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Liefert Google Trends gute Frühwarnsignale für Aktienanalysten?

BigData ist seit einiger Zeit das Hype-Thema Nr. 1. Dabei beschäftigen sich Analysten, Wissenschaftler und Co. schon sei sehr vielen Jahren damit, wie man aus der Masse der Daten im Netz nützliche Informationen herausfiltern und auf deren Basis auch zuverlässige Prognosen erstellen kann. Sehr fleißig sind z.B. alle, die sich mit Aktienanalysen beschäftigen. Im April 2011 habe ich mir hier im Blog die Frage gestellt, ob man mit Hilfe von Twitter relativ zuverlässige Aktienkursprognosen erstellen kann.

Forscher am Institut für Physik der Boston University und an der Warwick Business School in Coventry haben nun eine Studie veröffentlicht, in der sie zeigen, wie man Google Trends für Kursprognosen einsetzen kann. Im Rahmen der Studie haben die Wissenschaftler überprüft, ob es eine Korrelation ( Verbindung) zwischen der Häufigkeit von am Finanzmarkt relevanten Suchbegriffen und Aktienkursentwickelungen gab. Untersuchungszeitraum waren 2004 bis 2011.

Dabei konnten einige verblüffende Erkenntnisse gesammelt werden, wie z.B. TR berichtet: „Die Ergebnisse der Analyse sind durchaus interessant. So ergab sich, dass das häufige Vorkommen des simplen Suchbegriffs „Debt“ (Schulden) einer der Indikatoren mit den größten Marktchancen war. Ein daraus entwickelter Handelsplan, der nach Veränderungen im Suchaufkommen bei diesem Begriff suchte, hätte im Erfassungszeitraum einen Gewinn von sage und schreibe 326 Prozent erzeugt.“

Hinterher ist es natürlich immer einfach, Kursprognosemodelle zu entwickeln, mit deren Einsatz man astronomische Gewinne an Aktienmärkten hätte einfahren können. Noch bleibt der Beweis aus, ob das auch für die Zukunft funktioniert. Aber eines ist jetzt schon sicher: Aktienanalysten werden Google Trends & Co. vermerkt dafür nutzen, um Aktienkursprognosen vorzunehmen. Marktforscher nutzen schliesslich auch schon seit Jahren Google Trends, um Markttrends zu ermitteln.

Bildquellenangabe: Markus Hein / pixelio.de

2 Responses to Liefert Google Trends gute Frühwarnsignale für Aktienanalysten?

  1. Tom sagt:

    Die Algorithmen machen den Markt. Aktien werden heute nicht mehr über Tage oder gar Monate gehalten – das geht in Sekunden :-), Schneller als ein Mensch eine Entscheidung treffen kann – übernehmen die Algorithmen die Entscheidung. Da das alle Martkteilnemher machen und alle mit dem Ziel, den größmöglichen Gewinn zu erzielen, hat sich die Finanzindustrie längst von der realen Welt verabschiedet. Das „Google Experiment“ dient den Algorithmen und dem Profit. Aktienkurse die wir sehen sind nur das letzte Abbild dessen, was schon längst passiert ist.

    Ähnliches im Marketing. Die Maus wird demnächst durch den „Wimpernschlag“ ersetzt – alle Daten die ein „Konsument“ so den Tag über generiert…Einkauf…Kontakte…Wege…Suche… usw…werden erfasst. Sociale Netzwerke machen nichts anderes als genau das. Die Algorithmen machen den Markt und generieren immer „besser“ was der Verbraucher gerdae braucht,- ob der das dann will – wird er über kurz oder lang selbst nicht mehr wissen :-)….wollen :-)!!

  2. Christoph sagt:

    Aus meiner Sicht bietet Google Trends ein riesiges Potenzial für Modelle, die nicht nur super auf die Vergangenheit passen, sondern durchaus auch prognostischen Wert haben können. Um das (zumindest ansatzweise) mal zu prüfen, habe ich spaßeshalber anhand von Google Trends mal einen Wert prognostiziert, der im Februar veröffentlicht wird. Ich bin gespannt, wie nah dran am tatsächlichen Wert das Modell am Ende liegen wird.

    http://mediaforecast.wordpress.com/2014/01/23/kundenzahlen_prognose_sky/

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