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„Buy Local“ – Bewegung „wächst in Deutschland aus den Kinderschuhen heraus“

Im Dezember 2012 habe ich hier im Blog über die Plakataktion „Einkaufen in unserer Stadt“ berichtet, die Buch aktuell initiiert hat. Das ist nur eine von vielen Initiativen, um die Kunden zu motivieren, vor Ort beim Buchhändler einzukaufen, statt bei Amazon & Co. Und das ist genau einer der Kritikpunkte an der deutschen „Buy Local – Bewegung“: Jeder macht sein eigenes Ding, anstatt die Kräfte zu bündeln. Eine gute Übersicht von Buy Local – Initiativen und Trends finden Sie hier.

Doch es tut sich was in Deutschland. Im Jahr 2011 hat das Buchhändlerehepaar Riethmüller eine „Buy Local“ – Initiative gestartet, die seitdem wächst und gedeiht. Aus der Initiative ist ein Verein geworden. Vor kurzem wurde das erste Imagevideo (im Zusammenhang mit einer Pressekonferenz auf der Buchmesse Leizpzig) veröffentlicht (siehe unten). Und nun gibt es mit der Buchhändlerin, Betriebswirtin und Journalistin Ilona Schönle auch eine Geschäftsführerin für den Verein, um alles zu professionalisieren und die Kräfte zu bündeln.

Die Erfolgsstory´s vor allem aus den USA machen Mut, dass der Buy Local Verein hier in Deutschland auch wirklich etwas bewegen kann. Wichtig aus meiner Sicht ist, dass sich dem Verein nicht nur Buchhändler sondern Händler aus allen Branchen dort zusammenschliessen, damit das „Klein-Klein“ aufhört. Dazu gehört auch, sich mit dem Einzelhandelsverbänden und -initiativen vor Ort zusammen zu schließen, um gemeinsame Projekte umzusetzen. Denn jetzt kommt es aus meiner Sicht darauf an, dass erste Pilotprojekte umgesetzt werden, um zu zeigen, dass es sich bei „Buy Local“ nicht um eine destruktive Demonstrationsbewegung handelt, sondern um einen Initiator erfolgreicher Projekte und Kampagnen.

Ganz wichtig aus meiner Sicht ist, die Kunden frühzeitig in solche Pilotprojekte einzubinden, wie z.B. auch die Buchhändlerin Anja Urbschat in einem buchreport-Interview anmahnt. Zudem ist es wichtig, Erfolgsbeispiele zu präsentieren, wie Buchhändler aber auch andere Einzelhändler deutliche Umsatzzuwächse trotz des ECommerce-Booms erzielen. Hier im Blog habe ich zahlreiche solcher „Überlebensstrategien“ vorgestellt. Denn es reicht nicht, dem Bürger ins Gewissen zu reden, er muss vielmehr das Gefühl haben, dass er beim Buchhändler vor Ort besser aufgehoben ist.

Entscheidend aus meiner Sicht ist, dass die Händler vor Ort neue Angebote schaffen, zu denen die Kunden nicht „Nein“ sagen können, wie z.B. das Kochhaus oder Emmas Enkel. Zudem braucht es überzeugende Kooperationsaktionen vor Ort. Ganz entscheidend dabei ist der sog. „Q-Faktor“. Noch nichts davon gehört? Hier im Blog habe ich schon 2006 erläutert, wann Kooperationen vor Ort erfolgreich sind und wann sie scheitern. Im Artikel „Kooperieren statt inserieren“ habe ich viele Erfolgsbeispiele für Koooperationen von Einzelhändlern vor Ort aufgelistet. In meiner Rubrik „Marketing – Kooperationen“ kann man viele weitere Erfolgsbeispiele finden.

Das ist alles wichtig. Alles entscheidend wird aber sein, dass die Verantwortlichen eine neue Vision für Ihre Innenstadt entwickeln. Hier braucht es neben den Händlern und Verbänden auch die Verantwortlichen in der Stadt, die IHK´s und viele mehr. Wie die „Erlebniswelt Innenstadt“ von morgen aussehen kann, habe ich vor kurzem hier im Blog erläutert. Es ist normal, dass Initiativen wie „Buy Local Deutschland“ klein anfangen. Aber wichtig ist, dass es eine große Vision gibt, die man nicht aus den Augen verliert, auch wenn man viele Jahre oder Jahrzehnte braucht, bis sie umgesetzt wurde.

One Response to „Buy Local“ – Bewegung „wächst in Deutschland aus den Kinderschuhen heraus“

  1. […] Buy-Local-Trend nimmt weniger wegen gleichnamiger Protestaktionen, sondern wegen intelligenter Geschäftsideen wie Hubbub, Good Eggs, Streethub an “Fahrt […]

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