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Walter Gunz und seine Erfolgsstory

Walter Gunz

Auf der AUFSCHWUNG 2008 war die Key Note Speach von Walter Gunz, Mitgründer vom Media Markt und der kreative Kopf des Gründerteams, eines der absoluten Highlights. Zu Beginn seiner Rede berichtete er davon, wie alles begann: Walter Gunz war Ende der siebziger Jahre Abteilungsleiter bei Karstadt. Die fehlende Freiheit für die handelnden Personen war der Grund für die Kündigung von Walter Gunz. Die Geschäftsidee für die eigene Unternehmensgründung entstand in einem gemeinsamen Gespräch zwischen Walter Gunz und dem ProMarkt Gründer. Als Startgeld leihte sich Walter Gunz 20.000 DM von seiner Großmutter und holte sich weitere Geschäftspartner ins Boot, die ihn in ihren Fähigkeiten und Funktionen ergänzten. Zudem glaubten 13 Kollegen aus der Karstadtstadtzeit an WalterGunz und seinem Team und folgten ihnen. Obwohl die Konkurrenz zum Startzeitpunkt 1979 sehr groß war („Platzhirsche“, Versender, Warenhäuser), konnte sich der Media Markt durch Fokussierung auf Elektroprodukte als größter Handelskonzern für Elektroprodukte in Europa durchsetzen. Am ersten Tag wurden 364.000 DM umgesetzt. Mittlerweile sind es 17 Mrd. EUR pro Jahr mit 45.000 Mitarbeitern. 1989 beteiligte sich die Metro-Gruppe mit 60 % an Media Markt. Im Jahr 2001 schied Walter Gunz mit seinen restlichen Anteile aus, da es immer mehr Meinungsverschiedenheiten mit den neuen Inhabern gab. Folgende Erfolgsfaktoren hat Walter Gunz allen auf den Weg gegeben:

Erfolgsfaktor 1: Unternehmenskultur, die von Freiheit und Verantwortung geprägt ist

  • Das Vertrauen gegenüber den Mitarbeitern war der größte Erfolgsfaktor. So durften die Mitarbeiter vor Ort selber über das Sortiment und Preise der einzelnen Produkte bestimmen.
  • Angst vor Vorgesetzten und Fehler sind die größten Killerapplikationen für innovative Unternehmensentwicklung.
  • Das Neue muss jeden Tag neu entdeckt werden und muss aus allen Teilen des Unternehmens kommen (Management by Emotionen).
  • Nur wer positiv denkt kann sich verändern und nur wer sich verändern will, kann Führung übernehmen.
  • Unternehmen sterben nicht durch Konkurrenz, sondern meist durch eigene Unfähigkeit, die eine Folge schlechter Unternehmenskultur ist.

Erfolgsfaktor 2: Eine gute und bekannte Marke ist die beste Überlebenschance in einer globalisierten Welt

  • Für Walter Gunz war wichtig, dass das Wort „Markt“ Bestandteil des Namens werde würde, weil Markt für Frische, Aktualität und Preiswürdigkeit steht.
  • Eine Persönlichkeit ist authentisch: Denken, reden und handelt sind konvergent (=ehrlich). Das gilt auch für die Marke.
  • Nicht die Ehre, Vaterland und der Glaube sind wichtig, sondern der Brand wird verehrt und zum Kult
  • Der Weg zur mittlerweilel Markenbekanntheit von 97 % war ein jahrzehntelanger Prozeß. Media Markt ist bekannter als Angela Merkel.
  • Werbung führt zu Bekanntheit. Eine gute Werbung muss polarisieren. Leidenschaftliche Befürworter und Gegner gehören beide dazu.

Die weitere Erfolgsfaktoren von Media Markt waren

  • Die Fokussierung auf eine Sparte (Elektroprodukte) war die Basis für die Erfolgsstory von Media Markt.
  • Kostenführerschaft war für Media Markt Voraussetzung für Angriff von David gegen Goliath. Denn dadurch konnte eine Preisführerschaft bei den Key Produkten garantiert werden und der Preis ist in Deutschland der wichtigste Kauffaktor bei Konsumprodukten.
  • Liquidität ist gerade in der Gründungsphase Trumpf. Durch lange Zahlungsziele und hohe Lagerdrehung konnte aus eigenem Cash Flow gewachsen werden.

Was können wir von anderen lernen

  • Auch ein großer Meister muss immer wieder um das Optimum ringen.
  • Um ein kreativer Mensch werden zu können, müssen wir „leer sein“, frei sein von Haben und Geldstreben. All zu große Gier nach Erfolg und Geld ist eher hinderlich.
  • Der Gründer sollte seine Ziele kennen, sie visualisieren und an sie glauben. Weil man an den Erfolg glaubt, geschieht er auch.
  • Angriff (=Expansion ist Überlebensgarantie in globalisierter Welt) ist die bester Verteidigung. Ein Angreifer bestimmt Art und Umfang und Timing des Angriffs.

Erfolgskiller sind…

  • keine gemeinsame Visionen
  • keine Freiheit der Menschen
  • zu viele Hierarchien
  • Angst vor Fehlern
  • Neid und Mobbing

3 Responses to Walter Gunz und seine Erfolgsstory

  1. Sorry, Burkhard, – aber wieso der Vortrag von Herrn Gunz das „absolute Highlight“ gewesen sein soll, will mir nicht einleuchten. Eine so lieblos abgelesene und dröge Keynote habe ich schon lange nicht mehr gehört. Alle Leute, die um mich rumstanden, haben nur die Köpfe geschüttelt und die Augen verdreht. Mag ja sein, dass die „Story“ hinter der Entwicklung von Mediamarkt spannend ist, der Vortrag war es jedenfalls nicht. Ich hatte wirklich mehr erwartet an Leidenschaft, Power, Ideen, inspirierenden Ansätzen usw. Nach 20 Minuten habe ich es nicht mehr ausgehalten und bin gegangen. – Dennoch fand ich die Aufschwung-Messe insgesamt, die Ausstellungen, das Seminarangebot und natürlich die Bloggerlounge wirklich toll, gut geplant und auf jeden Fall eine Bereicherung, die ich nur empfehlen kann. Beste Grüße (und schönen Urlaub!), Thomas#

  2. Hallo Thomas,

    danke erst einmal für das Kompliment zur AUFSCHWUNG. Wir versuchen tatsächlich jedes Mal ein Feuerwerk abzuschiessen, so dass für jeden etwas dabei ist.

    Tatsächlich war das Ablesen von Herrn Gunz in der ersten halben Stunde nicht das, was die meisten erwartet haben (mich eingeschlossen). Trotzdem war der Inhalt mehr als beeindruckend, weshalb ich ja die wichtigsten Aussagen versucht habe, zusammen zu fassen.

    Anschliessend gab es noch eine zwanzig Minuten lange Fragerunde. Hier war Walter Gunz authentisch und hat eine Menge erzählen können. Wer bis dahin durchgehalten hatte, wurde dafür mehr als belohnt. Manchmal braucht man eben Durchhaltevermögen 🙂

  3. […] Claus Hornung, Helmut Schönenberger, Georg Kofler, Susanne Klatten, Christian Nagel, Sarah Wiener, Alexander Boldyreff, Steffen Klusmann, Ralf Gresselmeyer und Walter Gunz. […]

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