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BusinessTrend Watchlist: Urban Farming

Der Kampf um Acker- und Anbauflächen ist längst entbrannt. Selbst große Konzerne mischen dabei mit, denn sie wissen, dass bei steigender Bevölkerungszahl Lebensmittel knapp werden. In diesem Fall werden immer mehr Staaten prüfen, ob sie überhaupt noch landwirtschaftlich erzeugte Produkte ausführen oder doch selbst für die eigene Bevölkerung verwenden werden. Zudem sind lange Lieferwege ökologisch bedenklich und auch Missernten können in Zukunft dazu führen, dass in Zukunft Agrar-Lebensmittel knapp werden könnten.

Diese Probleme haben Vordenker schon vor vielen Jahren erkannt und Lösungskonzepte entwickelt. Eine solche Lösung heißt Vertical Farm. Ich habe bereits 2007 hier im Blog über die Idee von Gewächshochhäusern in der Stadt berichtet. Vorteil wäre, dass die Lieferwege zu den Konsumtenen in der Stadt sehr gering wären oder sogar wegfallen würden, zudem könnte durch den vertikalen Ansatz mehr Anbaufläche als bisher vorhanden generiert werden und zudem könnten Missernten vermieden werden.

Seit meinem ersten Bericht über Vertical Farms hat sich viel getan. Allein Trendhunter hat bis heute zig Beispiele aus der ganzen Welt aufgelistet, die aufzeigen, wie Stadtland zu Farmland werden kann. Solche Vertical Farms werden dank Wasseraufbereitungsanlagen sowie Wind- und Solarenergie immer mehr zu Selbstversorgern und können fast autark existieren.

Urban Farming bedeutet aber noch mehr. So haben findige Geschäftsleute die Chance erkannt, Hausgärten in Städten als Gemüseanbauflächen zu bewirtschaften, um neue Flächen zu generieren. Zudem wird es bald einen “Kampf um die Dächer” geben. Dort kann man Solar- oder Windanlagen aufstellen oder einen Gemüsegarten anlegen. Nachfolgende Generationen werden nur mit dem Kopf schütteln, wenn sie erfahren, dass Hausdächer bis einschließlich zum 20. Jahrhundert fast nicht genutzt wurden.

Urban Farming zeigt einen typischen Trendverlauf. Zu Beginn gab es Utopisten, deren Projekte (Vertical Farms) meist aus wirtschaftlichen (aber zum Teil auch aus technischen) Gründen nicht umgesetzt wurden. Dann gab es die ersten Pilotprojekte. Dann gab es immer mehr Lösungskonzepte (Vertical Farms, Dachfarmen, Gemüsevorgärten) für immer mehr Verwendungszwecke aus verschiedenen Beweggründen. Und jetzt gibt es immer mehr Länder und Städte, in denen Urban Farming in unterschiedlichen Formen durchgeführt wird. Damit handelt es sich um einen sehr stabilen, nachhaltigen Trend, dessen Vielfalt wir heute hier präsentieren wollen.