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greencamp: Green Finance 2.0: Was sind Erfolgsfaktoren nachhaltiger Unternehmensführung aus Banken- und Kundensicht?

Heute bin ich auf dem karmakonsum GreenCamp in Frankfurt und lausche momentan dem ersten Vortrag: “Green Finance 2.0: Was sind Erfolgsfaktoren nachhaltiger Unternehmensführung aus Banken- und Kundensicht?”, referiert von Vertretern der Triodos Bank (mit niederländischen Hintergrund), die Ende des Jahres auch eine Bankfiliale in Frankfurt eröffnen wollen. Neben der GLS-Bank und Umweltbank tritt damit ein weiterer Player für nachhaltiges Banking auf den deutschen Markt. Der Beginn des Workshops begann mit Marktforschungsfragen und leitete in die Ergebnisse der IPOS-Studie über, die besagt, dass das Vertrauen der Bankkunden nach der Finanzkrise nicht stark gelitten hat. Ziel dieses fast halbstündigen Einstiegs war es wohl, aufzurütteln.

Um 10:40 Uhr beginnt dann doch die Diskussion über das eigentliche Thema. Entscheidende Einstiegsfrage ist: Wann würde ein Unternehmen einen Kredit bei Triodos erhalten? Grundsätzlich entscheidet Triodos auch nicht anders als herkömmliche Banken, nur dass zu Beginn die Werte des Unternehmens durchleuchtet werden und nur bei einem “positiven Wertecheck” in die eigentliche Kreditprüfung eingestiegen wird. Ganz wichtig ist Transparenz. In den Niederlanden werden z.B. auf einer Google Map alle Finanzierungsprojekte abgebildet.

Weitere wichtige Frage: “Wie sehr können die Bankberater die Projekte von der Fachkenntnis her beurteilen?” Die Antwort: Eine größere Spezialsierung als bei Universalbanken ist vorhanden, allerdings kommen die Mitarbeiter nicht aus den Branchen der Kunden. Zudem gibt es keine KfW-Akkreditierung, so dass auch KfW-Gründerkredite die nächste Zeit nicht vermittelt werden können. Auch saisonales Geschäft kann noch nicht finanziert werden? Die Gesichter der Teilnehmer wird immer länger. Aber auch deshalb, weil wir gerade am Thema vorbei diskutieren.

Wirklich innovative und nachhaltige Ansätze vermisse ich. Wo ist der Spirit eines Yunus, der einen ganz neue Kreditform (Mikrokredit) erfunden hat und damit einer ganz neuen Zielgruppe Kredite verschafft hat. Wo sind die innovativen Ansätze in der Betreuung? Wo sind die USP´s einer Triodos? Wo ist der Mehrwert für die Teilnehmer, die lernen wollten, wie man erfolgreich und nachhaltig ein Unternehmen führt? Die Antwort: Nein, nein, nein, nein. Schade, dass alles noch nach “Jugend forscht” klingt, obwohl die Ursprünge der Bank mehr als 20 Jahre zurückliegen. Wo ist der Spirit, Sprit, Spirit?

Update 12:45: Auch der zweite Vortrag war eine Mischung aus Produktpräsentation und Firmenwerbung eines Beraters, der glaubt, mit erfolgsabhängiger Beratung als erster den Markt der Zukunft entdeckt zu haben. Ui, ui, ui. Habe ich jetzt nur zweimal “verwachst”? Zumindest das Networkingpotential ist hier mit mehr als 300 Teilnehmern riesig, echtes Barcampfeeling kommt jedoch nicht auf, weil die Vorträge und nicht der Erfahrungsaustausch unter den Teilnehmern im Vordergrund steht. Damit sind meine persönlichen Erwartungen nicht erfüllt worden und ich verlasse das GreenCamp.

One Response to greencamp: Green Finance 2.0: Was sind Erfolgsfaktoren nachhaltiger Unternehmensführung aus Banken- und Kundensicht?

  1. […] sind die Bank”. Zudem drängen immer mehr nachhaltige Banken auf den deutschen Markt, wie Triodos und Co. Und einige Banker, wie der ehemalige DAB-Vorstand Mathias Kröner, versuchen sogar die Bank 2.0 […]

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