ein Auto zu bauen, ist gar nicht so einfach. Insofern werden die neuen Geschäftsfelder wohl auch von BMW, Daimler & Co abgegrast – die größten Kühe haben den größten Hunger.

  3. Auf dem Dach von Parkhäusern ist auch meistens sehr viel Platz für Photovoltaik-Anlagen…

  4. Daniel Huber sagt:

    Hallo Herr Schneider,

    nur wenn der Strom umweltfreundlich hergestellt wird, stellen Elektroautos eine alternative zu dem Verbrennungsmotor dar. Dieser Aspekt wird leider viel zu oft vernachlässigt.

    Gruß

    Daniel Huber

  5. Kai sagt:

    Ein “Problem” ist, dass viele Autohersteller versuchen, sich den Konstruktionsaufwand eines komplett neuen Konzeptes zu sparen.
    Die bauen einfach den Verbrennungsmotor aus und nen Elektromotor ein. Das kiloschwere Getriebe bleibt dann aber einfach mal drinnen, was bei nem E-Motor total unsinnig ist.

    Eine Idee mit den Akkus ist auch, so 100-200kg schwere Akkupacks zu haben, die unter das Auto geschnallt werden und schnell austauschbar sind (Standardisiert).
    Dann kann man bei der Stromtankstelle mal eben vorfahren, das Pack tauschen und weiter düsen. Sonst müsste man ja Stunden warten, bis die Kiste aufgeladen ist, oder so Schnelllade-Akkus haben, die noch teurer sind und schneller verschleißen.

    Grüße
    Kai

  6. […] als wenn Erwartungen nicht erfüllt werden?Ich bin da ganz der Meinung vom Best-practice-blog: Jeder kann (und muss) seinen Beitrag für den Erfolg der Elektroautos leisten. Popularity: 1% […]

  7. @ Sebastian
    Bei Betterplace finde ich neben dem Problemlösungsansatz besonders das Geschäftsmodell spannend, das Auto günstig anzubieten (wie beim Handyvertrag). Über die aktuellen Entwicklungen des Mega-Startups habe ich unter http://www.best-practice-business.de/blog/?p=4650 berichtet.

    @ Herr Huber
    Elektroautos sind datsächlich nicht die Lösung aller Probleme. Aber Parkhäuser können ja Solardächer installieren, wie das Beispiel in Santa Monica und der Vorschlag von Monika zeigt.

    @Kai
    Ich hoffe, dass eine Zusammenarbeit zwischen Renault und Betterplace hier gute Impulse setzt.

  8. […] und machen sich Gedanken über eine helle, freundliche Architektur, imagesteigernde Maßnahmen und verschiedene Zusatzangebote. Natürlich wäre es am konsequentesten, ganz neue Parkhäuser zu bauen, allerdings […]

  9. […] Auftrag günstiger angeboten wurde, als es die Gebührenordnung dem Steuerberater erlaubt. RWE und Apcoa statten Parkgaragen in Berlin mit Ladestationen für Elektroautos aus Der Stromversorger RWE und die APCOA Autoparking GmbH haben angekündigt, zu Beginn Ladestationen […]

Schreibe einen Kommentar