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Neue Einblicke durch Jobrotation außerhalb des Unternehmens

In vielen Unternehmen hat es sich schon herumgesprochen, dass es sehr sinnvoll sein kann, wenn Mitarbeiter im Unternehmen öfters ihren Job untereinander tauschen. Damit erhalten die Mitarbeiter einen besseren Einblick in die Arbeit ihrer Kollegen, was die Zusammenarbeit anschliessend deutlich verbessert. Zudem können mehrere Mitarbeiter einen Kollegen vertreten, wenn er krank ist. Und last but not least sind die Mitarbeiter motivierter, wenn sie nicht jahrelang die gleichen Routinearbeiten durchführen müssen.



Bildquellenangabe: Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com / pixelio.de

Aber warum sollte solch eine Jobrotation nur innerhalb eines Unternehmens durchgeführt werden? Das dachten sich auch die Inhaber der Werbeagentur Sane & Able, die die Creative Swap Week in Großbritannien ins Leben gerufen haben. Im Rahmen dieser Aktionswoche hatten die Mitarbeiter von Werbe- und Kreativagenturen in einer Septemberwoche die Möglichkeit, für fünf Tage mit einem Kollegen aus einer anderen Agentur den Arbeitsplatz zu tauschen. Besonders sinnvoll ist aus meiner Sicht solch ein Jobtausch bei kooperierenden Unternehmen, weniger sinnvoll bei konkurrierenden Unternehmen. Insofern ist das Matching das A und O solch einer Aktion.

Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann würde ich mir wünschen, dass es solche SwapWeeks in und für Behörden und Verwaltungen geben würde. Denn uns Bürgern fällt immer wieder auf, dass Anträge, die bei Behörden gestellt werden, häufig sehr lange liegen bleiben, bis sie bearbeitet werden. Das liegt u.a. auch daran, dass die Anträge von einem Schreibtisch zum nächsten “abgeschoben” werden oder sogar von Behörde zu Behörde wandern und die einzelnen Verantwortlichen eher gegeneinander als miteinander arbeiten. Darunter leider der Bürger genauso wie das Image der Behörden. Durch SwapWeeks könnte dieses Problem vermindert werden.

Und warum sollte solch eine Aktion nur für Mitarbeiter eines Unternehmens angeboten werden? Das dachten sich auch die Veranstalter des Fortune Wettbewerbes Best Companies, die die Geschäftsführer zweier Siegerunternehmen dazu motivierten, für einen Tag den Platz des Siegerkollegens einzunehmen. Konkret half Container Store-Chef Kip Tindell für einen Tag im Build-a-Bear-Geschäft aus und Maxine Clark arbeitete dafür einen Tag im Container-Store. Beide Chefs leiten große Einzelhandelsfilialketten und konnten sich somit für einen Tag inspirieren lassen.



Bildquellenangabe: Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com / pixelio.de

Genial wäre natürlich auch, wenn die Mitarbeiter für eine begrenzte Zeit in den Firmen ihrer größten Kunden arbeiten würden, um sich auch in ihre Kunden hineinversetzen zu können und Ansätze für die Verbesserung der Zusammenarbeit herausfinden zu können. Vor einigen Jahren habe ich hier im Blog darüber berichtet, dass die Auszubildenden der Volksbank Eisenberg dazu angehalten werden, ein Praktikum bei einem Großkunden zu machen, um dessen Anliegen in Zukunft besser verstehen zu können.

One Response to Neue Einblicke durch Jobrotation außerhalb des Unternehmens

  1. Tomas Ehmann sagt:

    Eigentlich müsste man für diese Idee gleich eine Petition einreichen. Thema: Pflichtrotation bei Behördenmitarbeitern mit Kundenkontakt :-)!

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