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Warum sich Biohacker Rich Lee “Kopfhörer” in die Ohrmuschel hat implantieren lassen

Heute gibt es viele Hilfsmittel, die uns das Leben erleichtern, wie z.B. ein Smartphone, Navigeräte etc. Allerdings ist deren Bedienung immer noch umständlich. Deshalb erhält das Google Glass derzeit so viel Aufmerksamkeit. Denn damit sollen viele Dinge intuitiv erledigt werden, ohne noch umständlich auf Knöpfe zu drücken etc. Aber das scheint vielen auch noch zu umständlich zu sein. Der ganz neue Trend nennt sich “Biohacking”: Menschlichen Körper mit Technik “bestücken”, um so die Fähigkeiten, etwa die Wahrnehmung, zu verbessern oder um Defizite auszugleichen.

So hat sich der Biohacker Rich Lee Magnete in die Ohrmuscheln implantieren lassen, die als Kopfhörer dienen (wir kennen das Prinzip schon vom Kochlea-Implantat für Schwerhörige oder Gehörlose). Somit braucht er keine Kopfhörer mehr, um unterwegs Musik hören zu können, ohne andere zu stören. Das klingt im ersten Moment krass, ist aber ein Trend, der wohl nicht mehr aufzuhalten ist. Golem.de beschreibt die Funktionsweise dieses “Ohrmuschelkopfhörers” wie folgt:

“Das System besteht aus zwei Magneten, die jeweils in den Tragus eingesetzt wurde – der Tragus ist der kleine Knorpel vor dem Eingang des Gehörgangs. Hinzu kommt ein Sender in Form einer Spule, die Lee um den Hals trägt. An der Spule hängen ein Verstärker und ein Akku. Die Spule wird an ein Abspielgerät, etwa das Smartphone, angeschlossen. Das System ist weitgehend unsichtbar: Die Spule verschwindet unter dem Hemd, die implantierten Magnete sind praktisch nicht zu erkennen.”

Der “Ohrmuschelkopfhörer” soll allerdings noch anders eingesetzt werden. Lee will z.B. ein Richtmikrofon an sein Smartphone anschließen, um die Gespräche anderer Menschen im Raum belauschen zu können. Er könnte sich auch vorstellen, eine App zu installieren, die das Stressniveau einer Stimme erkennen kann. So könnte er die Anwendung als Lügendetektor nutzen. Lee plant zudem, mit zusätzlichen Sensoren seine Wahrnehmung zu erweitern: Er will beispielsweise Wärme und Kälte hören können.

Im ersten Moment klingt das Vorhaben nach “Selbstverstümmelung” eines experimentierfreudigen Geeks. Der wahre Hintergrund ist aber ernster, wie Golem.de schreibt: “Bei dem Kopfhörer-Projekt ging es Lee jedoch nicht allein um das Biohacking. Er befürchte, zu erblinden, schreibt Lee: Er habe vor einigen Jahren die Sehfähigkeit auf dem rechten Auge weitgehend verloren und befürchte, dass das Gleiche auch mit dem linken passieren werde. Er wolle deshalb einen Ultraschallentfernungsmesser an das System anschließen, der ihm mit einem Summen auf Hindernisse aufmerksam mache – vergleichbar dem Orientierungssystem einer Fledermaus.”

Mehr Infos im Originalartikel unter hplusmagazine und im folgenden fünfminütigen Video. Mehr Hintergrundinfos zum Zukunftstrend Bio- bzw. Bodyhacking gibt es hier.

Bildquellenangabe: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

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