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Warum Facebook mit seiner Copy Cat Fabrik der Konkurrenz empfindlich das Wasser abgraben wird

Wem das Web gehört, dem gehört die Welt. Nach dieser Logik will Marc Zuckerberg nicht mehr und nicht weniger als die Welt beherrschen. Und er kommt seinem Ziel immer näher, dass die User (fast) alles im Web über Facebook erledigen, ob sie chatten, Nachrichten versenden, in Gruppen diskutieren, Links weiterempfehlen oder via Facebook shoppen. Dabei ist er sehr clever vorgegangen. Zu Beginn, als Facebook nur eine von vielen Webseiten war, holte er viele Partner zu sich herein, die Apps haben es möglich gemacht. Mit der Zeit wurden aber immer mehr Funktionen made by Facebook integriert. Dabei brauchte nicht all zu viel Gehirnschmalz investiert werden. Man musste nur schauen, welche Funktionen im Web sehr beliebt sind und gut zum Social Network Facebook passen könnten. Ein gutes Beispiel ist die Chat-Funktion, die ICQ & Co. überflüssig macht.

Ein weiteres Beispiel ist Facebook Deals. Mit der 1. Version griff man bewußt Foursquare und Co. an. Mit der 2. Version von Facebook-Deals, die derzeit in fünf ausgewählten Städten in den USA getestet wird, wird jetzt der Superaufsteiger Groupon angegriffen, der wie Facebook zeitnah an die Börse will. Allerdings wird nicht blind kopiert, sondern das Modell so angepasst, dass es aus der Sicht von Facebook schnell massentauglich wird und auch einen Mehrnutzen für weitere (zukünftige Cash Cows) Angebote von Facebook bietet. Wenn man den ersten Berichten glauben mag, sollen nämlich die Angebote über die Facebook-Währung “Facebook Credits” abgewickelt werden. Eine Marge von 30 % will sich Facebook dabei gönnen. Damit zahlen die Nutzer und nicht die Anbieter die “Zeche”. Somit könnten die Angebote von Facebook-Deals schnell explodieren und damit auch “Facebook Credits” massentauglich gemacht werden.

Merkt Ihr was? Durch die Vernetzung verschiedener Angebote wird der Gewinn von Facebook wahrscheinlich exponentiell wachsen. Und es wird auf der gesamten Klaviatur möglicher Geschäftsmodelle spielen. Waren zu Beginn die Anzeigenerlöse a la Google Adwords noch die wichtigste Einnahmequelle, werden bald viele weitere Einnahmequellen sprudeln. Dadurch steht Facebook bald auf sehr stabilen Beinen. Noch wichtiger: Facebook baut immer mehr Markteintrittsbarrieren auf, um das Gewinnwachstum frühzeitig abzusichern und gräbt gleichzeitig vielen Wettbewerbern das Wasser ab. Sie können dabei in Ruhe abwarten und prüfen, welche Angebote und Geschäftsmodelle funktionieren und dann die Copy-Cat Maschine anlaufen lassen. Da werden selbst die Samwers bald blass werden. Das enorme Potential von Facebook werden viele erst begreifen, wenn sie erkennen, welches Einnahmenpotential Facebook Credits entfaltet. Ich glaube, diesbezüglich sind die Macher von Google & Co. jetzt schon blass geworden, auch deshalb weil die Mächtigesten der Welt wie Obama auf Facebook nicht mehr verzichten können. Das nenne ich mal eine coole Versicherung.

2 Responses to Warum Facebook mit seiner Copy Cat Fabrik der Konkurrenz empfindlich das Wasser abgraben wird

  1. Tanja Handl sagt:

    Interessanter Artikel – die Frage ist allerdings, ob Facebook-Nutzer wirklich alles, was die echte Welt und Einzeldienste bieten, auf Facebook vereint sehen will. In meinem Bekanntenkreis gibt es auch immer mehr Personen, die sich von Facebook abmelden, weil sie der Überfülle von Angeboten und Möglichkeiten nicht mehr vertrauen. Eine Entschlackung täte in meinen Augen Facebook nicht schlecht.

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