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Nach Fahrrädern soll man in Paris auch bald Elektroautos zum Minipreis mieten können

Im Oktober 2007 habe ich hier im Blog mit der Überschrift “Die nächste Revolution startet in Paris” das Fahrradverleihsystem Velib vorgestellt. Für eine Jahresgebühr von 29 EUR können die Pariser so oft wie möglich eines von knapp 20.000 Fahrrädern an einer von knapp 1.500 Verleihstationen kostenlos für eine halbe Stunde ausleihen. Danach wird es progressiv teurer, um möglichst vielen Bürgern ein Leifahrrad zur Verfügung stellen zu können. Gemanagt wird Velib von dem privaten Betreiber Jean-Claude Decaux, der die ganzen Kosten für die Einrichtung der Stationen, Wartung, Reparatur und Reinigung der Fahrräder übernimmt und im Gegenzug alle Einnahmen aus der Vermietung der Werbeflächen an den Verleihstationen erhält. Die Rechnung dieses genialen Konzeptes (privater Betreiber, innovatives Preismodell, Finanzierung durch Dritte=Werbekunden) geht auf: Die Fahrräder wurden bisher mehr als 20 Mio mal ausgeliehen und es gibt bis heute mehr als 190.000 Abo-Kunden.

Beflügelt durch diesen Erfolg und genau nach diesem Vorbild will der Pariser Bürgermeister Bertrand Delanoë jetzt noch einen draufsetzen. In naher Zukunft sollen die Pariser an 700 Verleihstationen eines von 4.000 Elektroautos nach einem ähnlichen Preis- und Geschäftsmodell wie bei Velib ausleihen können. Der Start dieses Projektes mit dem sinnigen Namen “Autolib” (in Anlehung an “Velib”) soll Ende 2009 erfolgen. Der private Betreiber von Autolib soll vorher in Form einer Ausschreibung gefunden werden. Schon jetzt werden einige innovative Ideen verraten, die dem Projekt “Autolib” den nötigen “Kick” geben sollen. So soll z.B. der Ausleiher beim Start angeben, wo er zu welchem geschätzten Zeitpunkt seinen Wagen wieder abstellen will. Dadurch sollen ein optimales Matching mit möglichst wenig Leerlaufzeiten erreicht werden.

Ich bin gespannt, ob dieses Modell dem Carsharing-Gedanken endlich zum Durchbruch verhilft. Denn bisher sind die meisten Angebote hisichtlich des Preismodelles, der Anzahl der Vermietstationen oder der Verfügbarkeit von Fahrzeugen zu wenig attraktiv. Es müssen flächendeckende Lösungen zum kleinen Preis her. Wenn z.B. an jeder Bahn- oder Bushaltestelle solch eine Vermietstation positioniert wäre, könnte es endlich eine harmonisches und funktionierendes Zusammenspiel zwischen Mietwagen und öffentlichen Verkehrsmitteln geben. Denn bisher verliert der Einzelne beim Umsteigen zu viel Zeit oder muss enorme Kosten (Taxi) bezahlen, um die letzten Meilen zu überbrücken. Auf jeden Fall sind solche Lösungsmodelle lösungsorientierter und sozial verträglicher als hohe Mautgebühren wie z.B. in London. Ich finde es gut, dass es jetzt einen Wettbewerb der besten Lösungsmodelle gibt, um die Verkehrs- und Klimaprobleme ganzheitlich zu lösen.

Mehr Infos gibt es unter Spiegel-Online, Süddeutsche und Goettinger-Tageblatt.

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6 Responses to Nach Fahrrädern soll man in Paris auch bald Elektroautos zum Minipreis mieten können

  1. […] Bin wiedermal über den hervorragenden Blog “best-practice-business.de” auf einen interessanten Artikel gestoßen: “Nach Fahrrädern soll man in Paris auch bald Elektroautos zum Minipreis mieten können“: […]

  2. […] der Stadt wollen in naher Zukunft Miet-Elektroautos zum Minipreis anbieten, wie ich hier im Blog bereits berichtet […]

  3. […] auch Australien City Car Konzept: Platzsparendes Elektroauto kombiniert mit einem Mietkonzept Nach Fahrrädern soll man in Paris auch bald Elektroautos zum Minipreis mieten können P.U.M.A. – Hoffnungsträger für Segway, nicht für GM Daimler beteiligt sich an Tesla Loremo […]

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