In Idee - Handel, Mutmacher, Trends

Gute Konzepte gegen Leerstände in Innenstädten sind gefragt

Wir haben hier im Blog schon öfters darüber berichtet, dass es immer schwieriger wird, in Innenstädten geeignete Nachmieter für Ladengeschäfte zu finden, wenn Einzelhändler ihr Geschäft aufgeben. Aufgabe von Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung sollte es nicht nur sein, Nachmieter zu finden, sondern auch darauf zu achten, dass eine Angebotsvielfalt erhalten bleibt, damit die Innenstädte attraktiv bleiben. Das ist gar nicht so einfach. Da wirkt es schon fast hilflos, wenn Wirtschaftsförderungen Gründerwettbewerbe ausrufen und als ersten Preis ausloben, dass der Gewinner für ein Jahr mietfrei Geschäftsräume beziehen kann. Vielmehr sind nachhaltige Gesamtkonzepte gefragt.

Vor mehr als einem Jahr habe ich z.B. darüber berichtet, dass die Stadtverantwortlichen in Nort Tynside (Stadt im Norden von England) in den Schaufenstern der leeren Geschäfte Schaufensterkulissen aufbauten, die aufzeigten, welche Art von Geschäften dort sinnvoll wären. Bei mehr als 140 leerstehenden Geschäften war das eine sehr gute Idee. Damit wurden potentielle Einzelhändler gezielt angesprochen und zudem wurde dafür gesorgt, dass die Fensterfronten der geschlossenen Geschäfte nicht so düster und leer aussahen. Die Aktion kam so gut an, dass mittlerweile für die verschiedensten Geschäfte Kulissenfronten erstellt wurden, die nach Vermietung ins nächste leer stehende Geschäft gestellt wurden.

Eine gute Lösung sind auch PopUp-Shopkonzepte. Damit können sogar ECommerce-Anbieter angelockt werden, wie Hannes Treichl ausfindig gemacht hat. Er hat die Idee gleich weitergesponnen: „Du betreibst einen Online Shop den du bekannter machen willst? Oder möchtest du deine Webseite auf die Straße bringen? Geh zu deinem Bürgermeister! Sprich ihn auf die vielen toten Augen in der Stadt an. Er wird dir für ganz wenig Geld ein leeres Schaufenster schenken. Sofern du ihm deine Idee richtig verkaufst. Welche das sein könnte, verrät dir dieses Video. Eine hervorragende Möglichkeit, um dein Online Angebot bekannter zu machen. Direkt neben der Luxusboutique oder dem Telekom Shop. Für wenig Geld statt horrender Geschäftsmieten.“

Noch besser ist es natürlich, wenn nicht nur die Schaufenster wiederbelebt werden, indem Sie umfunktioniert werden, sondern indem auch die Geschäfte zu neuem Leben erweckt werden. Eine gute Idee ist z.B. der StartUp-Store in New York. In diesem Geschäft werden bis zu sechs Angebote von Produktherstellern, ECommerce-Anbieter und Co. für mehrere Monate präsentiert. Danach wird das Sortiment ausgetauscht und alles geht von vorne los. Der Vorteil ist, dass auch nicht internetaffine Menschen über neue Angebote informiert werden und auch realen Menschen Fragen stellen können. Der erinnert mich an die Idee des Erfinderladens, über den wir hier im Blog schon berichtet haben. Warum gibt es solche Geschäfte nicht in allen großen Städten, evtl. unterstützt von den Wirtschaftsförderungen vor Ort? Aus meiner Sicht sind aber auch die Immobilieneigentümer und Makler gefragt, um innovative Konzepte zu entwickeln. Warum gibt es noch keinen Makler, der sich auf die Vermittlung von PopUp-Shops spezialisiert hat?

3 Responses to Gute Konzepte gegen Leerstände in Innenstädten sind gefragt

  1. […] schöne Ideen um auf leerstehende Geschäfte in Innenstädten aufmerksam zu machen und gleichzeitig die Vielfalt zu […]

  2. […] Januar 2012 habe ich erstmals hier im Blog über das Konzept des StartUp Stores in New York berichtet: “In diesem Geschäft werden bis zu sechs Angebote von StartUps […]

  3. […] gibt viele gute Lösungskonzepte, um leerstehende Geschäftsräume zu vermeiden. Eine Lösung kann darin bestehen, Pop-Up-Konzepte […]

Schreibe einen Kommentar