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Universal bietet im Rahmen einer Testphase Musik-Downloads ohne Kopierschutz an

Eine der Kernaussagen von Don Tapscott, Autor des Buches „Wikinomics“ lautet: „Über alles die Kontrolle haben zu wollen, funktioniert schon lange nicht mehr.“ Ein Beispiel dafür ist das Verhalten der Musikindustrie auf das Verhalten der Konsumenten, Raubkopien zu verteilen. Anstatt neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, versucht man mit wenig Erfolg, dieses Verhalten komplett zu verbieten. Besonders gefährlich ist das deshalb, weil immer mehr Künstler und Musiker innovative Vertriebswege und Preismodelle entwickeln und damit immer autarker von der Musikindustrie werden.

So langsam scheint sich aber auch in der Musikbranche etwas zu verändern. Nachdem EMI bereits Musik-Downloads ohne Kopierschutz anbietet, zieht jetzt auch Universal nach, allerdings etwas zaghaft. Im Rahmen einer Testphase will Universal im Zeitraum vom 21. August 2007 bis zum 31. Januar 2008 einige tausend Musiktitel ohne DRM (Digital Rights Management) zu einem Festpreis von 99 Cent verkaufen, darunter z.B. von Künstlern wie 50 Cent, Amy Winehouse und Sting. Vertrieben werden sollen die Musiktitel über die Webseiten der betreffenden Künstler und über ausgewählte Onlineshops. Aber ausgerechnet über den Apples iTunes Shop, der ca. 70 % des weltweiten Umsatzes mit Musikdownloads macht, ist dieses Angebot nicht erhältlich. Experten vermuten, dass dahinter eine simple Überlegung steckt: Da Apple der Musikindustrie aufgrund der Marktmacht des iTunes Shop fast alles aufdiktieren will, will Universal gerade andere Vertriebsplattformen durch dies Aktion stärken.

Noch scheint der Schritt von Universal etwas halbherzig zu sein, denn man hat sich gegen eine differenzierte Preisstragie (wie z.B. EMI) und gegen die Zusammenarbeit mit dem iTunes Shop entschieden. Trotzdem könnte die Entscheidung von Universal wegweisend sein, wenn die Testphase positiv verläuft. Noch vermisse ich zwar innovative Geschäftsmodelle der großen Musiklabels, aber es wäre wenigsten ein Anfang. Denn Universal ist die weltweit größte Musikfirma und würde dadurch neben EMI „neue Standards“ setzen. Warner und Sony BMG könnten sich diesem Trend wohl langfristig nicht entziehen. Denn schliesslich sollte man auch immer die Interessen der Kunden im Auge haben. Und die sind so genervt über Kopierschutz und DRM, dass die Verkaufszahlen auch deshalb zurückgegangen sind. Usability ist halt ein entscheidender Kauffaktor. Gefunden bei Spiegel-Online.

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  1. […] YouTube Contact the Webmaster Link to Article drm Universal bietet im Rahmen einer Testphase Musik-Downloads ohne Kopierschutz an » Posted at http://www.best-practice-business.de/blog on Saturday, August 11, 2007 Eine der Kernaussagen von Don Tapscott, Autor des Buches “Wikinomics‹ lautet: “Über alles die Kontrolle haben zu wollen, … Zeitraum vom 21. August 2007 bis zum 31. Januar 2008 einige tausend Musiktitel ohne DRM (Digital View Original Article » […]

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