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Wird Facebook bis 2017 tatsächlich 80 % der Nutzer verlieren

Morgen feiert Facebook 10 jährigen Geburtstag. Und eigentlich gibt es viele Gründe, zu feiern. So gibt es mittlerweile mehr als 1,2 Mrd. Mitglieder weltweit. Noch wichtiger: Die Zahl der täglich aktiven Nutzer ist im letzten Jahr um 22% auf 757 Mio. Nutzer gestiegen. Und das Geschäft rentiert sich immer mehr. Vor wenigen Tagen konnte Facebook die neuen Unternehmenskennzahlen vermelden, die die Aktionäre in Verzückung versetzten. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 55 % an. Das Jahresergebnis explodierte förmlich von 53 Mio auf 1,5 Mrd. USD. Mehr als 50 % der Werebeerlöse sind dem Mobile Advertising zuzuordnen. Kein Wunder, dass die Aktie historische Höchstkurse erklomm und momentan (fast) alle im Facebook-Umfeld glücklich sind.

Doch genau in dieser Jubelstimmung platzt eine Prognose von Wissenschaftlern der hoch anerkannten Princeton University herein, die aufhorchen lässt. Darin geben die Forscher die Prognose ab, dass Facebook bis zum Jahr 2017 mehr als 80 % seiner jetzigen Nutzer verlieren würde. Kein Aprilscherz! Sie vergleichen das explosive Mitgliederwachstum von Facebook mit der einer Krankheitsepidemie und glauben, dass ähnlich wie bei einer Epidemie nach dem Höhepunkt ein Rückgang von 80 % zu verzeichnen sei. Und dass solch ein Vergleich zulässig wäre, erkläre sich schon damit, dass eine ähnliche Prognose hinsichtlich der Entwicklung der Mitgliederzahlen von MySpace fast exakt eintraf.

Laut John Cannarella und Joshua Spechler, von der mechanischen und Raumfahrttechnik-Abteilung der US-Universität Princeton, erreichte Facebook seinen Peek im Dezember 2012, seitdem sinke die Zahl der Google-Suchanfragen nach Facebook signifikant. Kritiker dieser Studie verweisen allerdings darauf, dass dieser Rückgang auch aufgrund verstärkter Nutzung mobiler Endgeräte zurückzuführen sei und Google Trends als einziger Frühindikator nicht zuverlässig genug sei. Wenn man allerdings länger nachdenkt, wird man feststellen, dass es noch mehr Frühindikatoren gibt, die einen aufhorchen lassen sollten.

Die Zahl der aktiven Nutzer im jugendlichen Alter soll zurückgehen. Facebook dementiert diesen Sachstand nicht wirklich. Weiterhin erkennt man ein gewisse Müdigkeit der Nutzer, sich öffentlich mitzuteilen. Der NSA-Skandal wird weitreichendere Folgen auf das Nutzerverhalten haben, als es sich bisher die Menschen vorstellen können. Das könnte vor allem für europäische Nutzer gelten. Zudem gibt es immer mehr andere Social Networks, die hohe Mitgliederzuwächse verzeichnen, wie z.B. YY, die auf Video-Live-Chats setzen. Das alles muss nichts heißen, sollte einem aber zumindest sensibilisieren. Was meint Ihr?

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