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Ab 2015 will auch Amazon Pakete mit Drohnen ausliefern

Im Oktober sorgte das australische StartUp Flirty für viel Presseaufmerksamkeit, weil es in Kooperation mit dem Buchversender Zookal Bücher mit Hilfe einer Drohne ausliefern will. Schon damals habe ich mich gefragt, wie lange es bei Amazon dauern würde, bis auch sie das Thema aufgreifen würden. Denn schliesslich ist Amazon schon seit einiger Zeit auf der Suche nach vielen innovativen Logistikideen. Und kurz vor dem Weihnachtsgeschäft wäre es doch prima, mit einer außergewöhnlichen Idee überall in der Presse zu erscheinen.

Und tatsächlich hat jetzt Amazon Chef Jeff Bezos in einem Interview in einer CBS Senund die “Bombe platzen” lassen. Amazon wolle ab 2015 kleinere Pakete mit Drohnen ausliefern. Um zu “beweisen”, wie ernst es Amazon mit diesen Plänen ist, wurde flugs eine eigene Webseite zu diesem Thema errichtet. Hier wird erläutert, dass die größte Hürde für die Umsetzung darin bestünde, eine Zulassung durch die US Bundesluftfahrtbehörde FAA zu bekommen. In einem Video werden die ersten Flugversuche der Drone gezeigt.

Das Projekt lautet offiziell auf den Namen “PrimeAir”. Jeff Bezos selbst spricht liebevoll von seinem “Octocopter”. Damit könnte er nicht innerhalb eines Tages, sondern innerhalb von 30 Minuten nach Besstellung die Ware ausliefern. Dadurch könnten ganz neue Standards hinsichtlich der Liefergeschwindigkeit erzielt werden. Allerdings liegt die Reichweite des Octocopters derzeit bei 10 Meilen (ca. 16 km). Damit müsste eine dezentrale Logistikstruktur aufgebaut werden.

Es gibt aber noch weitere Beschränkungen. Bisher könne der Octocopter nur Waren ausliefern, die nicht schwerer als 5 Pfund (entspricht 2,27 kg) sind. Da allerdings mehr als 80 % der Amazon-Lieferungen über Kurzdistanzen nicht mehr als 5 Pfund wiegen würden, könnte eine Vielzahl der Auslieferungen in Zukunft mit Drohnen erfolgen. Ob das wirklich bald Zukunftsmusik sein wird, darf bezweifelt werden. Denn die Tücke liegt im Detail. So darf in Australien eine Drohne keine Kamera haben, weshalb das StartUp Flirty ganz neue Navigationssysteme austestet.

Eins ist aber sicher. Am Thema “Drohne” als Liefergehilfe kommen wir so schnell nicht mehr vorbei. Ich habe hier im Blog schon darüber berichtet, dass Dominos Pizza die Möglichkeit testet, die Bestellung via Drohne auszuliefern. Und ein Restaurant in London bringt das Essen auch schon per Drohne zu den Gästen. Neugierig geworden? Hier gibt es noch viel mehr Einsatzmöglichkeiten für Drohnen, die derzeit ausprobiert werden.

Und wer ist wieder der Zeit voraus? Chris Anderson, ehem. Wired-Chefredakteuer und Erfolgsbuchautor (Long Tail, Free-Economy, Makers), hat im Jahr 2009 zusammen mit Jordi Munoz die Firma 3D Robotics gegründet. Der Firma steht er bis heute als CEO vor. 3D Robotics liefert Bausätze und fertig montierte Flugzeugmodelle und Drohnen und macht damit immerhin schon mehr als 15 Mio. USD Jahresumsatz. Da viele Drohnen in naher Zukunft für die verschiedensten Zwecke erst in Kleinserien getestet werden, wird 3D Robotics am Drohnen-Boom sicherlich auch stark profitieren.

2 Responses to Ab 2015 will auch Amazon Pakete mit Drohnen ausliefern

  1. […] letzten Artikel habe ich aufgezeigt, wie Amazon-Chef Steve Bezos mit der Liefer-Drohne ein aktuelles Hype-Thema zum richtigen Zeitpunkt aufgegriffen und medienwirksam verarbeitet hat. […]

  2. […] hat Jeff Bezos vor einigen Tagen eine richtige PR-Welle ausgelöst, mit dem Gedankenspiel, in einigen Jahren Pakete via Drohnen auszuliefern. Obwohl es solche Gedankenspiele schon länger […]

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