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Studie des Zukunftsinstituts: Lebensstile 2020

Das Zukunftsinstitut hat passend zu ihrem jährlich stattfinden Zukunftskongress in der letzten Woche das Cross-Innovation-Spiel und zwei neue Studien herausgebracht. Nachdem wir ja bereits hier im Blog über die neu erschienen Studie “100 Top Trends – Die wichtigsten Driving-Forces für den kommenden Wandel‹ und das Cross-Innovation-Spiel berichtet haben, widmen wir uns heute der Studie “Lebensstile 2020”, die für 220 EUR beim Zukunftsinstitut erhältlich ist.

Innerhalb dieser Studie werden 11 Lebensstiltypen herausgearbeitet, die in Zukunft eine immer größere Bedeutung erhalten und nicht in die typischen Marktforschungstypologien a la Alter, Geschlecht, Bildung und Einkommen passen. Folgende Lebensstiltypen (inkl. der Anzahl der Personen, die diesen Tpyen zuzuordnen sind) hat das Zukunftsinstitut nun konkret herausgearbeitet:

  1. CommuniTeens (ca. 3,2 Mio.)
    CommuniTeens sind Teamplayer und Individualisten zugleich, die sich in einer globalisierten Welt via Internet und Mobiltelefonen ihre Gemeinschaftsorte nach Interessen und Themen aussuchen.
  2. Inbetweens (ca. 1,7 Mio.)
    Durch ihren holprigen und verzögerten Berufseinstieg (Praktika, befristete Jobverträge, Projektarbeit oder Freiberuflichkeit) leben die Inbetweens in einem Zustand permanenter Mobilität und Umorientierung, der auch ihre privaten Beziehungen prägt.
  3. Young Globalists (ca. 1,3 Mio.)
    Young Globalists kennen keine Grenzen: Die Welt ist ihre Arbeitsplatz und so haben sie meist auch ein weltweites Netzwerk von Kollegen und Freunden. Für sie ist nicht nur Geld wichtig, sondern auch die sportliche Herausforderung und der schöpferische Gestaltungsspielraum.
  4. Latte-Macchiato-Familien (ca. 1,9 Mio.)
    Die Latte-Macchiato-Familien zeichnen sich dadurch aus, dass sie ihren urbanen Lifestyle, wie z.B. den Latte Macchiato im Straßencafe, ins Familienleben transferieren.
  5. Super-Daddys (ca. 2,9 Mio.)
    Die Super-Daddys sind pragmatische Idealisten. Sie versuchen den beruflichen Erfolg, persönliches Glück, Zusammensein mit den Kindern, ein intaktes Familienleben und persönliche Selbstverwirklichung unter “eine Hut zu bekommen”.
  6. VIB-Familien (ca. 1,7 Mio.)
    Bei den VIB-Familien (Very-Important-Baby) ist die Familienplanung mit Ende 30 noch nicht abgeschlossen, sondern beginnt häufig erst, nachdem an sich beruflich und sozial etabliert hat und jetzt Zeit und Lust auf Familie mit Kindern hat.
  7. Netzwerk-Familien (ca. 2,8 Mio.)
    Netzwerkfamilien (Familie 2.0) sind Versorgungs- und Beziehungsmodelle, die nicht nur die Familie im engeren Sinne einbeziehen. Oftmals zählen neben den Großeltern und Ex-Familienmitgliedern und Ex-Partnern auch Nachbarn und Freunde dazu. “Familie ist, wo man ohne fragen zu müssen, an den Kühlschrank gehen kann”.
  8. Tiger-Ladys (ca. 2,8 Mio.)
    Die Tiger Ladys legen sehr viel Wert auf Selbständigkeit und Selbstverwirklichung, ohne auf Familie und Kinder verzichten zu wollen. Sie dringen dabei in männliche Reservate vor, wie z.B. in die Politik, in die Führungsebenen von Unternehmen und an Universitäten.
  9. Silverpreneure (4,2 Mio.)
    Für Silverpreneure ist mit dem Erreichen des Rentenalters nicht das Ende der Erwerbszeit oder des Arbeitslebens absehbar, weil sie die Arbeit nicht als Frondienst ansehen, sondern als ein Teil Ihrer Selbstverwirklichung.
  10. Super-Grannys (ca. 4,1 Mio.)
    Super-Grannys sind erfahrene und selbstbewusste Frauen jenseits des 55. Lebensjahres, die den sog. dritten Lebensabschnitt aktiv und selbstbestimmt gestalten wollen, ohne Ihr “Oma-Dasein” zu verleugnen.
  11. Greyhopper (ca. 4,9 Mio.)
    Im Gegensatz zu den Silverpreneuren wagen die Greyhopper noch einmal den Aufbruch und möchten im Rentenalter noch einmal ein neues Leben beginnen.

Wie die zukunftsorientierte Unternehmer bereits erkennen können, ergeben sich aus diesen Erkenntnissen zahlreiche neue Geschäftsideen, die genau diesen Lebensstiltypen gerecht werden. Ich werden in den nächsten Tagen einige passende Beispiele dazu heranführen. Über zahlreiche Beispiele, die in der Studie herangeführt wurde, habe ich auch bereits hier im Blog berichtet. Sie können ja mal aufmerksam auf die Suche gehen. Zumindest sollen aber Ihre Sinne für zukünftige Konzepte anhand dieser Lebensstiltypen geschärft werden.

Insgesamt gefällt mir an der Studie, dass zu jedem Lebensstiltyp eine quantitative Schätzung abgegeben wird. Zudem werden am Ende der Beschreibung jeden Types 3 – 5 konkrete Geschäftsideen vorgestellt, die diesen Trend aufgreifen und jeweils passende Produkte und Dienstleistungen für die Zielgruppen anbieten.

6 Responses to Studie des Zukunftsinstituts: Lebensstile 2020

  1. […] CommuniTeens, Inbetweens, Young Globalists, Latte-Macchiato-Familien, Super-Daddy, VIB-Familien, Netzwerk-Familien, Tiger-Ladys, Silverpreneure, Super-Grannys, Greyhopper – darf ich die Leser dieses Blogs bitten, mal abzustimmen, welche Charakterisierung am besten auf mich passt? (siehe Zukunftsinstitut, via Emplify) […]

  2. […] Vor einigen Tagen bin ich Zeuge geworden, wie eine Familie mit Kindern darüber nachgedacht hat, ein eigenes Haus zu bauen. Doch die Planung gestaltete sich schwierig. Wie groß sollte nun das Haus sein? Kommt noch weiterer Nachwuchs? Soll die Schwiegermutter mit einziehen? Soll ein Homeoffice separat eingerichtet werden? Fragen über Fragen die eine Planung schwierig machen, da man nicht dreißig Jahre in die Zukunft schauen kann. Zudem gibt es ja ganz neue Lebensmodelle, wie z.B. die Netzwerkfamilie, über die wir im Rahmen der Studie “Lebensstile 2020” des Zukunftsinstitutes berichtet haben. […]

  3. […] Studie des Zukunftsinstituts: Lebensstile 2020: CommuniTeen, Inbetween, Young Globalist, Latte-Macchiato-Familie oder Silverpreneur? Super-Daddy. [mehr] […]

  4. […] Im Rahmen meines Berichtes über die Studie “Lebensstile 2020” des Zukunftsinstitutes habe ich ja schon über die “Silverpreneure”, “Super-Grannys” und “Greyhopper” berichtet. Im aktuellen Trendspot des Zukunftsinstutes wird auf diese drei Zielgruppen noch näher eingegangen. Findige Gründer und Unternehmer machen sich Gedanken darüber, wie man diesen drei Zielgruppen Produkte und Dienstleistungen anbietet, die sie wirklich brauchen. Denn hier befindet sich der wahren Wachstumsmarkt im “Seniorensegment”. « Süddeutsche Zeitung präsentiert die schärfsten Werbekampagnen 2006   […]

  5. […] http://www.best-practice-business.de/blog/?p=2484 Possibly related posts: (automatically generated)[megatrends] Trend Map for 2010 and Pred…VisionMobile :: blog :: Mobile Megatrends 2009Beautiful Pakistan Brides […]

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