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June 30, 2009

Prof. Faltin gewinnt mit seiner Teekampagne den Sonderpreis des Deutschen Gründerpreises

Filed under: V - Management — Burkhard Schneider @ 9:30 pm


(c) Franziska Krug

Das Highlight dieses Jahres auf der AUFSCHWUNG war Prof. Faltin mit seiner KeyNoteSpeach “Kopf schlägt Kapital”. Im Rahmen seiner Rede hat er aufgezeigt, wie man mit Komponenten gründet und dadurch nicht nur die Risiken vom Start weg mindern, sondern auch von Beginn an Geld verdienen kann. Er weiß, wovon er spricht, weil er vor mehr als 20 Jahren die Teekampagne gegründet hat und das vorlebt, was wer empfiehlt. Heute erhielt er im Rahmen der Preisverleihung des Deutschen Gründerpreises den Sonderpreis, mit dem die Jury innovative Konzepte und außergewöhnliche Leistungen von Pionierunternehmen würdigt. Ich gratuliere Prof. Faltin für diese besondere Auszeichnung und bedanke mich für den SMS direkt von der Preisverleihung.

Aus Laudation und Dankesrede zitiere ich folgende Aussagen: “Hervorgehoben wurde der Mut, radikal mit den alten Traditionen des Teehandels zu brechen. “Die Teekampagne ist ein Beispiel für den gelungenen Transfer von der Wissenschaft in die Praxis und zeigt, dass die Universität ein Labor für Gründungsideen sein kann”, fasst die Jury zusammen. Bestehendes darf in Frage gestellt, Konventionen gebrochen werden. Faltin in seiner Dankesrede: “Jeder hat das Potenzial, Unternehmer zu sein.”

Die Firma Teekampagne handelt mit Darjeeling-Tee und bietet hochqualitativen Tee zu “unschlagbar” günstigen Preisen an, da die Handelskette verkürzt wurde und der Tee nur in großen “Loseinheiten” an den Endkunden verkauft wird. Nicht nur die Vielzahl der überragenden Testberichte ist beeindruckend, sondern auch mit welcher Offenheit die Firma am Markt auftritt. So kann auf der Verpackung genau rückverfolgt werden, wo die Teeblätter angebaut und gepflückt wurden und über welchen Transportweg sie zum Kunden gelangt sind. Mittlerweile macht die Firma Teekampagne einen Umsatz von mehr als 8 Mio. EUR Umsatz p.a., obwohl die Firma bei Gründung fast ohne Eigenkapital und teure Werbekampagne ausgekommen ist.

mymuesli expandiert in alle Richtungen

Filed under: Idee - Customizing, V - Update — Burkhard Schneider @ 8:45 am

Mein letzter Updatebericht über mymuesli ist genau ein Jahr alt. Höchste Zeit, mal wieder einen Blick auf das Vorzeige-StartUp aus Passau zu werfen. Fangen wir ganz tröge mit Zahlen an. Während im Jahr 2007 ein überschaubarer sechsstelliger Umsatz im unteren Bereich erzielt werden konnte, wurde im Jahr 2008 beim Umsatz locker die 2 Mio. EUR Grenze überschritten. Ein wesentlicher Grund dafür waren die Werbespots, die auf Pro Sieben und Co. geschaltet werden. Ermutigt wurden die Passauer durch die enormen Verkaufserfolge nach jedem Fernsehbericht über MyMuesli. Da man seit einiger Zeit relativ günstig Werbespots buchen kann, wird die Schaltung von Werbespots sicherlich weitergeführt. Ein weiterer Wachstumstreiber ist die internationale Expansion. Nachdem zuerst die Schweiz (mit einer Produktionsstätte) erobert wurde, folgt jetzt Großbritannien (Versandgeschäft). Und schon jetzt schielen die MyMuesli-Jungs nach USA. Das Wachstumstempo ist wirklich enorm, wenn man überlegt, wie lange Bionade gebraucht hat, um “die Welt zu erobern”. Über die Gewinnsituation verraten die MyMuesli-Macher nix. Aber diesbezüglich mache mich mir keine Sorgen, weil die Jungs immer auch den EURO geehrt haben. Und dass bald die Zahl von 100 Mitarbeitern (viele Minijobber) gesprengt wird, ist bei diesen Umsatzzahlen auch nicht verwunderlich und beängstigend.

Die MyMuesli-Macher kämpfen aber freiweillig auf noch mehr Fronten gleichzeitig. Immer mehr werden Standardmueslis entwickelt, die an realen Verkaufsstellen verkauft werden. Ein gutes Beispiel dafür sind die MyMuesli2Go. Aus den über 100.000 individuellen Lieblingsmüslis wurden drei Top-Mischungen (Bircher-Müsli, Beeren-Müsli, Schoko-Müsli) herausgepickt, die es im 85g-Portionsbecher auch vor Ort zu kaufen gibt. Wenn Ihr das MyMuesli2Go auch bei Euch um die Ecke kaufen wollt, könnt Ihr Euren Wunsch in der Rubrik “Verkauf” äußern. Um zu überprüfen, wie diese Standardangebote ankommen, die einem Paradigmawechsel gleichkommen, hat MyMuesli in Passau einen eigenen Müsli-Laden eröffnet. Dabei handelt es sich nach meiner Vermutung um ein kleines Testlabor, um kompetent entscheiden zu können, wie die reale Expansion weitergehen soll: Franchise-Modell, Shop-in-Shop, lokale Verkaufsstellen, Partnerschaften mit Cafe-Ketten, etc. Als ob das nicht reichen würde, sollen jetzt auch weitere Zielgruppen erobert werden: Für die Kleinen im Alter von 4 bis 8 Jahren werden drei spezielle Sorten angeboten, das Piratenmüsli für abenteuerlustige Jungs, das Prinzessinnenmüsli für kleine Damen und das Hänsel- und Gretel Müsli. Für die Ernährungsbewussten gibt es die FitforFun-Müslis und für die Sportler die runners-Müslis. Das nenne ich Kooperationsmarketing par excellence. Und Großkunden sind ebenfalls herzlichst willkommen, wie die Firmenmüslis beweisen. Es ist einfach nur beeindruckend, mit wieviel Spaß und Tempo die Jungs die Welt erobern.

June 29, 2009

Gast beim Frankfurter Junior Expert Service am 08.7.2009: Alexander Kuhr vom Intercity-Busanbieter Yourbus

Filed under: Geschäftsidee, Idee - Mobil — Burkhard Schneider @ 8:45 am

Eines der genialsten Veranstaltungsformate bei den Wirtschaftsjunoren bei der IHK Frankfurt ist der Junior Expert Service. Hier stellen mehrmals im Jahr junge Unternehmer Ihr StartUp vor und erhalten von den anwesenden Jungunternehmern ein ehrliches Feedback und Verbesserungsvorschläge. Alle Beteiligte nehmen extrem viel mit und deshalb gibt es dieses Format bei den Frankfurter Junioren schon mehr als 10 Jahre. Der nächste JES, zu dem Ihr Euch hier kostenfrei anmelden könnt, findet am Mittwoch, dem 8. Juli 2009 ab 19.00 Uhr in der IHK Frankfurt, Börsenplatz 4, Raum 435 statt. Gast wird Alexander Kuhr, Gründer und Geschäftsführer der Yourbus GmbH, Friedrichshafen sein:

Die Yourbus GmbH bietet Intercity-Busverkehr an. Bisher existiert in Deutschland aufgrund gesetzlicher Beschränkungen kein flächendeckendes Busfernverkehrsnetz. Durch die Entwicklung eines neuartigen Buchungsprozesses ist die Yourbus GmbH als erstes Unternehmen in der Lage, flächendeckenden Busfernverkehr in Deutschland etablieren zu können. Die nach öffentlich-rechtlichen Vorschriften benötigte Genehmigung wurde von den zuständigen Behörden erteilt. Der Komparative Konkurrenzvorteil ist der niedrige Preis des Reisebusses. Auf der Strecke Frankfurt-Köln (195 km) beträgt der Preis für ein Ticket der Yourbus GmbH ca. 13,50 EURO, zum Vergleich: selbst das günstigste Ticket für den ICE mit dem Tarif BahnCard 50 kostet mit 31,50 EURO mehr als das doppelte. Damit ist der Reisebus das preisgünstigste Verkehrsmittel Deutschlands.

Um das Investitionsvolumen so gering wie möglich zu halten, werden die benötigten Reisebusse bei lokalen Partnern nachfrageorientiert eingekauft. Der Vertrieb erfolgt zunächst ausschließlich über die eigene Internetplattform. Durch die Partnerschaft mit lokalen Busunternehmen kann nach erfolgreicher Etablierung auch eine schnelle Expansion gewährleistet werden. Das Team der Yourbus GmbH besteht aus den beiden Gründern Alexander Kuhr (25 Jahre) und Ingo Mayr-Knoch (24 Jahre). Beide haben Corporate Management and Economics an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen studiert und arbeiten seit Anfang 2009 Vollzeit an dem Projekt.

June 28, 2009

Prototyp des Solarflugzeuges Solar Impulse wurde enthüllt

Filed under: Crowdfunding, Finanzen, Innovation, Trends — Burkhard Schneider @ 2:45 pm

Im letzten Jahr haben wir hier im Blog über Solar Impulse berichtet, das erste Flugzeugs, das Tag und Nacht ohne Treibstoff und ohne Schadstoffausstoss fliegen soll. Vorgestern wurde nun der Prototyp vor 800 Gästen enthüllt. Zu den zahlreichen prominenten Gästen gehörten Fürst Albert II von Monaco, der Schweizer Energie- und Umweltminister Moritz Leuenberger, der CEO des internationalen Luftverkehrsverbands (IATA) und die CEOs der Hauptpartner des Projektes Solvay, Omega und Deutsche Bank.

Einleitend beschrieben Bertrand Piccard und André Borschberg die Geschichte des Projekts seit seinem Start im Jahre 2003. Hinter dem 70-köpfigen Team liegen sechs Jahre intensiver Arbeit mit unzähligen Berechnungen, Simulationen und Tests, um dieses neuartige Flugzeug aus Kohlefaser-Werkstoffen zu konstruieren: Noch nie wurde ein derart großes und leichtes Flugzeug gebaut, mit der Spannweite eines Airbus A340 (63,4 Meter) und dem Gewicht eines Mittelklassewagens (1.600 kg). Im Flügel sind rund 12.000 Solarzellen integriert. Sie versorgen die vier Elektromotoren, die eine Spitzenleistung von je 10 PS aufweisen, mit erneuerbarer Energie und laden die Lithium-Polymer-Batterien (400 kg) während des Tages für den Nachtflug auf.

HB-SIA ist der erste Prototyp des Solar Impulse Projekts. Er soll beweisen, dass das Flugzeug allein mit der Energie der Sonne einen vollständigen Tag-Nacht-Tag-Zyklus in der Luft absolvieren kann. Nach letzten Vorarbeiten am Boden, soll das Flugzeug bis Ende 2009 seine ersten Testflüge am Schweizer Himmel absolvieren, zuerst auf dem Flughafen Dübendorf (ZH) und dann auf dem Flugplatz Payerne (VD). Der erste vollständige Nachtflug ist für 2010 geplant. Im Jahr 2012 soll dann der Traum wahr werden, dass Bertrand Piccard mit dem Solarfleugzeug die Welt umrundet, ohne Tankstopps vornehmen zu müssen.

Wegen zahlreicher Anfragen hat sich Solar Impulse entschlossen, heute ein Supporter-Programm für das breite Publikum ins Leben zu rufen. Für 200 CHF kann jeder die Patenschaft für eine Solarzelle übernehmen. Viele Promis, wie Al Gore, haben es vorgemacht. Wer mehr Geld ausgeben will, kann für 2.000 CHF an einer VIP-Führung teilnehmen. Und für 10.000 CHF wird der Name des Spenders auf dem Rumpf des Flugzeuges verewigt. Schon die Freiheitsstatue wurde auf ähnliche Art und Weise finanziert. Zudem gibt es das Angel-Programm für Privatpersonen, die gegen Darlehen ab 100.000 EUR VIP-Vergünstigungen erhalten, wie z.B. die Teilnahme an einem Testflug.

HOME – Mit Ästhetik aufrütteln

Filed under: Finanzen, Geschäftsidee, Idee - Entertain, Marketing - Preis — Burkhard Schneider @ 10:45 am


HOME – Der Trailer

Am 5. Juni 2009, dem Weltumwelttag, wurde der Dokumentarfilm “HOME” gleichzeitig im Kino, auf DVD, im Fernsehen und im Internet veröffentlicht. Auf einer Pressekonferenz haben die Macher den Film wie folgt vorgestellt: “Es sind 2 Stunden Flug über den Planeten, ohne ein Interview, ohne dass jemand befragt wird. Es ist ein Blick auf die Erde von oben mit Kommentar und Musik… Vom Himmel aus ist man immer weit weg vom Schmerz und Hässlichen. Das Luftbild ästhetisiert und macht Dinge schöner. Doch was Sie dazu hören, holt Sie in die Realität zurück.”


Pressekonferenz 5. Mai 2009

in WIKIPEDIA wird der Film wie folgt besprochen: “Der Film besteht großenteils aus Luftaufnahmen aus verschiedenen Gegenden der Erde – vom tropischen Regenwald über die arktische See bis hin zu Großstädten wie Dubai oder Lagos. Der aus dem Off gesprochene Kommentar thematisiert ökologische und soziale Probleme, wie die globale Erwärmung, Überbevölkerung, Bodenerosion, die Ausbeutung natürlicher Ressourcen, Trinkwassermangel und den Artenschutz. Im Schlussteil werden noch einige positive Entwicklungen gezeigt, wie der zunehmenden Einsatz von Windenergie und Solarenergie.”


HOME – Die Dreharbeiten

Dieser Film ist ein Juwel. Aber nicht nur die Bilder sind besonders. Auch die Entscheidung, den Film im Internet für alle frei verfügbar zu machen, ist noch längst nicht selbstverständlich. Um die Finanzierung zu sichern, hat man sich entschieden, den Film durch den französischen Luxusgüter-Konzern PPR (u.a. Gucci, Fnac, Puma AG) mit 10 Mio. Euro sponsern zu lassen. Das fällt nicht überall auf Gegenliebe, vor allem weil der Sponsor am Ende des Trailers präsentiert wird. Ich persönlich bin froh, dass die Macher des Films diesen Weg gegangen sind, denn der freie Zugang zum Film ist für mich wichtiger, als der Sponsor. Gefunden bei Hannes Treichl.


Die Musik

June 27, 2009

Gast in der eigenen Stadt

Filed under: Marketing - Koop, Marketing - Preis, Marketing - public — Burkhard Schneider @ 6:45 pm

Die Frankfurter Spitzenhotels konnten lange über ihre Auslastungsquote nicht klagen. Allerdings hat die Finanz- und Wirtschaftskrise auch die Hotelbranche erreicht. Da passt es sehr gut, dass die Aktion “Gast in der eigenen Stadt”, die im letzten Jahr erstmals stattfand und auf sehr gute Resonanz stieß, in diesem Sommer wiederholt wird. Ziel dieser Aktion ist, dass die Bewohner der Rhein-Main-Region das schöne, freizeitorientierte und lebenswerte Frankfurt für sich entdecken und somit auch langfristig Verwandte, Freunde und Bekannte für die Stadt begeistern. Die Teilnahmebedingungen sehen wie folgt aus:

Bewohner aus Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet können im Zeitraum vom 24. – 26. Juli 2009 in einem der 29 Spitzenhotels, die zur Wahl stehen, eine Nacht für 40 EUR pro Person und die Anschlussnacht für 30 EUR verbringen. Außerdem erhalten die Teilnehmer 2 Tage (Samstag und Sonntag) die „Frankfurt Card“ mit einem integrierten RMV-Ticket und vielen weiteren Vergünstigungen, wie z.B. 50% Ermäßigung in 20 Frankfurter Museen und 50% Ermäßigung im Palmengarten, im Zoologischen Garten und der Flughafen-Besucherterrasse im Terminal 2. Außerdem erhalten Sie u.a. eine kostenlose Stadtrundfahrt. Online-Buchungsbeginn ist der 2.7.2009 um 9.00 Uhr.

Im letzten Jahr war das Kontingent von 1000 Übernachtungen, das von 10 Spitzenhotels zur Verfügung gestellt wurde, innerhalb von 2 Stunden komplett ausgebucht. Von den 750 eingegangen Buchungen, buchten 500 Gäste je 1 Übernachtung und 250 zwei Nächte. Zwei Drittel der Interessenten stammten aus Frankfurt, ein Drittel aus dem Umland. Diesmal stellen 29 Spitzenhotels mehr als 3.000 Übernachtungen zur Verfügung. Ich wage schon jetzt die Prognose, dass auch diesmal das Onlinebuchungsportal zeitweise zusammenbrechen wird und in weniger als einer Stunde alle Übernachtungskontingente vergeben sein werden.

Wenn Kreuzfahrttouristen viel Geld bezahlen, um Piraten zu jagen

Filed under: Geschäftsidee, Idee - crazy — Burkhard Schneider @ 12:45 pm

Vor wenigen Wochen wurde fast wöchentlich vermeldet, dass Piraten im Golf von Aden ein Frachtschiff kaperten, um Lösegeld zu erpressen. Der Höhepunkt war, als ein Kreuzfahrtschiff angegriffen wurde und nur knapp eine Katastrophe entging. Jetzt wurde vermeldet, dass ein russischer Kreuzfahrtunternehmer den Spieß umdrehen will und reichen Russen das Angebot unterbreitet, vor Somalias Küste Jagd auf Piraten machen zu wollen. Im Wirtschaftsblatt wird das Angebot näher erläutert:

“Sein Kreuzfahrtschiff ist der Köder für die Piraten. Versuchen die echten Piraten das scheinbar harmlose Schiff zu entern, erleben die Afrikaner ihr blaues Wunder. Statt wehrlose Handelsmatrosen stehen ihnen bis an die Zähne bewaffnete russische Touristen gegenüber. Ein makabrer Touristenspaß. Ein Tag an Bord des gecharterten Kreuzfahrschiffes kostet 5.790 Dollar. Es wird solange geschippert, bis die echten Piraten auch wirklich angreifen. Mindestens ein Piratenüberfall mit Kaperungsversuch wird vom Reiseunternehmer garantiert.”

Spinnen jetzt die Russen komplett? Haben wir schon wieder den 1. April? So ähnlich, denn am Ende des Artikels steht die Auflösung: “Anmerkung der Redaktion: Goldman Morgenstern & Partners gibt bekannt, dass es sich hier “vermutlich um Satire” handelt.” Ich würde mich allerdings nicht wundern, wenn aus der Satire bald ernst werden würde. Vielleicht nicht als “echte” Geschäftsidee, sondern als Guerilla Marketing Kampagne. Veilleicht greift die Story nicht jede Zeitung auf, aber es gibt ja schliesslich Twitter. Und hier ging die Idee in Windeseile um die Welt.

June 26, 2009

eat-the-world bietet kulinarische Stadtführungen in Berlin und Hamburg an

Filed under: Geschäftsidee, Idee - Agent, Marketing - Koop, Marketing - USP — Burkhard Schneider @ 12:45 pm


(c) eat-the-world.com

Elke Freimuth bietet seit einiger Zeit kulinarische Stadtführungen in Berlin und Hamburg an, andere Städte wie München, Paris, Rom und Barcelona sollen zeitnah folgen. Sie hat sich dabei u.a. von entsprechenden Angeboten in New York und anderen europäischen Städten (Tapas-Touren in Spanien) inspirieren lassen. Im Gegensatz zu diesen Angeboten bietet sie keine Restaurantbesuche, sondern Kostproben in verschiedenen Geschäften und Imbissbuden an und verbindet dies mit vielen Informationen über Land und Leute. Das Motto lautet: “Lern’ die Region über das Essen und die Menschen kennen.”

Exemplarisch will ich die “Friedrichshain-Tour” herauspicken und hier kurz beschreiben. Die Tour findet ganzjährig am Donnerstag und Samstag statt, dauert drei Stunden, kostet 30 EUR, findet bei jedem Wetter statt und hat keine Mindesteilnehmerzahl. Es gibt u.a. leckere Kostproben folgender Lokalitäten:

  • ein Café mit europäischer Weinhandlung
  • ein ceylonesisches Restaurant
  • ein libanesisch-irakischer Imbiss
  • ein Feinkost- und Delikatessenladen
  • ein heimatliches Feinkost-Bistro
  • ein Fachgeschäft für Schokoladen und Tartes
  • ein kleines Restaurant spezialisiert auf Hot Dogs und Suppen
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Die Touren sind sicherlich nicht nur für Touristen spannend, sondern auch für Neubürger der entsprechenden Städte. Es zeigt sich, dass man mit guten Ideen einen Markt erobern kann, der angeblich schon verteilt ist. Es gibt noch genug Nischen, die nicht nur besetzt, sondern auch ausgebaut werden können. Ein Beispiel dafür sind auch die Kultours hier in Frankfurt. Der Tour-Guide Wolf-Christian Setzepfandt, der in Frankfurt schon zur Kultfigur avanciert, führt die Touristen z.B. auf die Spuren von Rosemarie Nitribitt.

Und warum sollten Gastronomen nicht ebenfalls in das Tour-Guide-Geschäft einsteigen? Dafür könnten z.B. vier oder fünf Restaurants gemeinsam kooperieren. Die Inhaber könnten sich abwechseln, so dass man nicht jede Woche als Tourguide ranmüsste. Man könnte eine kleine Europareise veranstalten, von Spanien über Italien nach Griechenland. Vielleicht holt man sich auch noch ein Reisebüro als Partner ins Boot. Den Ideen für Kooperationsmarketingansätze sind keine Grenzen gesetzt.

Weitere Artikel

Gewinner und Finalisten des KarmaKonsum Gründerpreises

Filed under: Geschäftsidee, Idee - LOHAS — Burkhard Schneider @ 8:45 am

Genau vor einer Woche wurde der mit 30.000 EUR (in Form von Sachpreisen) dotierte 1. KarmaKonsum Gründerpreis in Frankfurt verliehen. Insgesamt haben sich 49 Existenzgründer aus dem öko-sozialen Endkunden-Markt beworben, die durch ihre Geschäftsidee Potenzial haben, die Wirtschaft nachhaltiger zu gestalten. Die fünf Finalisten sowie die Jury werden im obigen Imagetrailer vorgestellt (absolut sehenswert).

Der glückliche Gewinner ist Ulrich Prediger, Gründer der Leasrad GmbH. Die Firma vermittelt Leasingverträge für Fahrräder und versteht sich als Full-Service-Dienstleister: Von der Beschaffung der fabrikneuen Fahrräder aus deutscher Produktion, Vorbereitung der Leasingverträge, Bereitstellung und Einrichtung vor Ort, bis zur Reparatur und der regelmäßigen Wartung reicht das Leistungsspektrum. In wenigen Tagen werde ich die Geschäftsidee hier im Blog näher vorstellen.

Die Jury hatte so sehr die Qual der Wahl, dass sie sich spontan entschloss, noch einen Sonderpreis für “Social Innovation” zu vergeben. Und dieser ging an Pfandtastisch helfen. Die Macher des Projektes bieten Spendenboxen an, die an Pfandautomaten im Supermarkt angebracht werden können, damit der Kunden den Pfandbon für eine Hilfsorganisation spenden kann. Die Initiatoren der Projektes, die Sozialhelden, erhalten 10 % der Einnahmen. Wir haben über das Projekt im Jahr 2007 hier im Blog berichtet.

Die weiteren Finalisten waren:

  • Klimagut AG (in Gründung) wollen Immobilienfonds für nachhaltige und grüne Immobilien entwickeln und vermarkten.
  • RobinFood, Fast-Food-Anbieter für 100% biologisch-vegetarische Lebensmittel, würde sich gerne als “Öko-Mc Donalds ” positionieren.
  • Redesign will Accessoires, Mode und Heimtextilien aus Alttextilien herstellen. Ein Eyecatcher ist sicherlich das Rosa-gestreifte-Schweinchen zum kuscheln.

Wenn ich eine Prognose abgeben darf, dann wird es im nächsten Jahr mehrere Gewinner-Kategorien geben. Warum? Es fiel schon auf, dass diesmal die Konzepte gewonnen haben, die schon länger existieren. Um in Zukunft eine Wettbewerbsgleichheit herzustellen, sollten sowohl die beste Geschäftsidee als auch das beste umgesetzte Konzept ausgezeichnet werden. Und warum kann auch nicht zwischen der besten Food-, Öko- und Social Business Idee unterschieden werden? Schau´n wir mal!

June 25, 2009

US-Videospielpublisher Roundhouse Interactive plant Crowdsourcing-Video-Game

Filed under: Crowdfunding, Crowdsourcing, Finanzen, Geschäftsidee, Idee - Crowd, Idee - Entertain — Burkhard Schneider @ 12:45 pm

Der US-Videospielpublisher Roundhouse Interactive greift den Crowdsourcing-Trend auf und will ein neues Videospiel mit dem Arbeitstitel “The Game Cartel” von seinen jetzigen und zukünftigen Kunden entwickeln lassen. Dafür soll eine Community mit bis zu 100.000 Mitglieder gegründet werden. Die Communitymitglieder sollen in alle relevanten Entscheidungen mit eingebunden werden, von der Wahl des Titels bis hin zu Plattform, Genre, Storyline, Spielbarkeit und Art der Steuerung. Die Mitarbeiter von Roundhouse sollen den Prozess nur begleiten und dann einspringen, wenn es die Community nicht selber lösen kann.

Dass es sich nicht nur um einen Marketinggag handelt, zeigt sich am Geschäftsmodell, wie die PC-Welt berichtet: “Genauso kreativ wie der Produktionsansatz ist auch das Geschäftsmodell des Roundhouse-Interactive-Videospielprojekts. Laut Montanaro müssen nämlich Interessierte bereits im Vorfeld einen Betrag von 50 Dollar zahlen, um als Teilnehmer akzeptiert zu werden. Als Gegenleistung erhalten sie dann eine Kopie des fertigen Spiels und die Berechtigung zur Stimmabgabe in der “Game Cartel”-Community. Diejenigen Mitglieder, die sich im Rahmen des Entwicklungsprozesses besonders ausgiebig engagieren, sollen sich zudem auch eine Erwähnung in den Game Credits des Titels verdienen können.”

Ein Experte, der im PC-Welt Artikel zitiert wird, nennt das Abzocke. Denn schliesslich wüsste der Beteiligte zu Beginn nicht, ob das Endergebnis ihm auch gefällt und er das Spiel auch wirklich kaufen würde. Ist das nicht in vielen Fällen so, wenn man sich als Kleinanleger irgendwo beteiligt? Deshalb finde ich den Begriff “Abzocke” nicht treffend. Vielmehr würde ich den Beitrag von 50 EUR als Eintrittskarte verstehen, um den gesamten Entwicklungsprozess als Insider mitverfolgen zu dürfen. Sehr wohl kann man darüber diskutieren, wie die Crowds beteiligt werden, wenn das Projekt zum finanziellen Erfolg avanciert.