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Ergebnisse der LOHAS-Studie von Ernst&Young

Jetzt hat auch ein großes Beratungshaus, nämlich Ernst & Young, die LOHAS entdeckt und auf der Basis von Befragungen von 1.000 Privatpersonen eine LOHAS-Studie (44 Seiten erstellt, die kostenlos zum Download zur Verfügung steht. Im wesentlichen beschränkt sich die Studie auf Bio-Nahrungsmittel und greift damit zu kurz, um dem Namen “LOHAS-Studie” gerecht zu werden. Die meisten Erkenntnisse sind auch “kalter Kaffee”. Trotzdem gibt es einige Erkenntnisse, die hier berichtenswert sind:

  • Rund 75 Prozent der Befragten würden grundsätzlich lieber zur Bio-Alternative greifen – auch wenn es sich um eine andere Marke als die bisher bevorzugte handelt. 56 % der Verbraucher würden immerhin den Händler zugunsten von Bioprodukten wechseln. Allerdings wechseln die Verbraucher nur den Händler zugunsten von Bioprodukten, wenn die Entfernung nicht zu weit ist (2 – 5 km). Nähe schlägt Bio. Bio wird sich also auf breiter Front nur dann durchsetzen, wenn es den Händlern gelingt, ein flächendeckendes Filialnetz aufzubauen.
  • 38 Prozent der Verbraucher sind grundsätzlich bereit, für ein Bio-Produkt 10 % mehr zu bezahlen als für ein herkömmliches Konkurrenzprodukt, 29 Prozent würden sogar bis zu 20 Prozent mehr bezahlen und 9 % sogar mehr als 20 %
  • Auch aufgrund eines noch limitierten Angebots achten derzeit allerdings nach eigenen Angaben nur 14 Prozent der Verbraucher immer und 23 Prozent häufig beim Einkauf von Lebensmitteln auf die Kennzeichnung als Bio-Produkte.
  • Insbesondere bei Gemüse, Obst und Fleisch legen die Verbraucher großen Wert auf Bio-Produkte. In diesen Produktkategorien geben 81 Prozent, 77 Prozent bzw. 71 Prozent an, dass sie Bio-Produkte bevorzugen. Bei Milchprodukten und Fisch greifen nur 30 Prozent bzw. 33 Prozent lieber zu Bio-Ware als zu konventionellen Produkten. Bio-Getränke oder Bio-Süßwaren sind nur für fünf Prozent bzw. zwei Prozent attraktiv.
  • 59 Prozent der befragten Handelsunternehmen geben an, dass das Thema „Bio“ für die eigene strategische Ausrichtung von großer Bedeutung ist. Wer den Bio-Trend ignoriert, droht Kunden und Marktanteile zu verlieren.
  • Zudem sei der Verkauf von Bio-Produkten für die Händler durchaus lukrativ: Zwei Drittel der befragten Handelsunternehmen gaben an, dass die realisierten Rohgewinnspannen über denen für konventionelle Lebensmittel liegen.
  • Die Verbraucher würden Bio-Produkte am liebsten beim Hofladen kaufen. An zweiter Stelle steht der Supermarkt, gefolgt vom Wochenmarkt. Die Differenz des Anteils der Verbraucher, die bisher Bioprodukte in einem Handelsformat gekauft haben und dem Anteil der Verbraucher, die, ein umfassendes Angebot an Bioprodukten vorausgesetzt, künftig in diesem Handelsformat Bioprodukte kaufen würden zeigt, dass gerade Bio-Supermärkte ein hohes Wachstumspotenzial haben, gefolgt vom Bio-Laden und vom Hofladen. Aber selbst für die Discounter ergibt sich noch ein Wechselpotential von 11,3 Prozent.
  • Bei den Verbrauchern besteht noch kein klares Bild, was Bio eigentlich konkret bedeutet. 82 Prozent der Befragten verbinden mit Bio gesunde Ernährung, 70 Prozent artgerechte Tierhaltung und Artenschutz. Gute Nährwerte und Umweltschutz erwarten 65 Prozent bzw. 60 Prozent der Befragten von Bio-Produkten. Und jeder dritte Verbraucher (35 Prozent) geht davon aus, dass in der Herstellung von Bio-Produkten Energie eingespart wurde. „
  • Die Vielzahl von Biosiegeln erschwere es für den Verbraucher noch, den Überblick zu behalten. In der Wahrnehmung vieler Verbraucher vermischen sich Begriffe wie Bio, Öko oder Fairtrade.
  • Nicht nur der Begriff „Bio“ ist in der Wahrnehmung der Verbraucher nicht klar besetzt, auch der Markt für Bio-Produkte ist aus Sicht der Verbraucher noch sehr diffus. Noch hat sich im Biosegment keine Marke als führende „Biomarke“ durchgesetzt. Vielmehr nennen die Verbraucher auf die Frage, ob ihnen eine konkrete Marke einfällt, die für Bio-Produkte stehe, eine Vielzahl von verschiedenen Marken und Siegeln, von denen nur eine – Demeter – von mehr als zehn Prozent der Befragten genannt wird.
  • Noch sind im Bio-Segment keine Marken wirklich etabliert. Das ist eine Chance sowohl für Eigenmarken des Handels als auch für Herstellermarken. Wenn es gelingt, Bio zu einer klar positionierten Marke zu machen und damit einen bestimmten Lebensstil und Status zu verbinden, haben Bio-Produkte und Bio-Händler erhebliche Wachstumschancen.
  • Für die Autoren der Studie ist es gut vorstellbar, dass der Marktanteil von Bio- und Fair-Trade-Produkten mittelfristig von derzeit unter 10 Prozent auf 30 Prozent steigt. Für den langfristigen Markterfolg von Händlern und Herstellern sei allerdings von großer Bedeutung, dass das Vertrauen, das die Konsumenten in Bio-Produkte setzen, nicht enttäuscht werde. So erwarten etwa 90 Prozent der Befragten vom Handel und von den Produzenten eine Garantie, dass die Waren tatsächlich ökologisch, ethisch korrekt und nachhaltig produziert wurden.

Auf den letzten fünf Seiten werden insgesamt drei Szenarien aufgezeigt, wie sich der Bio-Trend weiterentwickeln könnte. Im ersten Szenario liegt der Marktanteil von Bioprodukten bei nur 10 %, im zweiten bei 20 % und im dritten bei 30 %. Je nachdem, welches Szenarioa eintrifft, sind verschiedene Strategien für die Anbieter von Bioprodukten sinnvoll. Da die Wahrheit meist in der Mitte liegt, stehen die Chancen für das Szenario 2 am besten.

Gefunden im karma-konsum-Blog

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One Response to Ergebnisse der LOHAS-Studie von Ernst&Young

  1. Gerhard sagt:

    Der Begriff “Bio” wird heutzutage zu einem immer wichtigeren und gebräuchlichen Begriff. Neben zahlreichen anderen eher negativen Entwicklungen ist es immer wieder schön zu sehen, dass das Interesse an wirklich grundlegenen Dingen vorhanden ist und auch überall diskutiert wird. Unter anderem habe ich auf der Plattform bizzlounge.com zahlreiche Diskussionen über LOHAS und ihre Auswirkungen mitverfolgt und sehe, dass nachhaltiger Lifestile uns noch in ferne Zukunft begleiten wird, solange wir nur erfolgreich daran festhalten.

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