grk

In Featured, Geschäftsidee, Idee - Gastro, Marketing - Research

Standortwahl: Konkurrenten können wichtige Frequenzbringer sein

Es ist immer noch erschreckend, wie wenig professionell die meisten Gastronomiegründer bei ihrer Standortanalyse und -auswahl vorgehen. Sie halten z.B. im Rahmen ihrer Analyse selten Ausschau nach sog. „Frequenzbringern“. Das sind Unternehmen und Institutionen, die viel Laufkundschaft ins Viertel locken, wie z.B. Bahnhöfe, Behörden, Warenhäuser, Banken / Geldautomaten, Bildungseinrichtungen, Ärztehäuser und vieles mehr. Zu den Frequenzbringern können natürlich auch Konkurrenten, sprich andere Gastronomen gehören.

Ein gutes Beispiel dafür gibt es in New York. Im Finanzdistrikt in New York gibt es eine Chipotle-Filiale. Dieses Schnellrestaurant ist mittags in der Regel überfüllt. Der Andrang der Mitarbeiter aus den Büros ist häufig zu groß, um dem gerecht zu werden. Was tun deshalb die Mitarbeiter. Sie suchen in direkter Umgebung nach Alternativen. Und genau davon profitiert u.a. die „Eat Grk“-Filiale wenige Häuser weiter. Hier werden nach einen ähnlichen System die Gäste schnell bedient, nur mit dem Unterschied, dass es hier griechisches und nicht mexikanisches Fast Food gibt.

Das Konzept geht auf. Die eat-grk Filiale im New Yorker Finanzdistrikt ist häufig genauso gut oder noch besser besucht als die Chipotle-Filiale. Das liegt zum einen daran, weil die Filiale größere Räumlichkeiten bietet als die Konkurrenz und zum anderen, weil die Abwicklung hier schneller erfolgt als bei der Konkurrenz. Und letztlich lieben die Kunden in der Gastronomie Abwechslung. So einfach kann die Standortwahl für einen Gastronomen sein: Miete dich in der Nähe der Konkurrenz ein, die die Nachfrage nicht komplett abarbeiten kann.

5 Responses to Standortwahl: Konkurrenten können wichtige Frequenzbringer sein

  1. Geomarketing sagt:

    Sehr guter Beitrag! Das Stichwort lautet hier Komplementärgeschäft.
    Man kann den Erfolg eines Standortes auch anhand der Magnetwirkung von Frequenzbringern vorhersagen und berechnen.
    Bei dem Standortanalyse-Programm „Online Standortcheck“ werden für eine entsprechende Prognose die Zentralität und die Wahrscheinlichkeit in Abhängigkeit von der Attraktivität eines Lokals und der weiteren Akteure im Umfeld berechnet.
    Das Ergebnis ist dann der lokale Kaufkraftzufluss, verursacht durch die Frequequenzbringer!
    Infos unter http://www.standortanalyse.biz

  2. Hallo Herr Geschwinder,

    ich empfehle Ihren Onlinedienst schon seit vielen Jahren weiter, vor allem um potentielle Einzelhändler und Gastronomen dafür zu sensibilisieren, wie umfangreich und kompliziert eine Standortanalyse ist.

    Ermitteln Sie eigentlich auch den Q-Faktor, siehe http://www.best-practice-business.de/blog/akquise-vertrieb/2006/10/14/wie-ihnen-der-q-faktor-bei-der-standortwahl-hilft/? Oder machen Sie sogar konkrete Vorschläge, mit welchen Partnern in direkter Umgebung es sich lohnt, wie zu kooperieren?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *