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Einfach ist nicht immer einfach

Steve Jobs ist der „Mach-es-einfach“-Papst gewesen. So wurde der iPod zum riesigen Erfolg, und auch das iPhone und auch iTunes und, und, und. Viele andere haben auch erkannt, dass das Einfachheits-Prinzip immer im Trend ist und auch bleiben wird. Woot.com beherrscht dieses Prinzip in Perfektion. Damals zum Start schien es schon sehr mutig, aber auch einfältig, jeden Tag nur ein Produkt im ECommerce-Shop anzubieten. Der Erfolg war und ist riesig. Oder denken wir an Google. Die Startseite besteht quasi nur aus einem Eingabefeld (plus einer schlichten Navigation am Rand). Das war nicht nur damals, sondern ist auch noch heute revolutionär.

Oder denken wir an das Prepaid-System. Dabei handelt es sich um eine Non-Tech-Innovation. Ich behaupte, dass erst dadurch das Handy zum Massenartikel werden konnte, das sich quasi jeder leisten kann. Erfrischend finde ich, dass das Einfachheits-Prinzip immer mehr Branchen erobert. So versucht die ERGO-Versicherung nicht nur seit einiger Zeit, Kundenversteher zu werden, sondern auch Klartext zu reden und das in einer einfachen, leicht verständlichen Sprache. Dabei werden nicht nur die AGB´s gnadenlos entrümpelt, sondern auch in einem verständlicheren Deutsch „übersetzt“, sprich vom Juristen-Kauderwelsch weitgehend befreit.

Im 1. Video zeigt ergo z.B. auf, dass nicht nur die AGB´s in ein verständliches Deutsch übersetzt wurden, sondern auch die ganze Korrespondenz einfacher und verständlicher wird bzw. werden soll. Dabei ist es gar nicht so einfach, etwas zu vereinfachen. Das wird im 2. Video gut veranschaulicht. Und auch das gehört dazu, dass man den Kunden (immer noch sehr kontrolliert und begrenzt) hinter die Kulissen schauen lässt und erklärt, wie neue Produkte oder Verhaltensweisen zustande kommen und welche Probleme auf dem Weg dahin weggeräumt werden müssen. Ja, das Leben als „Entrümpler“ ist hart und steinig. Aber es lohnt sich. Nur wenn der Kunden einen versteht, kann er auch wieder Vertrauen auf- und ausbauen.

Natürlich ist Ergo nicht in allen Bereichen ein „Musterknabe“. Aber mir geht es hier im Blog auch gar nicht darum, Absolution zu erteilen. Vielmehr will ich gute Initiativen und Aktionen aufzeigen und dazu inspirieren, dass sich mehr davon „anstecken lassen“ und es vielleicht sogar noch besser umsetzen als das „Original“ oder das „Dickschiff“. Aus meiner Sicht macht das z.B. EasyCard sehr gut, über die wir im Rahmen des Seedmatch-Crowdfundings ausführlich berichtet haben. Und auch easyCard macht mittlerweile in Sachen „Fernsehwerbung“ eine gute Figur. Ist schon spannend, wie schnell im Internetzeitalter StartUps auf Augenhöhe mit den ganz Großen der Branche agieren.

Mehr dazu, warum einfach so kompliziert ist, erfahrt Ihr hier.

3 Responses to Einfach ist nicht immer einfach

  1. Ein Artikel ganz nach meinem Geschmack. Mein Slogan lautet: Einfach muss es sein, so dass es jeder versteht.

    Marketingstrategien scheinen so fürchterlich kompliziert, dass niemand auch nur auf die Idee kommt, sich selbst mal daran zu wagen. Dabei ist doch der Kern, die Grundidee, immer eine simple Sache. Diese wieder auszugraben und in einer verständliche Form zu verpacken, dieser Idee habe ich mich „verschrieben“. Und ja, ich stimme zu, es wieder „Zurückzuvereinfachen“ ist eine z.T. knifflige Arbeit. Die ich aber gern mache. Nur weil es sich mit einfachen Worten erklären lässt, ist es ja immer noch eine Menge Arbeit, die dahinter steckt. Reden wir doch lieber darüber, auf Augenhöhe. Jeder hat seine Stärken, und das ist auch gut so. Ich mochte noch nie gern mit Fremdworten beeindrucken, oder sollen wir lieber einschüchtern sagen?

    Vor kurzem traf ich einen Arzt, der sein Fachgebiet auch mit ganz einfachen Beispielen erklären konnte, das hat mich sehr beeindruckt. Damit gewann er auch sofort mein Vertrauen…!

  2. tomas sagt:

    Einfach „ansich“ ist doch immer einfach :-)! Ein „Gen“ des „Einfachen“ ist das „intuitive“ verstehen. Bei „Verpackungen“, bei der Bedienung von Geräten, bei der Bedienung von Internetseiten, beim „Botschaften“ usw. Salopp gesagt – wenn die Meldung kommt „Bauch an Hirn“…“Bauch an Hirn“ ist es „Einfach“, weil „Bauch“ nicht denken kann 🙂 – Was jetzt natürlich nicht heißen soll, wer nicht denkt ist einfach – gell :-)!

  3. Hallo Andrea,

    danke für Deinen wichtigen Hinweis, dass Einfachheit dazu führen kann, dass das Vertrauen in den Anbieter steigt.

    Gruss

    Burkhard

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