In Geschäftsidee, Idee - ecommerce, Marketing - Event, Marketing - Fans, Marketing - loyal, Marketing - Service, V - Erfolgsfaktoren

Keller Sports sorgt für Furore im Sportartikel-Onlinehandel

Viele stationäre Händler kämpfen seit Jahren ums Überleben, auch weil ihnen immer mehr Online-Händler die Umsätze abgraben. Dabei übersehen viele die Tatsache, dass sich auch immer mehr Onlinehändler gegen die immer stärker werdende Konkurrenz behaupten müssen. Damit meine ich nicht nur Amazon, sondern auch Hersteller wie Nike, die nicht nur immer massiver ins Endkundengeschäft vorstoßen, sondern immer genauer prüfen, mit welchen Händlern sie in Zukunft überhaupt noch zusammenarbeiten wollen.

Deshalb müssen sich die Onlinehändler der Zukunft immer mehr als unverzichtbare Partner von Markenherstellern positionieren und ein Umfeld schaffen, in dem die Marken gerne präsentiert werden. Wie das gelingen kann? Der Onlinehändler Keller Sports ist dafür ein sehr gutes Beispiel, der im Jahr 2005 von den Brüdern Moritz und Jakob Keller in München gegründet wurde. Mittlerweile erzielt das Unternehmen einen zweistelligen Millionenumsatz pro Jahr, bietet eine fünfstellige Zahl an Artikeln an, beschäftigt mehr als 50 Mitarbeiter, ist in mehr als 30 Ländern präsent und konnte mit Reinman Investors sowie den Scout24-Mitgründer Christian Mangstl und den MyMuesli-Gründern Max Wittrock, Hubertus Bessau und Philipp Kraiss namhafte Investoren an Bord holen.

Was sind nun die Erfolgsgeheimnisse dieses Onlinehändlers. Das Fundament ist die gute Beziehung zu den Markenherstellern, die einer Partnerschaft gleicht. So veranstalten die Markenhersteller für die Kunden von Keller Sports kostenfreie Erlebnistouren und bieten ihnen auch immer wieder Einzelstücke an, die von den berühmten Namensgebern der Schuhe signiert werden. Und selbst als Keller Sports den ersten Flagshipstore in München eröffnet hat, erhielten die Gründer wertvolle Tipps von den Herstellern, die diebezüglich schon wertvolle Erfahrungen sammeln konnten. Wie ist es den Keller Brüdern gelungen, solche eine gute Beziehung zu den Herstellern aufzubauen?

Die Basis dafür ist klar umrissene Premium-Zielgruppe von Keller Sports: Berufstätige Topverdiener, die in ihrer Freizeit gerne Einzelsportarten, wie z.B. Laufen, Radfahren, Skifahren, Tennis, Fitnesstraining oder andere Outdoor-Aktivitäten betreiben. Auf der Webseite sollen sie schnell die Produkte finden, die für sie am besten geeignet sind. Dafür wurde die Keller Sports Product Matching Engine entwickelt, die je nach Sportart und Sportartikel die verschiedenen Such- und Filterfunktionen variiert: Weil ein Tennisspieler an seine Sportschuhe eben ganz andere Anforderungen stellt als ein Laufsportler oder ein Fitness-Fan.

So berücksichtigt die Keller Sports Product Matching Engine die Selektion von zum Beispiel Sportschuhen nicht nur nach Größen, Marken, Preisen und so weiter, sie unterscheidet außerdem individuelle Läufertypen, das Gewicht des Läufers, die Dämpfung des Schuhs, den bevorzugten Untergrund, geplante Laufarten wie Stabil versus Natural und so weiter. Um jeweils die passende Einordnung und Empfehlung durchzuführen, braucht es auch qualifizierte Experten und Mitarbeiter, die die Produkte im Alltag testen und ihr Know how in Videos, Blogs und den eigenen Produktbeschreibungen zur Verfügung stellen. Dabei hilft, dass alle Mitarbeiter vom Arbeitgeber ein Fitnessstudio-Abo geschenkt bekommen.

Die Kunst eines erfolgreichen Händlers besteht u.a. darin, die Kunden immer wieder neu bei sich begrüßen und zum Kauf „verführen“ zu können. Dabei hilft nicht nur die Usability der Webseite sondern auch das Premium Programm, das vor zwei Jahren eingeführt wurde. Gegen eine Gebühr von 9,99 Euro pro Jahr erhalten die Kunden nicht nur bei jedem Einkauf bei Keller Sports 10 % Rabatt, sondern erhalten auch Einladungen zu exklusiven Events und können exklusiv streng limitierte Produkte kaufen. Zudem erhalten sie im Rahmen von Keller Studios für eine Mitgliedsgebühr von 29,99 Euro pro Monat Zugang zu mehr als 1.000 Fitnessstudios. Das Ergebnis: Mehrere zehntausende Mitglieder kann das Premium Programm schon zählen.

Um noch mehr Community-Effekte zu erzielen, plant Keller Sports im Rahmen des Premium Programmes nicht nur neue Serviceangebote, sondern hat auch im Jahr 2016 in München den ersten Flagship-Store eröffnet. Hier steht nicht der Verkauf von Produkten im Vordergrund. Vielmehr soll es ein Treffpunkt für Sportbegeisterte sein. So werden hie zum Beispiel wöchentlich kostenlose Sportkurse angeboten und es gibt auch exklusive Vorträge und Markenpräsentationen. Damit hilft der Store den Mitarbeitern, mit ihren Kunden persönlich in Kontakt zu kommen und Community-Buildung durchzuführen. Zudem können im Rahmen der Beratung vor Ort neue technische Hilfsmittel wie der 3-D-Fußscanner eingesetzt werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.