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Einsatzbeispiele der Blockchain-Technologie im Tourismus

Der Tourismus-Gigant TUI hat vor kurzem bekanntgegeben, die Blockchain-Technologie im Rahmen des Projektes „Bedswap“ nutzen zu wollen, um in Echtzeit auf Informationen der angeschlossenen Hotels (z.B. Bettenauslastung, Inventar) zugreifen und damit auch Kosten in Millionenhöhe einsparen zu können. In Zukunft könnte dann auch eine öffentliche Nutzung durch Dritte möglich sein, unter anderem durch den Gast selbst.

Das Projekt soll im zweiten Schritt auf alle TUI-Reiseeinheiten ausgeweitet werden, auch außerhalb des Hotelsektors. Und langfristig könnten die Blockchain-Aktivitäten evtl. in eine eigenständige Firma ausgelagert werden. Nicht nur damit hat TUI auf sich im Zusammenhang mit der Blockchain-Technologie aufmerksam gemacht.

Im Rahmen eines Interviews mit dem Manager-Magazin hat der TUI-Chef Fritz Joussen eine viel beachtete These vertreten. Durch die Blockchain-Technologie seien vor allem Internet-Plattformen wie Booking.com, AirBnB oder Uber in ihrer Existenz bedroht (oder die hohen Margen würden der Vergangenheit angehören), weil ihre Quasi-Monopolstellung dank Blockchain aufgebrochen werden könnte.

Nicht erst jetzt ist die Blockchain-Thematik in der Tourismusindustrie angekommen. Schon seit längerem wird in der Szene darüber nachgedacht, wie Bewertungen von Reisenden in entsprechenden Portalen auf ihre Richtigkeit und Echtheit überprüft werden können, um Manipulationsmöglichkeiten in Zukunft zu verhindern. Bei Verwendung der Blockchain-Technologie könnte sichergestellt werden, dass nur der Hotelgast auch eine Bewertung abgeben darf und die Bewerbung auf Richtigkeit überprüft werden kann.

Vor kurzem haben wir hier im Blog darüber berichtet, wie die Nahrungsmittelindustrie mit Hilfe von Blockchain das Vertrauen der Verbraucher zurückgewinnen will. Davon könnte neben den Endverbrauchern und Händlern auch die Tourismusindustrie profitieren, denn schließlich kaufen Hotels und andere touristische Einrichtungen große Mengen an Lebensmittel ein. Die gesamte Lieferkette der Tourismusindustrie könnt validiert und besser überprüft werden.

Aber auch der Service für die Kunden könnte deutlich verbessert werden. Wir haben vor kurzem hier im Blog berichtet, dass AXA eine Versicherung gegen Flugverspätungen anbietet, ohne dass der Kunde noch eine Schadensmeldung abgeben muss. Solche Dienstleistungen könnte die Tourismusindustrie ebenfalls anbieten bzw. bei der Schadensregulierung davon inspirieren lassen.

Das ist nur eine kleine Auswahl an denkbaren Anwendungsmöglichkeiten der Blockchain-Technologie in der Tourismusindustrie. So könnte auch das Risiko von Kreditkartenbetrug eingedämmt werden, die Überprüfung und Durchsetzung von Reiserichtlinien für Firmenkunden vereinfacht werden, unternehmensübergreifende Loyalitätsprogramme oder „Smart Contracts“ eingeführt werden. Sabrina Blazek von ICS International Consulting Services geht in ihrem Artikel „Blockchain im Tourismus“ auf diese und o.g. Anwendungsmöglichkeiten ein und erläutert auch die Risiken, die damit verbunden sind.

Noch mehr Ideen gefällig? In letzter Zeit nimmt die Digitalisierung der Hotel- und Tourismusbranche enorm an Tempo auf. Das liegt weniger an den etablierten Reisekonzernen und Hotelgruppen, sondern an Start-Ups mit innovativen Angeboten und disruptiven Geschäftsmodellen. Deshalb stellen wir im Best-Practice-Special „Traveltech Start-Ups“ zehn Unternehmen vor, die ihren Beitrag dazu leisten wollen, das Erlebnis für Gäste vor und während der Reise zu verbessern.

One Response to Einsatzbeispiele der Blockchain-Technologie im Tourismus

  1. Hallo,
    und danke für die Verlinkung! Wir bleiben gespannt, wie sich das Thema Blockchain weiter entwickelt und verfolgen insbesondere die Einsatzmöglichkeiten im Tourismus.
    Liebe Grüße
    Das Team von ICS Consulting
    PS: Unsere Sabrina heißt BlaZek mit Nachnamen 🙂

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