Smart Fashion

Kleidung wird immer intelligenter. Smart Clothes werden zum Trend. Darunter versteht man Kleidungsstücke, die mit elektronischen Geräten oder Funktionen ausgestattet sind. Die Besonderheit dieser Kleidung ist dabei, dass die Elektronik von außen nicht sichtbar ist, dass also Leiterbahnen u.ä. mit in die Textilien eingewoben werden. Aber auch ohne Elektronik kann Kleidung smart sein. Hier haben wir zahlreiche Beispiele aufgelistet. Funktionsweise und Ziele können dabei sehr unterschiedlich sein.

Sensoria bietet Smart Fashion Kollektion für Sportler an
Sensoria bietet mittlerweile eine ganze Smart Fashion Kollektion für Sportler bestehend aus Smart Shirt, Smart BH und Smart Socks an. Das Highlight sind die Smart Socks, deren Entwicklung vier Jahre gedauert hat. Mit Hilfe von Textilsensoren, die weich, bequem, haltbar und maschinenfest sind sowie einem Fußring mit Bluetooth-Sender können Distanz, Geschwindigkeit, Kalorienverbrauch, absolvierte Höhenmeter, Trittfrequenz und Fuß-Kontaktzeit des Läufers gemessen werden. Ziel soll es nicht nur sein, die Fitnessdaten des Läufers aufzuzeichnen, um Sie evtl. mit vergangenen Werten oder anderen Läufern zu vergleichen. Vielmehr sollen auch Fehler bei der Lauftechnik erkannt und aufgezeigt werden. Damit sollen frühzeitig Verletzungsgefahren erkannt und schon im Vorfeld vermieden werden.

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Fake-Produkt: Smart BH „True Love Taster“
Anlässlich des 10jährigen Firmenjubiläums präsentierte die japanische Dessous-Firma Ravijour den Smart-BH „True Love Tester“: Mittels Sensoren werde die Herzfrequenz und Schweissbildung der BH-Trägerin ermittelt. Die dadurch ermittelten Daten würden via Bluetooth an ein Smartphone übermittelt werden. Mit Hilfe einer zugehörigen App würde dann entschieden werden, ob die BH-Trägerin in den Gegenüber verliebt sei und somit der BH geöffnet werden könnte. In Wirklichkeit war es nur ein PR-Gag. Aber wer weiß, mancher „Aprilscherz“ wurde später Realität.

Intelligente Babysocke Owlet
Wie kann man herausfinden, dass es dem Baby gesundheitlich gut geht? Dank der intelligenten Babysocke von Owlet, die eher wie ein Schuh aussieht, kann jederzeit die Herzfrequenz und Sauerstoffgehalt im Blut des Babys gemessen werden. Das funktioniert dank eines Lichtstrahls, der die Blutzirkulation im Fuß analysiert. Wenn die Messwerte unter einen Mindestwert fallen, wird auf dem Empfänger und dem Smartphone sofort Alarm geschlagen. So können die Eltern schnell für Besserung sorgen. Das Prinzip ist nicht neu. Es wird schon für die Fingerclips in Krankenhäusern verwendet. Nur kann die Babysocke nicht so leicht abgestreift werden. Zudem gibt es kein Kabel, in das sich das Baby verstricken kann. Die smarte Socke kann auch gewaschen werden, wenn vorher die Elektronik entfernt wurde.

Smart Shoe Lechal navigiert den Träger zum Ziel
Ursprünglich wollten zwei indische Ingenieure einen Smart Shoe für Blinde und Sehbehinderte entwickeln, produzieren und verkaufen. Dafür gründeten sie 2011 die Firma Ducere Technologies Pvt. im indischen Secunderabad. Bei ersten Tests erkannten Krispian Lawrence und Anirudh Sharma sehr schnell, dass dieser Schuh auch für Sehende sehr nützlich sein könnte und sie dadurch einen vielen größeren Markt erschließen könnten. Die Funktionsweise: Dank einer Einlegesohle, die via Bluetooth mit Google Maps auf dem Smartphone verbunden ist, wird dem Träger des Schuhs die Richtung angezeigt. Das funktioniert dank Vibrationsmotoren. Wenn der Läufer nach rechts gehen muss, vibriert der rechte Schuh und umgekehrt.

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Gehörlose sollen mit Sound Shirt klassische Musik erleben können
Die Jungen Symphoniker Hamburg wollen klassische Musik für jedermann zugänglich machen. Deshalb wollen sie Gehörlosen mit Hilfe des Sound Shirts helfen, klassische Konzerte zu erleben. Dieses smarte Shirt soll Musik zum ersten Mal dank Vibrationen fühlbar machen. Die Funktionsweise ist schnell erklärt: Mikrofone auf der Bühne fangen den Ton der unterschiedlichen Instrumente ein. Eine Software wandelt die Töne in Daten um und sendet sie drahtlos an das Sound Shirt. Darin eingenäht sind 16 vibrierende Feinmotoren und Leuchtdioden, die passend zur Intensität der Musik reagieren. Ein symphonisches Konzert soll damit auch für Gehörlose zu einem unvergesslichen Erlebnis werden. Und sicherlich haben auch Hörende Interesse daran, mit Hilfe des Sound Shirts die Musik mit allen Sinnen zu genießen.

Smart Leggings erleichtert das passgenaue Onlineshopping
Ein Grund für die hohen Retourenquoten von Fashion-Onlineshops besteht immer noch darin, dass die Kleidungsstücke zu Hause nicht perfekt passen. Deshalb arbeiten viele StartUps daran, dieses Problem in den Griff zu bekommen. „Like a Glove“ bietet dafür eine innovative Lösung an. Hierbie handelt es sich um Leggings (one-size-fits-all Stretchhose), die man sich anziehen kann, um anschliessend mit Hilfe von Sensoren die genauen Maße des Käufers feststellen zu können. Konkret werden die Taille, Ober- und Unterschenkelmaße, Schrittlänge etc. abgemessen. Die Daten werden via App mitgeteilt. Anschliessend werden dem Kunden passende Hosen angeboten, die genau seinen Maßen entsprechen und sich damit wie angegossen am Körper anschmiegen.

Tesla Suit macht das Virtual Reality Erlebnis spürbar
Das schottische StartUp Teslasuit (es gibt keine Verbindung zu Tesla Motors) will dafür sorgen, dass dem Nutzer einer VR-Brille ein ganzheitliches Erlebnis geboten wird. Von außen sieht der Tesla Anzug ähnlich aus wie ein Taucheranzug. Mehr als tausend „Knoten“ im Anzug sorgen dafür, dass ausgewählt Muskeln an bestimmten Stellen dank der Sensortechnik stimuliert werden können. So soll der Online-Gamer zum Beispiel am ganzen Körper erfahren können, wenn er eine Skipiste runter saust etc. Aber damit soll er auch virtuelle Umarmungen senden und empfangen können. Der Anzug kann aber noch mehr, zum Beispiel Bewegungen messen. Das macht möglich, dass der Anzugträger mit seinem ganzen Körper einen Avatar in der virtuellen Welt bewegen und steuern kann. Dank eingebauter Klima-Module kann der Anzug erhitzt oder abgekühlt werden.

Wearable Life Science GmbH – Antelope EMS-Fitness Anzug
Im Jahr 2016 hat die Wearable Life Science GmbH einen Ganzkörper-Fitnessanzug mit integrierten Elektroden auf den Markt gebraucht, um überall (und eben nicht nur in speziellen Fitnessstudios) die natürliche Muskelkontraktion des Sportlers zu stimulieren. Das soll die Trainingsergebnisse deutlich verbessern und auch beim Ausdauersport dabei helfen, mehr Muskeln aufzubauen. Für dieses innovative Produkt wurde das StartUp mit dem ispo brand new Award 2015 in der Kategorie „Sportswear“ ausgezeichnet. Die Crowdfundingaktion bei indiegogo zählte zu einer der erfolgreichsten eines deutschen StartUps im Jahr 2015.

antelope

Skianzug mit eingebautem Airbag
Die italienische Sportbekleidungsfirma Dainese brachte im Jahr 2012 die erste Airbag-Motorrad-Jacke auf den Markt, um das Motorradfahren sicherer zu machen. Spitzen- sowie Freizeitsportler profitieren von dieser Innovation. Einige verdanken dieser intelligenten Motorradjacke ihr Leben. Im Jahr 2014 brachte Dainese nach dreijähriger Erprobungsphase den Airbag-Skianzug D-Air-Ski auf den Markt. Sieben Sensoren entscheiden in Milisekunden darüber, ob sich bei einem Sturz der Airbag des Skifahrers aufbläst, um den Sturz „abzufedern“. Mittlerweile gibt es diese Innovation auch als Rücksacklösung. Der Träger kann den „Airbag-Rucksack“ einfach über seine Jacke ziehen.

AEGIS Lifeshirt rettet Leben von Badenden
Wenn der Träger des AEGIS Life Shirts im Wasser untergeht, erhält er schnell und automatisch Hilfe. Denn das Shirt bläst sich in dieser Situation von selbst auf und funktioniert als Rettungsweste. Man muss aber nicht mit dem Kopf unter Wasser kommen, um geholfen zu bekommen. Auf Knopfdruck bläst sich das Lifeshirt auch schon früher auf. Und damit das Shirt optimal helfen kann, gibt es für Männer, Frauen und Kinder unterschiedliche Formen, Größen und Lösungen. Zielgruppe sind Wassersportler, Hochseefischer, Bootsfahrer, Kinder und Schwimmanfänger. Die Jury vom ISPO Brandnew Award 2016 hat dieses Konzept so überzeugt, dass es das Produkt in die Finalrunde geschafft hat.

Schwimmanzug kann dank seines Designs Haiattacken verhindern
Das Shark Attack Mitigation Systems (SAMS) will Wassersportler vor Haiattacken bewahren. Dabei wird aber nicht High-Tech eingesetzt. Vielmehr macht das Design den Unterschied. Die Idee basiert auf Forschungsergebnissen von Professor Shaun Collin und Professor Nathan Hart vom Ocean Institute, die lange über das Jagdverhalten und Sehvermögen von Haien geforscht haben. Sie haben u.a. herausgefunden, dass Haie farbenblind sind und sich kurz vor dem Angriff auf ihr Sehvermögen verlassen. Die SAMS-Schwimmanzüge im Streifendesign fungieren deshalb wie Tarnanzüge, so dass der Hai den „Feind“ schwer lokalisieren kann oder durch die Kontrastwechsel verwirrt wird.

Shark Attack Mitigation Systems (SAMS)

Kanadischer Maßschneider bietet kugelsichere Anzüge an
Viele Firmen sind stark daran interessiert, dass ihre Kunden lange leben und somit noch lange die Möglichkeit haben, bei ihnen einzukaufen. Aber wenige Firmen tun dafür aktiv etwas. Anders ist das beim kanadischen Maßschneider „Garrison“. Die Firma mit Sitz in Toronto hat einen dreiteiligen Maßanzug entwickelt, der kugelsicher sein soll. Besonders daran ist, dass man es dem Anzug nicht ansieht. Er ist nicht steif und der Stoff ist auch nicht besonders dick. Möglich macht das die Nanotechnologie. Der Anzug besteht zum Teil aus Kohlenstoffnanoröhrchen, ähnlich wie die Kampfanzüge der US Armee in Afghanistan.

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