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Monika Birkner (2): Muss man sich verbiegen, um Aufträge zu bekommen?

Monika Birkner

Die große Chance von Solo- und Kleinunternehmern besteht darin, ihre eigene Persönlichkeit einzubringen und ihrem Unternehmen ihren höchstpersönlichen Stempel aufzudrücken. Doch viele Selbstständige scheinen gerade das vermeiden zu wollen. Websites und Werbematerialien wirken anonym. Auch Einzelkämpfer sagen „wir“ statt „ich“, um einen in Wahrheit nicht vorhandenen Apparat zu suggerieren. Manche Websites zeigen kein Foto desjenigen, für den sie werben sollen. Die Sprache ist gekünstelt und phrasenreich. Mit anderen Worten: Es wirkt häufig so, als ob jemand mit aller Gewalt versuchte, sich ein möglichst gelacktes Image aufzubauen.

Doch erstens schafft das Stress, wenn es zu einem näheren Kontakt mit dem Kunden kommt. Und zweitens werden dadurch die Möglichkeiten verschenkt, die sich gerade aus der eigenen Individualität ergeben. In jedem Markt gibt es Kunden, die standardisierte Angebote bevorzugen und solche, die gerade das Echte, Authentische, Individuelle suchen, ob es um Restaurants geht, um Reisen oder um Rechtsanwälte. Authentische Positionierung bedeutet, mit der eigenen Individualität nicht hinter dem Berg zu halten, sondern sie bewusst deutlich zu machen, um so die Kunden anzuziehen, die genau das suchen:

  1. „Doc“ Dr. Sarah Schons, MD, PhD, Fachärztin für integrative Ganzheitsmedizin in Düsseldorf und Betreiberin von “HEALING CONCEPTS® – Innovation für Ihre Gesundheit” ist das hervorragend gelungen. In ihrem Doc Blog nimmt sie Stellung zu den Themen, die sie bewegen. Doch damit nicht genug: Ihre beiden Labradorhunde Achi & Jowi of Avalon posten ebenfalls eifrig und machen so das „Doc Blog“ zu einem „Dog Blog“. In kürzester Zeit hat Dr. Schons mit diesem Blog die Herzen erobert und sich bekannt gemacht, auch bei neuen Patienten.
  2. Ulrike Bergmann ist Expertin für ungewöhnliche Zielerreichung. “Ziele brauchen L.I.E.B.E.” ist eins ihrer Statements und gleichzeitig Programm für den weiblichen Weg der Zielerreichung. Derzeit sammelt sie Geschichten von Menschen, die sich einen Herzenswunsch erfüllt haben. Mehr dazu nebst ersten Beispielen findet sich unter www.ziele-brauchen-liebe.de/geschichten.html .
  3. Und schließlich noch ein Beispiel aus einer Branche, die zwar von Haus aus zu den eher kreativen Branchen gehört. Doch der besondere Erfahrungsmix der Inhaberin – Theologin, Frankreichwissenschaftlerin und Werbeberaterin – sowie ihre persönliche Handschrift machen das von Christa Fellner betriebene Büro für originelle Kommunikation zu einem einzigartigen Unternehmen.

Natürlich besteht ein Risiko, mit einem ausgeprägten individuellen Auftritt Kunden abzuschrecken. Doch sind das die Kunden, mit denen eine Zusammenarbeit langfristig produktiv ist? Ist es nicht – im Sinne des ökonomischen Kräfteeinsatzes, um den es in dieser Serie geht –, sinnvoller, aus dem, was man hat, das Beste zu machen und diejenigen anzusprechen, die dafür eine Resonanz verspüren? Weshalb sollte es Erfolg versprechender sein, sich zu verbiegen, um Kunden zu gewinnen, mit denen man eigentlich gar nicht zusammen arbeiten möchte? Was würden Sie ändern, wenn Sie sich völlig authentisch positionierten? Wer wären Ihre Kunden? Wie sähen Ihre Angebote aus? Wie würden Sie sich darstellen? Das Thema der „richtigen“ Kunden war schon mehrfach Gegenstand hier im Blog, zum Beispiel hier und hier.

In der folgenden Kurzbeschreibung erfahren Sie mehr über mich:

Monika Birkner arbeitet als Coachin und Buchautorin von Frankfurt aus. Sie unterstützt ihre Klienten im In- und Ausland, Gesamtkonzepte für ihr Unternehmen zu entwickeln und mit Leben zu füllen, die gleichermaßen Ausdruck der authentischen Persönlichkeit sind, umfassenden Wert für die Kunden bieten und solide Gewinne ermöglichen. Zu ihren Grundannahmen gehört, dass die Zukunft nicht lediglich die Verlängerung der Vergangenheit ist, sondern in jedem Augenblick die Weichen neu gestellt werden können, um die Zukunft aktiv zu gestalten. In ihren Coachings und Seminaren verbinden sich Arbeit an tiefen Schichten der Persönlichkeit mit strategischem Weitblick und kreativem Pragmatismus. Die ehemalige Rechtsanwältin und Managerin ist Autorin von “Kurswechsel im Beruf” und “Wachstumsstrategien für Solo- und Kleinunternehmer”, beide im Walhalla-Fachverlag erschienen. Mehr Informationen gibt es unter www.monika-birkner.de und www.monika-birkner.typepad.com sowie unter www.amazon.de/gp/product/3802934075/

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6 Responses to Monika Birkner (2): Muss man sich verbiegen, um Aufträge zu bekommen?

  1. Lutz Falkenburg sagt:

    Ja, das kann ich nur bestätigen. irrsinn.de gmbh ist das, was sie vorgibt – irrsinnig! Entweder der Kunde kann sich damit anfreunden, dann erwarten Ihn überdurchschnittliche Leistungen oder er ist abgeschreckt – dann möge er sich aus dem scheinbar unendlichen Quell von aalglatten Schlipsfaschisten der WIR-Gesellschaften jemanden aussuchen. Dann erwarten Ihn “AGB-Produkte” von der Stange, TÜV-Geprüft, nach DIN etc. Innovationen? Fehlanzeige – ausser der marktüblichen Entwicklung, die man überall erhalten kann. Ich kann jedem Neueinsteiger, Wiedereinsteiger, Einzelkämpfer und dergleichen DRINGEND anraten den Mainstream bewußt zu verlassen! Das polarisiert und Kunden entscheiden sich rasch und bewußt für oder gegen einen.

    Manchmal muß man anecken um Dinge in Bewegung zu setzen.

  2. […] Auftakt zur Gastautorenserie von Monika Birkner Wachstumschancen erkennen Muss man sich verbiegen, um Aufträge zu bekommen? Neukunden gewinnen ohne Energieverschwendung Wie Kunden (fast) automatisch zu Dauerkunden werden Die Kundenbedürfnisse im größeren Rahmen sehen und erfüllen Wachstum durch Preispolitik Wachstum durch Konzentration auf die eigenen Stärken […]

  3. […] Warum haben fast alle Wohnwagen und Mobile so ein seltsames Design haben (Zahnbelagsbeige mit Goldstreifen – ja, das ist der Noblesse)? Warum stehen die meisten „Unterkünfte‹ mit dem Eingang zum Weg? Das erinnert mich an einen guten Artikel von Monika Birkner aus Ihrem Artikel „Muss man sich verbiegen, um Aufträge zu bekommen?” via Best Practice Blog. […]

  4. Wo ist die Grenze zwischen “Verbiegen” und “Flexibilität”? Wer heute in der schnellsten Geschäftswelt nicht nur mithalten will, sondern erfolgreich sein möchte, der muß sich permanent verändern, sich anpassen und flexibel sein. Es sei denn, er ist Monopolist, Oligopolist oder……….Künstler.

  5. NLP Coach sagt:

    Langfristig macht ein Verbiegen überhaupt keinen Sinn.
    Es dem Kunden um jeden Preis Recht zu machen funktioniert auch nicht und geht nur zum Schein, also ist es ein kurzfristiges Geschäft.

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