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Krautreporter hat am letzten Tag die 15.000er Abo-Marke geknackt und geht damit in Serie

Bis vor wenigen Tagen sah es noch so aus, als ob Krautreporter an seinen hochgesteckten Zielen scheitern würde, 15.000 Abonnenten in 30 Tagen zu akquirieren. Noch vor drei Tage waren es laut „Wasserstandshochmeldungs-Balken“ gerade 10.000 Abonnentenvorbestellungen. Viele fragen sich nun, was ist in den letzten Tagen passiert, dass das Projekt noch einmal richtig an Fahrt aufgenommen hat.

Die Erklärungen sind so vielfältig, wie die Medien, die in den letzten Minuten über den Crowdfundingerfolg von krautreporter berichtet haben. Am häufigsten wird genannt, dass die Rudolf-Augstein-Stiftung kurzfristig alleine 1.000 Abos gebucht hat. Daran sieht man, dass man bei Crowdfundingaktionen nie nur den „Einzelkunden“, sondern auch die „Großkunden“ ansprechen sollte. Damit kann man gleich einen „großen Schluck aus der Pulle nehmen“. Aber damit ist nur ein Teil des Waaaaaaaahnsinn-Erfolges von krautreporter in den letzten Tagen zu erklären.

Grundsätzlich ist die Erfahrung von kickstarter-Kampagnen und Co., dass wenn bis wenige Tage vorher mehr als Zweidrittel der Ernte eingefahren wurde, häufig noch ein Schlussspurt dafür verantwortlich zeichnet, dass das Minimalziel doch noch erreicht wird. Hier ist das einher gegangen mit sehr viel Promimarketing. Fast täglich wurde vermeldet, welche Promis (wie Sigmar Gabriel) eine Abo gezeichnet haben. Und es gab auch viele prominente Unterstützer wie Frank Schirrmacher (Gott, hab ihn selig).

Bleibt nun die Frage, ob es ein One-Hit-Wonder war oder ob jetzt andere Journalisten den Mut fassen, um es „krautreporter“ und deren Vorbild „De Correspondent“ nachzumachen. Für diese Mitmacher hätte ich fünf Verbesserungsvorschläge zur krautreporter-Kampagne:

  • Bindet starke Crowdfundingplattformen wie startnext, kickstarter und co. in Eure Kampagne ein
  • Wählt einen engeren Themenfokus
  • Grenzt Euch in der Kommunikation und durch Mehrwertangebote noch mehr von kostenlosen Angeboten wie Spiegel Online und Co. ab
  • Testet vielleicht sogar aus, den größten Teil Eurer Infos hinter einer Bezahl-/ Aboschranke zu verstecken.
  • Bindet mehr Journalisten mit starker Fanbasis ein (heute muss ein Journalist auch Vertriebler sein)
  • Setzt Euch niedrigere Etappenziele und realistische Funding-Ziele mit Expansionsmöglichkeiten

Diese Auflistung hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit und 100%iger Richtigkeit. Sie hat vielmehr das Ziel, eine Diskussion anzustossen. Gerne könnt Ihr im Kommentarfeld auch weitere Ideen einbringen. Auf jeden Fall freue ich mich, Euch hier nicht erläutern zu müssen, warum die krautreporter-Aktion gescheitert ist, sondern wo „nur noch“ Verbesserungspotenzial existiert. Und natürlich gibt es noch viele andere Wege, sich außerhalb eines Abo-Crowdfundingmodelles zu finanzieren.

One Response to Krautreporter hat am letzten Tag die 15.000er Abo-Marke geknackt und geht damit in Serie

  1. […] gibt Kampagnen, die eine enorme Medienhype entfachen. Dazu gehört z.B. die Aktion der Krautreporter, in 30 Tagen mehr als 900.000 EURO “Startkapital” einzusammeln, indem 15.000 Jahresabos […]

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