EnergieEffizienz Start-Ups

Viele Energieeffizienz-Maßnahmen in Unternehmen, Immobilien und Privathaushalten amortisieren sich häufig schon nach wenigen Jahren. Aber nicht nur wirtschaftlich machen solchen Maßnahmen Sinn, sondern sie schonen auch die Umwelt. Deshalb haben im September 2013 21 Experten die Politik zu einer konsequenteren Effizienzpolitik aufgerufen: „Ohne eine neue Energiesparpolitik würde die Energiewende teurer, langsamer und schwieriger werden“. Und letztlich sind wir in Deutschland eine der führenden Nationen für Energieeffizienztechnik. Das zeigen auch viele Start-Ups, die in diesem Bereich mitmischen.

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EnergieEffizienz-Messe 2016

bettervest – Crowdinvesting-Plattform für Energieeffizienz-Projekte
Im August 2013 startete die EnergieEffizienz-Crowdfundingplattform bettervest ihr erstes offizielles Funding. bettervest entstand aus einem Projekt, das Gewinner des 1. Frankfurter StartUp-Weekendes wurde. bettervest versteht sich im Rahmen der Weiterentwicklung des Geschäftsmodells nicht nur als Finanzierungsplattform, sondern auch als Social Content und CSR-Marketinginstrument. Ebenfalls können solche Maßnahmen im Rahmen des „Employer-Brandings“ eingebunden werden. Die beteiligten Firmen können sich als attraktiver Arbeitgeber für die Generation Y positionieren, die mit ihrer Arbeit auch Sinn stiften und die Gesellschaft positiv verändern wollen.

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GreenPocket – Software-Lösungen für Smart Metering und Smart Home
GreenPocket bietet Energieversorgern innovative Software-Lösungen für Smart Metering und Smart Home an, mit denen Haushalts- und Gewerbekunden ihre Energieeffizienz nachhaltig verbessern können. Mit der GreenPocket Smart Home Lösung können sich die Nutzer den Energie- und Wasserverbrauch auf ihrem Computer, Tablet oder Smartphone anzeigen lassen sowie optimieren und den Wohnkomfort erhöhen. Seit seiner Gründung 2009 hat GreenPocket über 40 Energieunternehmen als Kunden gewinnen können, darunter RheinEnergie, E.ON Benelux, Vattenfall, die Stadtwerke München und Mainova. Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als einer der führenden Anbieter im europäischen Smart Energy-Markt.

Betterspace optimiert Heizkosten in Hotels
Immer wieder vergessen Hotelgäste oder das Reinigungspersonal in der Winterzeit, die Heizung im Hotelzimmer abzudrehen, wenn sie das Hotelzimmer verlassen. Das Kasseler Start-Up Betterspace will ab sofort dieses Problem mit Hilfe der intelligenten Heizkörpersteuerung better.hotel lösen. Damit werden alle Heizkörper im Gebäude miteinander vernetzt und fortan automatisiert und effizient gesteuert. Dazu stattet Betterspace alle Heizkörper im Gebäude mit Funkthermostaten aus und vernetzt diese mit Hilfe von WLAN miteinander. Die Betterspace-Controller werden via WLAN untereinander und mit dem zentralen Betterspace-Gateway verbunden. So kann jedes Zimmer je nach Beschaffenheit, Wetterprognose und Tageszeit ideal geheizt werden. Durch die Anbindung an die verwendete Hotelsoftware wird verhindert, dass in unbelegten Räumen geheizt wird.

tado bietet ein smartes Thermostat für die Heizung an
Das StartUp bezeichnet sich als europäische Marktführer für intelligente Klimalösungen für Privathaushalte. Es hat seinen Firmenstandort in München und wurde 2011 von Christian Deilmann, Johannes Schwarz, Valentin Sawadski und Leopold von Bismarck gegründet. Mit dem Smart Thermostat für Heizsysteme und der Smart AC Control für Klimaanlagen will tado° die Art und Weise ändern, wie Energie zuhause verwendet wird. Mithilfe der App nutzt tado° die Standortdienste des Smartphones und Wettervoraussagen, um die Temperatur zuhause automatisch zu regeln. Damit soll nicht nur bis zu 30 % Energie gespart werden, sondern auch der Wohnkomfort erhöht werden.

Amphiro macht den Wasserverbrauch sichtbar
Ein durchschnittlicher Haushalt verbraucht 2.000 kWh Wärmeenergie – allein für die Warmwasserbereitung. Und die Dusche ist dabei der größte Energieverbraucher. Nur für die Raumwärme wird noch mehr Energie verbraucht. Und deshalb ist es nicht verwunderlich, warum sich mehrere StartUps Gedanken darüber machen, wie der Warmwasserverbrauch in der Dusche deutlich gesenkt werden kann. Dazu gehört die Schweizer Amphiro AG, die im Jahr 2009 von Doktoranden und Mitarbeitern der ETH Zürich als Spin-Off gegründet wurde. Das StartUp entwickelte ein Gerät mit Anzeige, das unterhalb des Duschkopfes befestigt werden kann. Bei jedem Duschgang misst das Gerät den Wasser- und Wärmeenergieverbrauch in der Dusche und zeigt diesen über ein Display in Echtzeit an. Dadurch wird der Verbraucher sensibilisiert.

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Winlay Jalousiesystem reduziert Energiekosten
WinLay entwickelt Jalousiesysteme, die die Energiekosten im Fensterbereich reduzieren soll. Die Jalousie kann mit wärmedämmenden, reflektierenden oder Solarstrom erzeugenden Modulen bestückt werden. Durch den direkten Abgleich zwischen Raumnutzung und Energiesparpotential kreiert WinLay für jedes Fenster die ökonomisch sinnvollste Jalousie-Lösung.Potentielle Kunden sind vor allem die Nutzer von Liegenschaften mit großen Fensterflächen wie Hotels, Bürogebäude oder öffentliche Einrichtungen. Der zerstörungsfreie Einbau macht das System auch für Mieter interessant, die oft nicht die Erlaubnis haben etwas an der Gebäudesubstanz zu verändern.

Pixolus erleichtert das Ablesen von Stromzählern
Die Gründer von pixolus haben eine Bilderkennungssoftware für Smartphones entwickelt. Die Bilderkennung läuft direkt auf dem Smartphone, die Daten sind also direkt nach der Aufnahme verfügbar und können je nach Anwendungsgebiet sofort weiterverarbeitet werden.Mit dieser Technologie ermöglicht Pixolus die automatische Datenerfassung in verschiedenen Branchen und für verschiedene Arten von Daten – von Zählerständen, Preisschildern, Formularen, Kassenbons, Überweisungsträger bis hin zu Produktinformationen, Service- und Artikelnummern. Als erstes Produkt wurde eine Verbrauchsablesung für Mitarbeiter von Messdienstleistern und Versorgungsunternehmen sowie eine Selbstablesung für Kunden von Versorgungsunternehmen entwickelt.

Coolar Kühlschrank kühlt mit Wärme statt Strom
Das Berliner Startup Coolar hat ein Kühlgerät entwickelt, das mit Wärme statt mit Strom kühlt. Das Kühlsystem von Coolar lässt destilliertes Wasser in einem Unterdrucksystem verdampfen. Um diesen Effekt zu verstärken, wird das Adsorptionsprinzip genutzt. Der größte Vorteil liegt darin, dass Kühlschränke auch dort betrieben werden können, wo es es keinen Stromanschluss gibt (in weiten Teilen von Afrika). Weil der Kühlschrank aber auch 60 % der CO2-Emissionen und 75 % der üblichen Betriebskosten einspart, soll es auch in Deutschland und darüber hinaus soll das Coolar-Kühlgerät zum Topseller werden.

Grünspar – Onlineshop für Energieeffizienz-Produkte
Im Onlineshop „Grünspar“ werden Produkte angeboten, mit denen die Kunden viel Energie, Wasser und andere wertvolle Ressourcen sparen können. Aber der Onlinehändler verkauft nicht über seinen eigenen Onlineshop. Mittlerweile hat das junge Unternehmen zig Onlineshops für regionale Stromversorger (als White Label Lösung) eingerichtet. Damit helfen die Stromversorger ihren Kunden, Strom, Wasser und andere Ressourcen zu sparen. Und Grünspar hat Vertriebspartner mit marktführender Stellung, die eine große Kundendatei haben und damit natürlich auch die Abverkäufe von Grünspar ankurbeln. Damit hat sich Grünspar nicht nur viel Vertriebspower zum Nulltarif eingekauft, sondern auch wichtige Markteintrittsbarrieren für Wettbewerber aufgebaut. Mittlerweile hat der Stromversorger EWE das StartUp gekauft.

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enffi-App hilft Privathaushalten, Energie einzusparen
Mit ihrer Smartphone App „enffi“ haben Max Bohm, Chris Menzel und Gerrit Begher eine Lösung entwickelt, die dabei helfen soll, den eigenen Energieverbrauch zu verstehen, zu vergleichen und sich mit anderen auf spielerische Weise beim Senken des eigenen Energiebedarfs zu messen. Ein Algorithmus ermöglicht, einen von äußeren (Wohn-)Bedingungen unabhängige Energiescore zu berechnen. Dadurch können die Nutzer die Strom- und Wärmeeffizienz sozial vergleichen. Ineffiziente Gewohnheiten können identifiziert und nachhaltige Motivation für effizientes Verhalten generiert werden.

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