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Nach Kaizen kommt jetzt in Japan Kansai

Nachdem in Japan in den einzelnen Industrieepochen erst billiger dann zuverlässiger und dann qualitativ überlegen produziert wurde, sollen jetzt die Produkte mit mehr Gefühl hergestellt werden. Das Schlagwort dazu lautet: Kansei. Kansei heisst eigentlich Sensibilität, die Pädagogik meint mit dem Begriff die Fähigkeit, etwas zu erfühlen. Zum Kansei, wie das Meti es meint, gehören Intuition und Inspiration, Neugierde und Genuss, Ästhetik und Kreativität. Produkte mit Kansei sind anwender- und umweltfreundlich, schön anzufassen und anzusehen, sympathisch.

Quintessenz: Die Industrie soll mehr auf die Ästhetik achten als bisher, ohne die Effizienz zu vernachlässigen. Anwender sollen künftig interaktiv in den Design-Prozess integriert werden. Das japanische Ministerium für Handel und Industrie “Meti” hat bisher 53 Produkte mit dem Label Japanesque Modern ausgezeichnet. Sie alle haben eins gemeinsam: Kansei. Dazu gehören z.B. eine Geige von Yamaha, die man geräuschlos spielen kann (wegen der Nachbarn), eine wassersparende Toilette und natürlich auch der Toyota Prius.

Mit der Konzentration auf diese “vierte Wertachse” will Japan auch in Zukunft seinen Wettbewerbern einen Schritt voraus sein. Erst baute es seine Leichtindustrie auf, dann eine Schwerindustrie, derweil Südkorea und Taiwan zu Leichtindustrie-Standorten wurden. Später entwickelte Japan sich zum Technologie-Standort weiter, schliesslich zum Hightech-Land. Südkorea, Taiwan folgten stets eine Entwicklungsgeneration hinterher, China und die Länder Südostasiens in den nächsten und übernächsten Reihen. Eins ist aber jetzt schon sicher: Der Abstand gegenüber China wird immer geringer.

Gelesen in tages-anzeiger und ideentower

One Response to Nach Kaizen kommt jetzt in Japan Kansai

  1. Ich war schon ein begeisteter Kaizen-Fan, jetzt werde ich wahrscheinlich auch noch ein Kansai-Fan 😉

    Übrigens: LOHAS ist in Japan der Renner.

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