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Blick in die Zukunft: Wenn Kleider heilen mit Self Care Fasern

Was mache ich, wenn ich z.B. eine Schürfwunde habe? Ich verwende ein Pflaster, manchmal zusammen mit einer Hautsalbe. Und was könnte ich einigen Jahren machen? Ich ziehe einfach Kleidung an, die aus Polymerfasern hergestellt wird und die Medikamente automatisch an den Körper abgeben.

Um die Abgabe der Wirkstoffe optimal zu dosieren, haben Forscher aus der Schweiz auch eine Lösung: Einige Polymere sind vom Körper unter bestimmten Bedingungen abbaubar. Als ein derartiger Reiz kann etwa der veränderte pH-Wert einer Hautwunde dienen, der anzeigt, dass die Gewebeschäden behandelt werden müssen. Als sogenanntes Self-care-Material unterstützen die Fasern in Form eines Pflasters oder Kleidungsstücks somit die Diagnose und Behandlung von Krankheiten.

Neben chemischen Signalen aus dem Körper lassen sich aber auch Reize nutzen, die bewusst von außen gesetzt werden, um die Medikamentenabgabe der Fasern zu steuern. So könnten Textilien dann die Heilmittel freisetzen, wenn leichter Druck oder einen Lichtreiz ausgeübt werden.

Zudem ist das System in der Vorbeugung einsetzbar. Denn wo Wirkstoffe abgegeben werden, kann man auch umgekehrt Substanzen in die Faser eindringen lassen. Das Funktionsprinzip lässt sich in der Gegenrichtung nutzen, indem die Fasern als Sensoren wirken und beispielsweise den Zuckerwert im Blut messen».

Bei Frühgeborenen zum Beispiel droht der Zuckerhaushalt besonders häufig aus dem Gleichgewicht zu geraten. Mit Hilfe von derartigen Sensoren könnte der Blutzucker durch die zarte Haut hindurch schmerzfrei überwacht werden, ohne dass die Babys unter einer piksenden Blutentnahme leiden müssten.

Und wer steckt hinter diesem Zukunftsprojekt? Für das Projekt im Rahmen des „Competence Center for Materials Science and Technology“ (CCMX) forscht das Team aus Empa- und EPFL-Wissenschaftlern gemeinsam bis zum Jahr 2020 an der Weiterentwicklung der smarten Medizinfasern. Als Industriepartner konnten 20 Unternehmen gewonnen werden. Quelle: Pressemitteilung Empa.

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