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Wenn auf der Supermarktquittung Kochrezepte abgedruckt werden

Vor knapp zwei Jahren haben wir hier im Blog über das Restaurant & Take-away Hitzberger in der Schweiz berichtet, die auf jeder Quittung abdrucken, wie viele Kalorien und wie viel Fett die Speisen enthalten haben, die der Kunde zu sich genommen hat. Diese geniale Idee hat gezeigt, dass man eine Quittung nicht nur dafür nutzen kann, dem Kunden die Rechnung zu präsentieren, sondern auch um nützliche Zusatzinformationen liefern zu können. Jetzt bin ich via Springwise auf eine weitere Idee zu dieser Thematik gestoßen.

Die Firma Hellmanns, die Mayonnaise herstellt, hat in Brasilien in ausgewählten Supermärkten eine ganz besondere Aktion durchgeführt: Kunden, die im Aktionszeitraum in ausgewählten Supermärkten der Kette St. Marche in Brasilien die Hellmanns Mayonnaise eingekauft haben, haben auf der Supermarktquittung passende Rezepte ausgedruckt bekommen. Die Besonderheit: Bei der Kochrezepterstellung wurde berücksichtigt, welche Produkte der Kunde neben der Mayonnaise noch einkauft hatte, damit das Rezept gleich ausprobiert werden konnte, wenn der oder die Kundin wieder zu Hause war.

Dabei handelte es sich um eine Idee der Werbeagentur Ogilvy. Laut Aussagen des Videos, in dem die etwas andere Werbeaktion vorgestellt wird, konnten die Verkaufserlöse der Hellmanns Mayonnaise gleich im ersten Monat in den betreffenden Supermärkten um mehr als 40 % gesteigert werden. Das könnte natürlich einen Supermarkt auf die Idee bringen, solch einen Service generell einzuführen, um den Kunden unabhängig davon, von welcher Marke sie Produkte einkaufen, einen Mehrwert anzubieten. Aufgrund des Einsatzes moderner Kassensysteme gibt es heute eben viel mehr Möglichkeiten als früher, Zusatzleistungen anzubieten.

Man kann natürlich weitere Ideen zu dieser Thematik entwickeln. Wie wäre es z.B., wenn die Supermärkte eine App herausbringen würden, damit ich mit meinem Smartphone meine Produkte beim Einkauf einscannen kann, mir danach passende Rezepte im Smartphone angezeigt werden und mir aufgezeigt wird, welche Produkte noch fehlen und wo ich diese im Supermarkt finde. Damit könnte aus meiner Sicht der Abverkauf am besten gesteigert werden, weil ich vor dem Gang zur Kasse weiß, was mir fehlt und enstprechend diese Produkte noch in meinen Einkaufswagen packen. Selbstverständlich könnten auch Produkthersteller solche Apps anbeiten. Heinz Ketchup ist diesbezüglich schon auf dem richtigen Weg.

Nicht immer muss aber moderne Technik eingesetzt werden, um die Kunden bei ihren Kochplänen zu unterstützen. Das Kochhaus macht es schon länger vor, wie man die Produkte auch passend zu den Kochrezepten anordnen und präsentieren kann. Supermärkte müssen ja nicht gleich ihre Warenanordnung komplett verändern, aber warum wird nicht wenigstens ein Tisch pro Tag mit den passenden Produkten für das „Rezept des Tages“ hingestellt? Pate für die Kochrezepte könnten z.B. Köche bekannter Restaurants der Stadt sein oder sogar die eigenen Kunden, die man damit in die Aktionen einbinden könnte. Über ähnliche Ideen aus der Gastroszene habe ich bereits hier und hier berichtet.

Es wird Zeit, dass die Supermärkte kundenorientierte Zusatzleistungen anbieten, denn die Konkurrenz schläft nicht. Im April 2011 habe ich hier im Blog verschiedene Lebensmittellieferdienste vorgestellt, die je nach den ausgewählten Kochrezepten die passenden Produkte nach Hause liefern. Dabei gibt es nicht nur Angebote von einzelnen Oninediensten oder Supermärkten, sondern auch Verbundlösungen, die das Angebot mehrerer Geschäfte in einem Stadtteil umfassen. Momentan scheint es mich noch, dass viele Einzelhändler die aktuellen Trends verschlafen und damit ihre Konkurrenten selbst züchten. Wer jetzt schläft, kann bald seine Geschäfte schließen.

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