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Steve Jobs – Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers

Wie ich schon im letzten Artikel angedeutet habe, wird man die einmalige Erfolgsstory von Apple in den letzten Jahren nicht verstehen können, wenn man sich nicht näher mit dem Menschen Steve Jobs und seinen Lebensweg beschäftigt hat. Aus meiner Sicht gelingt das am besten, indem man das Buch Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers liest. Walter Isaacson, der schon Biographien über Henry Kissinger und Albert Einstein geschrieben hat, ist der Autor dieses Machwerkes. Wie man schon früh im Buch erfährt, hat sich Isaacson nicht aufgedrängt, die Biographie zu schreiben. Vielmehr bat ihn Steve Jobs persönlich, dieses Buch zu schreiben. Issacson lehnte zuerst ab, weil er die ganze Geschichte einer Karriere erzählen will und bei der ersten Kontaktaufnahme von Steve Jobs dachte, dass er noch mittendrin wäre, sein Lebenswerk zu erschaffen.

Zum Glück gelang es Jobs und seiner Frau, ihn doch davon zu überzeugen, dieses Werk zu schreiben. Überraschend und hilfreich war es für Isaacson, dass Steve Jobs das Buch nicht vorher lesen bzw. redigieren wollte. Erst dadurch gelingt es dem Autor, dass er nicht nur die einzigartige Karriere von Steve Jobs beschreibt, sondern auch eine andere Seite von ihm hervorbringt: “Steve Jobs, der die Musik der Beatles und Bob Dylan liebte und daraus Kraft gewann. Der Suchende, der trotz seiner jahrelangen intensiven Beschäftigung mit Zen-Buddhismu innerlich getrieben blieb. Der Ehemann und Vater, der reumütig bekannte, er hätte sich mehr um seine Familie kümmern müssen , auch um seine uneheliche Tochter, die er zunächst nicht anerkannt hatte. Nicht zuletzt der Kranke, der dem Krebs lange trotzte, mit seinen Gedanken über das Sterben und darüber, was von ihm in Erinnerung bleiben wird.” Steve Jobs wollte eigentlich nur ein Unternehmen schaffen, das ihn lange überdauern sollte.

Ehrlich gesagt habe ich das Buch gelesen, um mehr über den Business-Titan Steve Jobs zu erfahren und wie er “einen Mount Everest nach dem anderen erfolgreich bestiegen hat”. Aber richtig näher gebracht wurde mir der Mensch Steve Jobs erst, indem Isaacson auch seine Schwächen gnadenlos offenlegte. Dadurch wurde er für mich “menschlicher” und begreifbarer. Aber letztlich bleibt die Bewunderung für das, was er geschaffen hat: “Macintosh, iMac, iPod, iTunes, iPhone, iPad – Steve Jobs hat der digitalen Welt mit der Kultmarke Apple Ästhetik und Aura gegeben. Wo Bill Gates für solide Alltagsarbeit steht, war der Mann aus San Francisco die Stilikone des IT-Zeitalters, ein begnadeter Vordenker, der kompromisslos seiner Idee folgte. Genial und selbstbewusst hat er trotz ökonomischer und persönlicher Krisen den Apfel mit Biss (Bite) zum Synonym für Innovation und Vision gemacht.”

Was war sein größter Verdienst? Sicherlich, dass er in der schwierigsten Zeit von Apple wieder zurückkam und Apple in ganz neue Sphären führte. Doch er konnte das nicht alleine schaffen. Er brauchte wichtige Weggefährten, mit denen er den steinigen aber erfolgreichen Weg zur Weltspitze gehen konnte. Der geniale Kopf hinter dem Design von Apple der Neuzeit ist gar nicht Steve Jobs, sondern Jony Ive, der Chefdesigner bei Apple. Jony war in der schwersten Krise von Apple auf dem Absprung und blieb nur, weil mit Steve Jobs wieder jemand an die Spitze kam, der dem Design der richtigen Stellenwert zustand. Ive wurde im Laufe der Zeit Partner und Vertrauter von Jobs. Und nicht wenige sind der Meinung, dass er der richtige Mann für den Posten des CEO bei Apple wäre. Nach Durchsicht des Buches verstehe ich, warum viele zu Recht dieser Meinung sind.

Aber es gibt da nicht noch einen anderen Hoffnungsträger? Nein, ich meine nicht Tim Cook, der aktuelle CEO von Apple. Nein, auch Scot Forstall, Leiter der Abteilung Software für mobile Anwendungen bei Apple, ist damit nicht gemeint. Vielmehr denke ich an den leiblichen Sohn von Steve Jobs, Reed Paul Jobs. Isaacson beschreibt ihn kurz und prägnant wie folgt: “Gut aussehend wie der Vater und nett wie die Mutter.” In einem Wort: Der Traumschwiegersohn. Aber er hat noch mehr zu bieten. Er ist mindestens so intelligent wie sein Vater. Und deshalb weiß er, dass es selten gut geht, in die Fußstapfen des Vaters zu treten. Zudem hat er ganz andere Interessen. Er will irgendwann den Nobelpreis in Medizin gewinnen und zwar dafür, dass er die Zauberformel gefunden hat, die uns alle in Zukunft vor dem Scheckgespenst Krebs bewahren wird. Leider konnte er seinem Vater nicht mehr helfen.

Diese Biografie hat mich auch klargemacht, dass wir in Deutschland längst nicht alles über Steve Jobs wissen. In jedem Land setzt die Presse eben bestimmte Filter auf. Und mir ist wieder bewusst geworden, dass Steve Jobs mehr Branchen revolutioniert hat, als ich das bisher wahrgenommen habe. Ja, er hat mit Pixar die Filmindustrie revolutioniert. Ja, er hat mit iTunes die Musikindustrie revolutioniert. Aber was häufig in Vergessenheit gerät: Er hat mit den Apple-Stores den Einzelhandel revolutioniert. Deshalb werde ich heute noch näher auf die Apple-Stores eingehen und welche Wellen dies mittlerweile schlägt. Vorher will ich aber noch ein kurzes Fazit zum hier besprochenen Buch ziehen. Dieses Buch ist die absolute Pflichtlektüre für alle, die Apple und die heutige Lifestyle-Branche und damit die Welt besser verstehen wollen.

2 Responses to Steve Jobs – Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers

  1. Michael sagt:

    Als ganz klaren Tipp möchte ich das Hörbuch zum Buch von Audible empfehlen. Das gibt es als ungekürzte Fassung vom Buch (26 Stunden) und ist durchgehend unterhaltsam. Ich pendele jeden Tag eine ziemliche Strecke und habe mich während der Autofahren noch nie besser unterhalten/ informiert gefühlt.

  2. […] gleich fort und mache daraus einfach ein Zweitages-Special. Wie im letzten Artikel bereits erwähnt, hat Steve Jobs zahlreiche Branchen radikal umgekrempelt, ob den Musikmarkt, die Filmindustrie, den […]

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