In Idee - Handel, Trends

BusinessTrend-Wachtlist: Tante Emma Laden 2.0



Foto: Future Store

Schon vor vielen Jahren haben wir uns hier im Blog damit beschäftigt, wie das Einzelhandelsgeschäft der Zukunft aussehen kann, wie z.B. hier, hier, hier und hier. Selbst Mc Kinsey hat in einer Studie im Jahr 2007 das Revival der Tante Emma Läden prognostiziert. Seitdem hat sich einiges getan, wie man unserer Rubrik “Idee – Handel” entnehmen kann. Deshalb nutze ich heute die Gelegenheit für ein Update, indem ich offiziell den Tante Emma Laden 2.0 auf meine BusinessTrend-Watchlist setze.

Ein Leuchtturmprojekt der Neuzeit ist das Kochhaus in Berlin, über das wir im Januar 2011 hier im Blog berichtet haben. Besonders daran ist die Darstellung der Waren. Nicht lieblos im Regal, sondern passend zu Kochrezepten auf Thementischen angerichtet werden die Waren präsentiert, egal ob Lebensmittel oder Kochutensilien. Und auch der Eventcharakter kommt nicht zu kurz. Regelmäßig werden Kochkurse im Geschäft angeboten. Und dem Bequemlichkeitswunsch des Kunden wird auch Rechnung getragen. Die Kunden können alle Waren nach Hause liefern lassen. Damit sind fast alle Wünsche der Kunden in einem Geschäft erfüllt worden.

Eine Herausforderung der Tante Emma Läden 2.0 besteht darin, eine Community aufzubauen und zu pflegen. Das kann bis dahin führen, die Mitglieder der Community bei der Finanzierung des Ladens mit einzubinden, wie das z.B. bei Bio-Mitgliederläden der Fall ist. Es gibt aber noch ganz andere Möglichkeiten, wie z.B. die Mitglieder und Fans aktiv eingebunden werden können, wie wir z.B. hier und hier beschrieben haben. Ebenfalls sehr beliebt sind sog. Mischkonzepte, z.B. Handel und Imbiss miteinander zu kombinieren, wie das Fresh N Friends vorlebt.

Zudem macht die moderne Technik heute Angebote und Serviceleistungen möglich, die früher noch undenkbar waren. Im Future Store werden z.B. Technologieanwendungen von morgen eingesetzt und getestet. Andere Einzelhändler wie Tesco beschäftigen Meterologen, um täglich das passende Warenangebot anbieten zu können. Andere Händler räumen ihre Regale bis zu dreimal am Tag um, um zu jeder Tageszeit die passenden Produkte in ausreichender Menge anbieten zu können, auch die Ladenflächen sehr klein sind. Oder sie drucken Kochrezepte auf der Quittung aus, die zu den eingekauften Produkten passen.

Und natürlich werden heute auch die Smartphone-Besitzer im Laden adressiert, z.B. via Augmented Reality Anwendungen. Oder es werden Plakatwände als Abverkaufsstellen genutzt. Und nicht immer müssen die Tante Emma Läden die Webkompetenz besitzen. Via Online-Lebensmittellieferdienst Hubbub können werden die Bestellungen an Geschäfte vor Ort gebündelt und in einer Lieferung versendet. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, weshalb wir uns heute intensiver mit dem Tante Emma 2.0 Phänomen beschäftigen. Dabei handelt es sich aber längst nicht nur um Läden für Nerds und Techies. Innovationen haben nicht immer etwas mit Bits und Bytes zu tun.

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