In Trends

Warum Facebook, Twitter & Co. eine Bedrohung für Google darstellen

Romanus Otte, stellvertretender Chefredakteur von WELT ONLINE, hat vor einigen Tagen einen netten Artikel über die Bedeutung von Facebook, Twitter & Co. für die Informationsbeschaffung und -verteilung im Internet geschrieben. Demnach laufen Facebook & Co. der Krake Google immer mehr den Rang ab, wenn es um die Beschaffung von Lesern für die neuen Medien geht. Perez Hilton erhält schon heute mehr Leser über Facebook als über Google. Das Phönomen erklärt Otte wie folgt:

“Um die enorme Wirkung der Netzwerke zu verstehen, hilft eine einfache Frage: Wann fühlen sich Menschen eigentlich gut informiert? Für die meisten trifft in etwa diese Antwort zu: Wenn sie das Gefühl haben, mindestens den gleichen Informationsstand zu haben wie jene Menschen, die ihnen wichtig sind. Früher lasen Kollegen und Freunde in der Regel die gleiche Zeitung oder sahen die gleichen Sendungen. Also war es nötig, diese Medien zu kennen, um mitreden, also im sozialen Netzwerk bestehen zu können.”

Otte spricht von der 3. Welle. Während im Rahmen der 1. Welle die Medien den Lesern ins Internet folgten und via Offline-Medien für die Onlineangebote Werbung machten, waren die Medien in der 2. Welle darum bemüht, dass ihr Content bei Google gut gefunden wurde. Der netzwertig-Blogger kommentiert die Rolle der Medien sehr trocken: “Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, dass die Verleger rund um Hubert Burda gegen Google, das ihnen eigentlich hilft, vorgehen wollen und die Social Networks, die ihnen ebenfalls zumindest indirekt helfen, noch gar nicht auf dem Schirm haben.”

Ich selber spreche weniger von der 3. Welle, sondern vielmehr vom Phänomen des Long-Tail-Journalismus. Mittlerweile hat der Leser eben eine riesen Auswahl an Medien aber auch Journalisten, die er direkt verfolgen kann. Und mittlerweile gibt es immer mehr Wege, um eben auf die Quellen aufmerksam zu werden, die einem den besten Mehrwert bieten. Dabei helfen einem die gleichgesinnten User via Facebook, Twitter und Co. Und die sind meist weniger manipulierbar als die Suchmaschine von Google. Das gilt aber nicht nur für das Auffinden von Informationen, sondern auch für die Bewertung.

Schreibe einen Kommentar