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Mobilitätskonzepte der Zukunft müssen vernetzt sein



Bildquellenangabe: schubalu / pixelio.de

Im letzten Blogartikel habe ich über die p2p-Carsharing-Onlineplattformen in Deutschland berichtet. Zum Schluss des Artikels habe ich mich zum folgenden Statement hinreißen lassen: „Aus meiner Sicht ist die Zeit von Einzelangeboten in der Mobilität vorbei. Es wird Zeit, dass Systeminnovationen den Vormarsch wagen. In meinem nächsten Artikel werde ich darauf näher eingehen.“ Und diese Bringschuld will ich gerne einlösen:

Ausgangsthese: Fast jedes Mobilitätsangebot wird in Zukunft seine Nachfrage finden, wenn es in ein Gesamtkonzept eingebunden wird. Dabei gibt es schon viele Modellprojekte, die in die richtige Richtung weisen:

  • Einführung von Mobilitätskarten
    Ein großes Ärgernis bei der Nutzung verschiedener Mobilitätsangebote besteht darin, dass ich bei jeder Nutzung eine Zahlung tätigen muss und am Ende des Monats nicht mehr den Überblick habe, wieviel mich alles gekostet hat. Hannover hat deshalb die sog. „Mobilitätskarte“ eingeführt, mit der man (fast) überall (ÖPNV, Carsharing, ..) bezahlen kann und nur eine Abrechnung im Monat bekommt. Zudem erhält man mit der Karte z.B. 20 % Rabatt bei Taxifahrten. Mittlerweile lassen sich viele andere Kommunen vom Beispiel aus Hannover inspirieren.

  • ÖPNV-Verkehrshaltestellen als intermodale Verkehrsknotenpunkte
    Ein weiteres Ärgernis bei Nutzung verschiedener Mobilitätsangebote liegt in der Schnittstellenproblematik. Deshalb baut z.B. die Stadt Bremen die ÖPNV-Haltestellen als intermodale Verkehrsknotenpunkte aus. An den Haltestellen befinden sich Carsharing- und Leihräder-Stationen, so dass der Kunde nicht irgendwo „strandet“, sondern mit Hilfe weiterer Angebote bis ans Ziel gelangen kann. Dabei wird mit vielen externen Anbietern kooperiert.

  • Betriebliches Mobilitätsmanagement
    Immer mehr mittlere und große Unternehmen richten ein sog. „betriebliches Mobilitätsmanagement“ ein. Interne oder externe Mobilitätsberater helfen den Mitarbeitern, ihre Mobilitätsbedürfnisse optimal zu lösen. So prüfen diese Berater, wenn z.B. ein neuer Mitarbeiter eingestellt wurde, ob dieser Mitarbeiter z.B. bei anderen Kollegen im Auto mitfahren kann und somit die Auslastung pro Pendlerfahrzeug deutlich ausgelastet werden kann. Dadurch können nicht nur die Mobilitätskosten pro Mitarbeiter gesenkt werden, sondern das Unternehmen fördert den Klimaschutz. Im Rahmen von CSR-Aktivitäten sind betriebliche Mobilitätsmanager wichtige Eckfeiler.

  • Kommunen oder ÖPNV = Mobilitätsbroker
    In Zukunft sollte der ÖPNV eine Funktion als Mobilitätsbroker übernehmen und seine Aufgabe darin sehen, die Kunden von A nach B zu bringen und nicht von Haltestelle A nach Haltestelle B. Die Odenwaldregion hat dazu eine sehr interessante Projektskizze erstellt. Integraler Bestandteil dieses Konzeptes ist die sog. Mobilitätsgarantie: Demnach soll jeder Kunde mit Jahreskarte nach Meldung seines Mobilitätswunsches auf einem zentralen Mobilitätsportal werktags innerhalb von 30 Minuten befördert werden, nach 20 Uhr und an Sonn- und Feiertagen innerhalb eines Zeitraums von 60 Minuten. Wenn es nicht anders geht, soll ein Taxi gerufen werden und der Kunde nur einen geringen Aufschlag (3 oder 5 EUR) dafür bezahlen.

  • Taxmobil will die Mobilitätsflatrate für 48 EUR anbieten
    Aufmerksame Leser wissen, dass ich schon vor einigen Jahren über das sehr ehrgeizige Probjekt von taxmobil berichtet habe. Demanch sollen Bürger in Städten eine Mobilitätsflatrate von 48 EUR pro Monat buchen können. Dafür sollen sie innerhalb der Stadt zu jedem Zeitpunkt ohne Mehrkosten von A nach B befördert werden. Eine zentrale Rolle spielen die Taxis, die alle Anfragen abdecken, die nicht durch andere Angebote abgedeckt werden können. Leider handelt es sich bei diesem Angebot bisher um eine Vision. Noch gibt es keine Stadt, in der aus ausprobiert werden kann.

Was wollte ich mit dieser Auflistung bezwecken? Es gibt mittlerweile für Anbieter von innovativen Mobilitätskonzepten, wie z.B. des p2p-Carsharings sehr viele potenzielle Kooperations- und Vertriebspartner. Genau solche Partner sollten frühzeitig eingebunden werden, damit man keine Stand-Alone- sondern eine Systemlösung seinen Kunden anbieten kann. Dann spricht man von Systeminnovationen. Damit steigen die Erfolgschancen enorm. Aus meiner Sicht sollte man bei Neubaugebieten von Großstädten anfangen. Hier können Mobilitätsgesamtlösungen schnell auf große Nachfrage stoßen.

2 Responses to Mobilitätskonzepte der Zukunft müssen vernetzt sein

  1. JulianM sagt:

    Ein toller Artikel mit vielen Anregungen!

  2. Eddie sagt:

    Der Facebook Like Button wuerde sich gut im Blog machen, oder ist er mir entgangen?

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